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Textmarker in Pastellfarben

Hersteller Stabilo konnte seine Produktion im bayerischen Weißenburg glatt verdoppeln.

(Foto: Schwan-Stabilo)

Familienunternehmen Welche Sparte Schwan-Stabilo Probleme bereitet und welche boomt

Im vergangenen Geschäftsjahr ist der Umsatz von Schwan-Stabilo erstmals seit mehreren Jahren gefallen. Nur eine bestimmten Sparte boomt.
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HeroldsbergKnalliges Gelb, stechendes Grün oder Pink: Die Leuchtmarkierer von Schwan-Stabilo gehören zum Büro wie Drehstuhl und PC. Seit Jahrzehnten bietet das fränkische Familienunternehmen diese Buntstifte an. Im vergangenen Geschäftsjahr ist der Umsatz damit überraschend kräftig gestiegen.

„Wir profitierten von einer Riesenwelle, die uns nach oben gespült hat“, sagte Sebastian Schwanhäußer, geschäftsführender Gesellschafter des Mittelständlers.

Der Grund: Schwan-Stabilo hat eine Kollektion mit sanften Pastell-Tönen in die Läden gebracht. Die kam so gut an, dass Stabilo seine Produktion im bayerischen Weißenburg glatt verdoppeln konnte.

Der Boom der Leuchtmarkierer kommt genau zur rechten Zeit. Denn die größte Sparte des Unternehmens, die Kosmetik, ist in dem am 30. Juni zu Ende gegangenen Geschäftsjahr kräftig geschrumpft. So kommt es, dass der Umsatz der Gruppe zum ersten Mal seit Jahren gesunken ist, und zwar um rund vier Prozent auf 685 Millionen Euro.

Schwan-Stabilo besteht aus drei Teilen. Die größte Sparte produziert Kosmetikstifte. Hier ist der Umsatz letztes Geschäftsjahr um fast zwölf Prozent auf etwa 322 Millionen Euro eingebrochen.

„Wir profitierten von einer Riesenwelle, die uns nach oben gespült hat.“ Quelle: Schwan-Stabilo
Sebastian Schwanhäußer

„Wir profitierten von einer Riesenwelle, die uns nach oben gespült hat.“

(Foto: Schwan-Stabilo)

Das Geschäft mit Buntstiften hingegen wuchs durch den Boom der Leuchtmarkierer um fünf Prozent auf gut 193 Millionen Euro. Outdoor ist die kleinste Division, sie legte um etwa drei Prozent auf rund 169 Millionen Euro zu. Dazu gehören die vier Marken Ortovox, Deuter, Maier Sports und Gonso.

Jetzt mache sich bezahlt, dass die Gruppe in drei völlig verschiedenen Bereichen tätig sei, unterstrich Schwanhäußer an diesem Dienstag am Firmensitz in Heroldsberg. „Wir sind uns bewusst, dass die einzelnen Bereiche zyklisch sind.“ Vor zwei Jahren habe die Firma noch vom riesigen Boom bei Kosmetikstiften profitiert. Das habe sich nun geändert, dafür ginge es den anderen Sparten gut.

Die Firma vertreibt ihre Eyeliner und Lippenstifte nicht unter dem eigenen Namen, sondern beliefert große Labels wie Avon, Revlon, LVMH und Procter & Gamble. Diese Kunden verlangten inzwischen hoch individualisierte Produkte, darauf stelle sich das Unternehmen jetzt ein.

Schwan-Stabilo habe daher ein Baukastenprinzip entwickelt, das den Kunden viele Gestaltungsmöglichkeiten gebe. Die Abnehmer könnten unter zahllosen Designvarianten wählen, die Textur bestimmen und auch das Material des Stifts.

Outdoor-Marke Ortovox sorgt für gute Geschäfte

Die Buntstifte der Firma sind hingegen begehrt – und zwar nicht nur die Leuchtmarkierer. Auch das Geschäft mit Schul-Füllern wachse, betonte Schwanhäußer. Das liege vor allem an Neuheiten wie einem Füller, der die ärgerlichen Tinten-Kleckse fast komplett ausschließe.

Im Outdoor-Bereich sorgte insbesondere Ortovox für gute Geschäfte, sagte Divisions-Chef Martin Riebel. Die bayerische Bergsteiger-Marke konzentriere sich konsequent auf Athleten, die sich jenseits der Baumgrenze bewegen. „Wir laufen nicht jedem Trend hinterher“, unterstrich der Manager. Das komme bei den Kunden gut an. „Eine Daunenjacke für den Christkindlesmarkt werden wir niemals herstellen“, so der Spartenchef.

Trotz des Umsatzrückgangs ist Schwan-Stabilo ganz offenbar kerngesund. Die Firma sagt zwar nichts zum Gewinn. Alle Bereiche seien aber profitabel. Und die Eigenkapitalquote liegt bei knapp 50 Prozent. „Wir verfügen über eine stabile und solide Kapitalbasis“, sagte Finanzchef Martin Reim. Zudem hat Gesellschafter Schwanhäußer schnell auf den Umsatzrückgang reagiert und 120 der zuvor gut 5000 Stellen gestrichen.

Im neuen Geschäftsjahr soll der Umsatz um rund fünf Prozent steigen, so Reim. In der Kosmetik sei zwar kein Plus zu erwarten. Outdoor hingegen würde zulegen auch die Buntstifte. Die Pastell-Markierer seien nach wie vor gefragt, meinte Schwanhäußer. „Der zugrundeliegende Trend geht weiter“, so der Unternehmer. Statt grellem Geld bevorzugen die Kunden in den Büros offenbar eher gedeckte Farben.

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