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Fahrradhersteller Vanmoof sammelt 12,5 Millionen Euro ein und hofft auf den Corona-Effekt

Bislang finanzierte sich Vanmoof vor allem über Crowdfunding, jetzt will der Fahrradbauer in eine neue Wachstumsphase eintreten. Die Pandemie soll dabei helfen.
13.05.2020 - 16:47 Uhr Kommentieren
Der Vanmoof-Gründer und Co-Chef auf Testfahrt im fernen Osten. Quelle: VanMoof
Ties Carlier

Der Vanmoof-Gründer und Co-Chef auf Testfahrt im fernen Osten.

(Foto: VanMoof)

Düsseldorf Der Name ist Programm. „Moof“ steht für Bewegung, das „Van“ macht klar, dieses Produkt kommt aus den Niederlanden. Mitten in der Coronakrise traut sich das Gründerteam Taco und Ties Carlier, sein drittes Modell auf den Markt zu bringen. Die Investoren glauben daran, dass es nicht das letzte sein wird.

Am Mittwoch gab der Amsterdamer Fahrradhersteller Vanmoof bekannt, 12,5 Millionen Euro frisches Kapital eingesammelt zu haben. Finanziers sind das Risikokapitalunternehmen Balderton Capital und der taiwanesische Montagepartner Sinbon Electronics. Damit stecken nach eigenen Angaben insgesamt 27,7 Millionen Euro in der 2009 gegründeten Firma.

Bislang finanzierten sich die Fahrradbauer aus Amsterdam vor allem über Crowdfunding. Jetzt wollen sie in eine neue Wachstumsphase eintreten, Vanmoof nennt das „Scale-up-Hyperwachstum“, in der Erwartung, dass die Coronakrise Mobilität nachhaltig verändern wird. „Wir befinden uns in einer einzigartigen Zeit“, sagt Mitgründer Taco Carlier. E-Bikes, glaubt er, würden die Fortbewegung revolutionieren.

Social Distancing wird nach seiner Vorstellung die Nachfrage nach hochwertigen E-Bikes steigern. Fahrräder würden im Vergleich zu öffentlichen Verkehrsmitteln zunehmend als verlässlichere Mobilitätsoption angesehen. Schon die Vor-Corona-Statistik gibt den Erwartungen der Niederländer recht. In Deutschland stieg der Absatz laut Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) schon im vergangenen Jahr um fast 40 Prozent auf knapp 1,4 Millionen Stück. Damit radelt bald jeder dritte Neukunde elektrisch.

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    Vanmoof hat inzwischen 120.000 Fahrräder weltweit verkauft. Im Direktvertrieb, aber auch über einige eigene Shops. Der Umsatz von zehn Millionen Euro im Jahr 2018 ist ein Jahr später auf fast 40 Millionen Euro gestiegen. Vanmoof sieht sich auf dem besten Wege, das für dieses Jahr prognostizierte Umsatzziel von 100 Millionen Euro zu erreichen.

    Brüder Carlier sind Seriengründer

    Zumal das Unternehmen im Gegensatz zu vielen anderen Radfabrikanten keine Lieferprobleme kennt. E-Bikes werden zumeist in China gefertigt. Vanmoof lässt die selbst designten und entwickelten Räder in Taiwan herstellen. Inzwischen ist alles aus einer Hand, auch der Service.

    Die Brüder Carlier haben sich mit Vanmoof als erfolgreiche Seriengründer etabliert. Taco, 42, und Ties, 41, haben bereits Payfield entwickelt, einen Zahlungsdienstleister für Veranstaltungen, und Dutchband, der Technologie zur Identifikation bei Events anbietet.

    Mit Vanmoof haben sich Industriedesigner Taco und sein Bruder, Ingenieur für Automatisierungstechnik, den Traum von einem idealen Stadtrad erfüllt. Ihr Finanzier denkt schon in historischer Größe. Taco und Ties hätten „die niederländische Fahrradtradition in die Zukunft“ getragen, sagt Balderton-Vorstand Colin Hanna.

    Mehr: Wie Rose ein Service-Netz für Fahrräder aufbauen will

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