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Familienunternehmen Werhahn-Gruppe steigt mit Bank11 in den Auto-Abo-Markt ein

Bank11-Geschäftsführer Jörn Everhard will mit Smive ein eigenes Auto-Abo-Angebot etablieren. Wegen Corona steigt die Nachfrage. Doch der Markt ist umkämpft.
02.06.2020 - 21:14 Uhr Kommentieren
Der Bank11-Geschäftsführer will mit Smive bei der Auto-Bank einen Auto-Abo-Dienst etablieren. Quelle: Bank11
Jörn Everhard

Der Bank11-Geschäftsführer will mit Smive bei der Auto-Bank einen Auto-Abo-Dienst etablieren.

(Foto: Bank11)

Düsseldorf Eigentlich stand alles bereit, um im April starten zu können. Kunden wurden befragt, Autohändler akquiriert, die Software programmiert, Werbeprospekte gedruckt. Doch dann kam dem Team um Bank11-Geschäftsführer Jörn Everhard, das innerhalb von elf Monaten den eigenen Auto-Abo-Dienst Smive entwickelt hat, die Corona-Pandemie dazwischen. „Wir hatten keine Wahl. Im ganzen Land waren die Autohäuser geschlossen. Wir hielten es für das Beste, den geplanten Start zu verschieben“, sagt Everhard.

Knapp zwei Monate später ist die Corona-Zwangspause für Smive vorbei – und das anfängliche Pech könnte sich in einen glücklichen Zufall verwandeln. Denn das Timing für den Start eines Auto-Abo-Dienstes könnte kaum besser sein.

Wegen der Coronakrise erlebt die individuelle Mobilität ein Comeback. Um keine Infektion zu riskieren, meiden die Menschen den öffentlichen Nahverkehr und fahren stattdessen lieber mit dem eigenen Auto. Wer kein Auto hat und derzeit nicht auf einen Schlag mehrere Zehntausend Euro für ein Fahrzeug ausgeben möchte, der abonniert eines.

Everhard zufolge verändert sich das Zahlungsverhalten der Menschen. „Planungssicherheit spielt eine immer größere Rolle, vor allem in wirtschaftlich unsicheren Zeiten wie jetzt“, sagt der Bank11-Geschäftsführer. „Es wird verstärkt in monatlichen Budgets gedacht, auch im Autobereich.“

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    Auto-Abos haben den Vorteil, dass die Kosten kalkulierbar sind. Die monatliche Rate deckt alle Fixkosten des Fahrzeugs. Der Abonnent muss lediglich Ausgaben für das Tanken einplanen. Außerdem binden sich die Kunden nicht langfristig an ein Fahrzeug. Nach sechs Monaten kann das Abo gekündigt werden.

    Das Besondere an Smive ist, dass erstmals eine Bank, die sich auf die Autofinanzierung spezialisiert hat, einen Auto-Abo-Dienst anbietet. Die Autohändler können dabei auf die Dienstleistungen der Bank zurückgreifen. Diese kümmert sich um die Versicherung des Fahrzeugs, überprüft die Bonität des Kunden und regelt den Zahlungsverkehr. Außerdem stellt sie den Händlern die Abo-Software kostenlos zur Verfügung, mit der die Händler individuelle Abo-Angebote für ihre Kunden erstellen können.

    Smive macht keine Vorgaben zur Höhe des Abo-Preises und dazu, welche Fahrzeuge angeboten werden sollen. Die Händler könnten beispielsweise auch gebrauchte Fahrzeuge zum Abo anbieten. Für jedes Auto, das abonniert wird, verlangt Bank11 im Gegenzug eine Gebühr, deren Höhe sie nicht kommuniziert.

    Bank11, hinter der die milliardenschwere Werhahn-Familie steht, hat eigenen Angaben zufolge eine siebenstellige Summe in die Entwicklung von Smive gesteckt. Für Everhard ist es eine Zukunftsinvestition. Der 46-Jährige glaubt, dass Abos langfristig zulasten der Autofinanzierung gehen könnten. In fünf bis zehn Jahren, so Everhard, könnten bis zu 20 Prozent der neu zugelassenen Fahrzeuge über ein Abo-Modell an Kunden gelangen. „Diese Marktentwicklung wollen wir selbst gezielt innovativ und disruptiv vorantreiben“, erklärt er.

    Umkämpfter Auto-Abo-Markt

    Bevor also ein Start-up von außen der Bank das Geschäft streitig macht, will Everhard mit Smive ein eigenes Angebot etablieren, um neben der reinen Autofinanzierung ein zweites Standbein aufzubauen. Der Bank11-Geschäftsführer konnte Anton Werhahn, Vorsitzender des Verwaltungsrats des Familienunternehmens, von der Idee überzeugen. Von da ging sie durch die verschiedenen Gremien der Werhahn-Gruppe, bis vor etwa elf Monaten das Okay für Smive vom Verwaltungsrat kam.

    Für Everhard ist es nicht das erste Projekt. Er konnte bereits mit dem Start-up Yareto, einem Autokreditportal, das Bank11 mittlerweile ausgegliedert hat, Erfahrungen mit der Gründung eines jungen Unternehmens sammeln. Dort hat Everhard eigenen Aussagen zufolge gelernt, wie wichtig es ist, dass man agil programmiert und sein Angebot schnell anpasst.

    Das Team von Smive wurde deswegen bewusst klein gehalten. Insgesamt arbeiten sechs Personen ausschließlich an diesem Projekt, drei davon sind Programmierer. Über die Entwicklungen von Smive berichtet der Bank11-Geschäftsführer an Alexander Boldyreff, Aufsichtsratsvorsitzender von Bank11 und Mitglied des Vorstands der Werhahn-Gruppe. Ein erstes Zwischenfazit will Everhard im September ziehen und das Angebot gegebenenfalls anpassen.

    Allerdings wird sich Smive in einem Markt etablieren müssen, in den immer mehr Akteure einsteigen. Neben Start-ups wie Cluno, Vive la Car oder Like 2 Drive mischen unter anderem auch die Autobauer Toyota und Volvo mit. Die Start-ups haben im Gegensatz zu Smive zum Teil bereits jahrelang Erfahrung im Auto-Abo-Markt sammeln und Kooperationen mit Autobauern aufbauen können. Die Autobauer wiederum verfügen über höhere finanzielle Mittel.

    Everhard ist dennoch zuversichtlich. „Der Automarkt ist kein ‚The winner takes it all‘-Markt. Deswegen glaube ich, dass neben Smive viele weitere Abo-Anbieter, egal ob Start-ups oder Autohersteller, koexistieren können“, sagt er.

    Optimismus schöpft der Bank11-Chef aus dem guten Start von Smive. Eigenen Angaben zufolge hatten bereits nach einer Woche 28 Händler den Abo-Dienst angefragt. Das Portfolio umfasst über 200 Fahrzeuge. „Wir befinden uns jetzt noch in einer Pilotphase“, sagt Everhard. „Aber wenn wir bis Jahresende mit Smive mehr als 500 Abos realisieren sollten, wären wir sehr zufrieden.“

    Mehr: Mathias Albert leitet Vive La Car – ein Start-up, das Autos im Abo anbietet. Mit BMW hat er jetzt einen wichtigen Partner gewonnen.

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