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Fachkräftemangel Mitarbeiternähe statt Kundennähe – Warum sich Familienunternehmen weiter öffnen

Viele Mittelständler leiden unter akutem Fachkräftemangel. Deshalb geben sie sich jetzt weltoffen – und hoffen, überregional attraktiver zu werden.
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Viele Unternehmen – auch Weltmarktführer – beklagen den Mangel an qualifizierten Fachkräften. Quelle: dpa
Fachkräftemangel

Viele Unternehmen – auch Weltmarktführer – beklagen den Mangel an qualifizierten Fachkräften.

(Foto: dpa)

DüsseldorfBurkhard Thost hat sich schon früher gewundert, dass manche Mittelständler „den Begriff ‚hidden‘ gepflegt haben.“ Der Gründer und Gesellschafter des Projektmanagement-Spezialisten Thost sagt, dass er seit 30 Jahren, nicht im Verborgenen, sondern global und weltoffen agiert, lokal und international.

„Dazu passt das ‚hidden‘ nicht.“ Und auch sein Sohn Oliver bestätigt, dass sich das Unternehmen nie als Hidden Champion gefühlt habe, „Wir haben ein anderes Selbstverständnis.“ Die Geschäftsführung und Gesellschafter von Thost streben Bekanntheit an, an Hochschulen, in Fachgremien, Verbänden und Unternehmen. „Wir haben uns immer gefragt, wie können wir bekannt und im Gespräch sein. “

Vera-Carina Elter, Vorstand Familienunternehmen bei der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG, beobachtet dagegen, dass sich viele Familienunternehmen nach wie vor mit dem Begriff des „Hidden Champion“ sehr wohl fühlen, sie sind regional verwurzelt und global aktiv.

„Sie haben kein Problem damit, Hidden Champion zu sein“, sagt Elter. Sie nehme viele von ihnen eher als zurückhaltend wahr und sie kenne wenig Unternehmer, „die immer die Werbetrommel rühren“. Doch auch sie sieht den Trend, dass Familienunternehmen zunehmend aus dem „Versteckten“ heraustreten und „dem Employer Branding einen stärkeren überregionalen Fokus verleihen.“

Der Grund: der Fachkräftemangel, den viele Unternehmen und auch Weltmarktführer beklagen. Burkhard Thost stimmt allerdings nicht in das Klagelied ein. „Mitarbeiter werden nicht auf dem Silbertablett serviert“, ist Thost überzeugt. Man müsse sie gewinnen und halten. Letzteres sei schon etwas anspruchsvoller.

Thost beschäftigt rund 450 Mitarbeiter, davon 400 Ingenieure. Sie steuern den Ausbau der Stromübertragungsnetze der Energiekonzerne und arbeiten für führende deutsche Autohersteller. Mit 40 Prozent weiblicher Belegschaft ist das Unternehmen sehr zufrieden. Denn: Die Aufgabe des Projektmanagers sei stark von guter Kommunikation abhängig. Das Motto laute: „Wir steuern nicht Maschinen, wir steuern Menschen“, sagt Oliver Thost.

Die Mitarbeiter sind das Kapital der Firma, deshalb ist der Ingenieurdienstleister eine Art Frühindikator für Trends auf dem Arbeitsmarkt, an dem sich zuerst zeigt, dass Verschwiegenheit hinderlich sein kann. „Früher war nur die Kundennähe entscheidend für einen Standort, heute ist die Mitarbeiternähe mindestens genauso wichtig“, erklärt Oliver Thost.

Im Alltag bedeute das, dass die Bereitschaft zu reisen, abnimmt. „Das Geschäftsmodell Expat im Ausland ist nicht mehr überall tragfähig und wettbewerbsfähig.“ Lokalisierung sei gefragt. Und auch bei der Akquise neuer Kräfte hat das Unternehmen mehrere Mitarbeiter, die gezielt mit den sozialen Medien arbeiten, während klassische Stellenanzeigen als Instrument immer weniger genutzt werden.

„Sichtbarkeit muss gemanagt werden“, sagt Oliver Thost. Eine breite Bekanntheit im Netzwerk bekäme man nur mit Offenheit. Dennoch ist nicht zu bestreiten, dass Thost mit rund 40 Millionen Euro Honorar-Umsatz vor allem bei Ingenieuren und auf dem Arbeitsmarkt bekannt ist.

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