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Fabian Kienbaum Neuer Beirat für Kienbaum

Der Chef der Personalberatung vergrößert den Beirat. Zum 75. Firmenjubiläum muss er das Geschäft des Familienunternehmens weiter transformieren.
08.06.2020 - 17:50 Uhr Kommentieren
Der Unternehmer will das Familienunternehmen in die neue Zeit führen. Quelle: Kienbaum
Personalberater Fabian Kienbaum

Der Unternehmer will das Familienunternehmen in die neue Zeit führen.

(Foto: Kienbaum)

Düsseldorf An diesem Montag ist Fabian Kienbaum guter Dinge. Er hat drei neue Experten in den Beirat des 75 Jahre alten Beratungsunternehmens geholt, sie sollen ihm helfen, das Personal- und Managementberatungsunternehmen fit für die nächsten 75 Jahre zu machen.

Während Fabian Heilemann und Beate Heraeus turnusgemäß ausgeschieden sind, gibt Kienbaum bekannt, dass der Gründer und Geschäftsführer der Founders Foundation, eines Netzwerks, das Start-ups und Mittelständler in Ostwestfalen vernetzt, Sebastian Borek, neu hinzukommt.

Des Weiteren kommen die Finanzinvestorin Anna Ott, die im April bei Holtzbrinck Ventures gestartet ist, und Sebastian Klauke, Vorstand E-Commerce des Handelskonzerns Otto, in das Gremium. Dem 36-jährigen Kienbaum war es wichtig, dass der Beirat technologieorientiert ist und viel Erfahrung im operativen Geschäft mitbringt.

Hilfe und Impulse kann er brauchen, denn gerade hat er die Bereinigung, wie er es nennt, abgeschlossen. Die Transformation des Beratungsunternehmens geht allerdings weiter. Als er vor zwei Jahren den Chefsessel von seinem Vater Jochen übernommen hatte, trennte er sich von Mitarbeitern und Umsatz. Es blieben 90 Millionen im Jahr 2018. Es gab harte Einschnitte, eine neue Strategie, die aber auch nicht so ganz klar war, wie Insider meinen, und die auch nicht allen gefiel.

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    Er wollte ein agileres Arbeiten, und das auch schnell umsetzen, doch es hätten nicht alle mitgezogen, resümiert einer, der ihn schon seit Langem kennt. Derzeit arbeiten 600 Mitarbeiter in 26 Niederlassungen weltweit und zehn in Deutschland für die Beratung, die sich auf Familienunternehmen fokussiert. 2019 sei das erfolgreichste der vergangenen Jahre gewesen, sagt Kienbaum. Der Umsatz liege erneut bei rund 90 Millionen Euro, man habe einen ordentlichen Gewinn erzielt. Offiziell hat er die Zahlen noch nicht präsentiert.

    Die gute Nachricht: Durch die Coronakrise müssten nun keine weiteren Mitarbeiter gehen, auch wenn einige Abteilungen sich in Kurzarbeit befänden. „Die Nachfrage ist zurückgegangen, das ist aber nicht bedrohlich“, sagt Kienbaum. Das Personalsuchgeschäft sei nicht so eingebrochen wie befürchtet, weil gerade viele Führungspositionen neu besetzt würden.

    Das Brot-und-Buttergeschäft im mittleren Management stagniert, die Eignungsdiagnostik werde gerade geschoben in vielen Firmen. Das Geschäft mit der Abteilungsreorganisation und dem Outplacement laufe dagegen sehr gut. 2020 werde extrem herausfordernd, mit signifikanten Umsatzeinbußen, und auch „2021 werden wir voraussichtlich noch nicht das Niveau der Vor-Corona-Zeit erreichen“, fürchtet er.

    Diversität bleibt eine Herausforderung

    Der deutsche Mittelstand sei derzeit sehr vorsichtig, es gehe mehr darum, das bestehende Geschäft zu sichern. „Vielen ist es zu früh, sich um die großen Zukunftsprojekte zu kümmern.“ Deutlich mehr Bewegung gebe es dagegen bei den Kunden aus dem öffentlichen Bereich. „Die Kommunen befinden sich in einer Zwangsdigitalisierung, das geht mit Personalentscheidungen einher.“

    Kienbaum sieht ganz klar, dass sich das Unternehmen weiter transformieren muss. Agiler arbeiten, er hat auch die Idee von New Work nicht aufgegeben, aber eingesehen, dass der Prozess länger dauert. „Personalberatung wird wichtiger“, lautet seine Überzeugung. Die reine Vermittlung werde digitaler, aber das decke Kienbaum über Beteiligungen zum Beispiel an Capitalheads ab. Dabei soll auch der verstärkte Beirat helfen. Denn ein Problem hat auch Kienbaum in seiner Organisation noch nicht gelöst: Die Führung ist noch viel zu wenig divers, auch wenn die Hälfte der Mitarbeiter inzwischen weiblich sei.

    „Das Beratungs- und das Dienstleistungsgeschäft sind nach wie vor männlich dominiert“, sagt der Vater eines Sohnes. Er sieht dies Problem auch bei seinen Kunden, das sind vor allem Mittelständler und Familienunternehmen im verarbeitenden Gewerbe. „Es schafft kein Haus, genug Frauen zu rekrutieren.“ Viele Frauen entschieden sich einfach mit Mitte 30 gegen die Karriere.

    Es ist ein kritischer Punkt für einen Personalberater. „Wir wollen bunter und diverser werden“, sagt Kienbaum. Doch das sei bei den Kunden noch kein Thema. Quereinsteiger seien dagegen sehr gefragt. Neu-Beirat Borek von der Founders Foundation sieht das Problem. „Fabians Visionen sind genau richtig, aber es ist nicht einfach, es dauert länger, und die Mitarbeiter müssen mitgenommen werden.“

    Das gelte auch für die Kunden. Daher sei es eine doppelte Herausforderung für Personalberater. Wenn es aber gelänge, sei es auch doppelt hilfreich für die Wirtschaft.

    Mehr: Grüner und digitaler - Corona könnte die Bürowelt nachhaltig verändern.

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