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Familienunternehmen Das Erbe von Karl-Erivan Haub wird für Tengelmann zur Herausforderung

Ein Jahr nach seinem Verschwinden soll der frühere Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub für tot erklärt werden. Doch der Erbfall sorgt für Spannungen.
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Die Brüder sollen derzeit versuchen, Karl-Erivans Anteile zu erwerben. Quelle: Reuters
Georg (li.) und Christian Haub

Die Brüder sollen derzeit versuchen, Karl-Erivans Anteile zu erwerben.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfGenau ein Jahr ist es her, dass Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub von einer Skitour rund um das Matterhorn nicht zurückkehrte. Bergretter suchten ihn tagelang, ohne Erfolg. Inzwischen hat Haubs jüngerer Bruder Christian, 54, die Geschäftsführung in der Unternehmensgruppe übernommen, zu der auch Obi und der Textil-Discounter Kik gehören. 

Mit dem Jahrestag stellt sich auch die Frage, ob und wann Karl-Erivan Haub für tot erklärt werden soll. Bei einem Familienunternehmen ist das nicht nur emotional eine Herausforderung. Denn wenn der Erbfall eintritt und die Nachkommen das Erbe antreten, wird auch die Erbschaftsteuer fällig.

In Deutschland liegt sie für Ehegatten und Kinder des Verstorbenen, sobald sie mehr als 26 Millionen Euro erben, bei 30 Prozent. Auch wenn das Betriebsvermögen unter bestimmten Voraussetzungen und Haltefristen zu 85 Prozent geschont wird, dürften sich die Forderungen im Fall von Tengelmann in dreistelliger Millionenhöhe bewegen.

Nach Informationen der „Bild am Sonntag“ versuchen die hinterbliebenen Brüder Christian und Georg Haub derzeit, Karl-Erivan Haubs Anteile zu erwerben. Andernfalls würden dessen Ehefrau und die beiden Kinder die Anteile bekommen.

Der Zeitung zufolge hat die Familie aber keineswegs vor zu verkaufen. Stattdessen sollen die Kinder eine Rolle im Unternehmen ihres Vaters anstreben. Die Verhandlungen hätten die Familienzweige an Anwälte übertragen.

Ein Tengelmann-Sprecher bestätigte, dass sich die Familie derzeit in Gesprächen darüber befinde, wie die Erbschaftsteuer finanziert werde. Dabei würden Steuer- und Rechtsexperten eine wichtige Rolle spielen. Dem Handelsblatt sagte der Sprecher zudem, dass es dabei auch um den Ausgleich unterschiedlicher Standpunkte gehe. Die Gespräche würden „aber in einer konstruktiven und lösungsorientierten Atmosphäre“ geführt.

Er bestätigte, dass der amtierende Tengelmann-Chef Christian Haub sich in einer E-Mail an die Belegschaft gewandt hat.

Darin heißt es: „Gerade in diesen Tagen werde ich immer wieder gefragt, wie es weitergeht. In Fällen wie diesen besteht frühestens nach einem Jahr die Möglichkeit, ein Aufgebotsverfahren zur Todeserklärung einzuleiten. Die meisten von uns wissen, wie schwer der Verlust eines geliebten Menschen wiegt. Das will verarbeitet werden und kennt kein Verfallsdatum. Ich habe Verständnis dafür, wenn die Menschen, die diesen Antrag stellen sollten – nämlich in erster Linie seine Ehefrau und Kinder –, das nicht unmittelbar zum frühestmöglichen Zeitpunkt tun wollen.“

Der vierfache Vater war kurz nach dem Unglück aus Amerika nach Deutschland zurückgekehrt, wo er für Tengelmann das Venture-Capital-Geschäft geleitet hatte. In Mülheim an der Ruhr übernahm er die Führung des Familienunternehmens.

Zuvor noch hatte sich Karl-Erivan Haub von zahlreichen renditeschwachen Firmenteilen getrennt, darunter der Supermarktkette Kaiser’s Tengelmann. Christian Haub hat angekündigt, den Großteil der Stellen in der Verwaltung zu streichen und das Unternehmen in eine schlanke Beteiligungsholding umzuwandeln.

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