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Fabian von Heimburg Dieser deutsche Gründer in China expandiert nach Europa

Nirgendwo gibt es so viele Onlinenutzer wie in China. Aber kaum ein Markt ist so hart umkämpft. Der Deutsche hat es gewagt – jetzt expandiert er nach Europa.
23.12.2019 - 04:00 Uhr Kommentieren
China: Deutscher Gründer Fabian von Heimburg expandiert nach Europa Quelle: Dave Tacon für das Handelsblatt
Fabian von Heimburg

Er gründete nicht in den USA, sondern in China.

(Foto: Dave Tacon für das Handelsblatt)

Düsseldorf Fabian von Heimburg ist kurz angebunden. Heute ist er in Deutschland, morgen zurück in China. Und übermorgen? Vielleicht wieder in Europa unterwegs. Der 31-Jährige pendelt zwischen den Kontinenten. Für einen Gründer in der Technologieindustrie ist das nichts Außergewöhnliches. Was von Heimburg von anderen unterscheidet, ist die Tatsache, dass er sein Unternehmen nicht in Europa oder den USA gestartet hat – sondern in der Volksrepublik.

Das klingt naheliegend. Schließlich gibt es in China mehr als 800 Millionen Onlinenutzer, mehr als in jedem anderen Land der Welt. Doch die Volksrepublik gilt als einer der härtesten Onlinemärkte der Welt. Dutzende US-Giganten versuchten schon, das Land mit ihren Produkten zu erschließen, doch scheiterten. Ebay und Google zogen sich zurück. Facebook und Twitter wurden von Zensoren gleich ganz ausgesperrt. China ist ein hartes Pflaster für internationale Technologiegründer.

Das schreckte von Heimburg nicht ab, im Gegenteil. Zusammen mit einem Kommilitonen aus Universitätszeiten gründete er im Jahr 2014 die Firma Hotnest. Mit ihr wertet er aus, was chinesische Kunden bewegt. Für internationale Werbekunden analysiert Hotnest das Verhalten von Millionen chinesischen Onlinenutzern.

Daraus generiert die Firma Echtzeitdaten über deren Vorlieben und Interessen. Damit hilft Hotnest Firmen, ihre Marketingkampagnen genauer zu planen sowie diese auch direkt anzupassen, sollten sich manche Aspekte oder Strategien als falsch erweisen. Von Heimburg sagt: „Wir automatisieren für Marken den Markteintritt.“

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Standort erkennen

    Bisher hätten Firmen zunächst aufwendig und teuer mit Agenturen oder einem eigenen Team einen Markteintritt vorbereiten müssen. Hotnest vereinfache den Prozess. „Wir bieten eine komplette Technologielösung“, sagt von Heimburg. Die Firma setzt dafür unter anderem auf Künstliche Intelligenz. Hotnest zählt Konzerne wie die Luxusgütergruppe LVMH, den Technologiekonzern SAP oder den Werbedienstleister WPP zu seinen Kunden. Hotnest beschäftigt etwa 40 Mitarbeiter.

    Bislang hat sich von Heimburg mit Hotnest auf den chinesischen Markt konzentriert. Das will er nun ändern. Im Februar will er ein Büro in Deutschland eröffnen, wie er exklusiv im Gespräch mit dem Handelsblatt ankündigt. Noch werde überlegt, ob München oder Berlin der bessere Standort wäre. „Wir wollen allen Marken, die noch nicht in China sind, helfen, in China zu skalieren“, sagt von Heimburg. „China hat noch unglaubliches Wachstumspotenzial.“

    Allein bis zum Jahr 2030 werde die Mittelklasse der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt Schätzungen zufolge auf 800 Millionen Menschen wachsen. Die Expansion will von Heimburg mit frischem Kapital stemmen. Gerade hat eine Gruppe von Investoren in einer Finanzierungsrunde weitere sechs Millionen Dollar für das junge Unternehmen bereitgestellt.

    Von Heimburg ist bereits weit gekommen. Nach dem Wirtschaftsabschluss an einer Privatuniversität legte er eine Zwischenstation bei Google ein und absolvierte einen fünfmonatigen Studienaufenthalt in Peking. Sein Masterstudium in Wirtschaftsgeschichte führte ihn zunächst nach London. Anschließend ging der Sohn von IDG-Topmanager York von Heimburg zurück nach China, um Hotnest zu starten. Nach der Startphase für das junge Unternehmen muss nun das Geschäft ausgebaut werden.

    Mit den Europaplänen steht er aber vor einer schwierigen Aufgabe. „Es gibt sehr viele Firmen, die den Markteintritt in China erleichtern wollen“, sagt Marcel Münch, Co-Gründer des auf China spezialisierten Berliner Start-ups DONGXii. Es werde viel Konkurrenz für Hotnest geben.

    Dabei müsse es von Heimburg gelingen, eine klare Abgrenzung gegenüber den anderen Anbietern zu finden, die ebenfalls europäischen Firmen bei der Expansion nach China und bei Marketingstrategien helfen wollten. Fabian von Heimburg hat seine Rolle weiter ausgebaut. Er ist auch China-Repräsentant des Bundesverbands Deutsche Startups. Dabei fungiert er als Bindeglied zwischen Gründern in Deutschland und China.

    Mehr Chancen und mehr Konkurrenz

    Marcel Münch sagt: „Fabian ist in der Branche bestens vernetzt.“ Der Gründer spreche auf vielen Konferenzen und treibe das Thema China voran. Er sei zwar nicht der einzige Gründer aus Deutschland, der seine Firma in China gestartet habe, gehöre aber zu einer sehr kleinen Gruppe. China sei zwar lukrativ, mache europäischen Technologieunternehmen das Gründen aber nicht leicht.

    Von Heimburg fasst die Unterschiede zwischen der Start-up-Landschaft in China im Vergleich zu Deutschland in zwei Worten zusammen: „Größer, schneller.“ In der Volksrepublik gebe es deutlich mehr Kapital von Investoren. „Start-ups wachsen und sterben schneller“, sagt von Heimburg.

    Das bietet zwar mehr Chancen, aber auch mehr Konkurrenz. Peking ist zur globalen Start-up-Hauptstadt aufgestiegen. Nirgendwo auf der Welt gibt es mehr Einhörner, also Jungunternehmen, die mit mindestens einer Milliarde Dollar bewertet sind. Die größte Konzentration dieser Firmen gibt es nicht in San Francisco oder Palo Alto und auch nicht in Berlin.

    Peking ist laut einer Berechnung des chinesischen Dienstleisters Hurun die globale Start-up-Metropole. 82 Einhörner listet Hurun auf. China ist auch in der Hitliste der Staaten auf dem ersten Platz mit 206 Firmen, gefolgt von den USA mit 203 Firmen. Deutschland folgt auf Platz fünf mit sieben Firmen.

    Bisher hätten sich chinesische Firmen vor allem auf das Geschäft mit Endkunden konzentriert, sagt von Heimburg. Das ändere sich gerade. Immer mehr Unternehmen entwickelten auch Lösungen und Technologien für Firmenkunden. Die beiden größten börsengelisteten Firmen Chinas – Alibaba und Tencent – sind gerade dabei, auch in Deutschland um Industriekunden zu werben.

    Von Heimburg will die Konkurrenzsituation als Chance begreifen. Auch wenn es bereits starke chinesische Firmen gäbe, sei noch viel Wachstumspotenzial für internationale Firmen mit dem Geschäft in der Volksrepublik. „Der Markt ist noch nicht gesättigt“, sagt von Heimburg. Und dieses Potenzial wolle Hotnest heben.

    Mehr: Nach Alibaba nimmt der chinesische Techgigant Tencent die Bundesrepublik in den Fokus. Die Firma will Milliarden investieren und deutsche Kunden für Cloudlösungen gewinnen.

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