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Farmer Connect Das Start-up von David Behrends macht die Kaffee-Lieferkette transparenter

Mit einer App von Farmer Connect können Kaffeetrinker die Herkunft ihres Lieblingsgetränks nachvollziehen – und Bauern direkt unterstützen.
23.03.2020 - 15:06 Uhr Kommentieren
Mit einer App des Genfer Start-ups können Kaffeetrinker nicht nur nachvollziehen, auf welcher Plantage ihr Kaffee angebaut wurde. Sie können die Bauern vor Ort auch direkt unterstützen. Quelle: Imago
Kaffeebohnen

Mit einer App des Genfer Start-ups können Kaffeetrinker nicht nur nachvollziehen, auf welcher Plantage ihr Kaffee angebaut wurde. Sie können die Bauern vor Ort auch direkt unterstützen.

(Foto: Imago)

Zürich Hand aufs Herz: Wissen Sie, wo Ihr Kaffee herkommt? Das Herkunftsland steht vielleicht noch auf der Packung, doch spätestens an der Kaffeerösterei verläuft sich meist die Spur. Das Schweizer Start-up Farmer Connect will das Kaffeerätsel nun lösen: „Unsere Plattform ermöglicht innerhalb der Lieferkette eine größere Transparenz für alle beteiligten Parteien“, erläutert Firmengründer David Behrends.

Mit einer App des Genfer Start-ups können Kaffeetrinker nicht nur nachvollziehen, auf welcher Plantage ihr Kaffee angebaut wurde. Sie können die Bauern vor Ort auch direkt unterstützen. Und was mit Kaffee bereits klappt, soll künftig auch mit Kakaobohnen oder Tee funktionieren.

Die Idee dazu kam dem Amerikaner Behrends vor knapp drei Jahren auf einer Konferenz. „Studien haben gezeigt, dass die Bauern von einer Tasse Kaffee für drei Euro etwa fünf Cent erhalten“, sagt Behrends. „Viele Leute würden gerne etwas mehr bezahlen, wenn sie sicher sein könnten, dass der zusätzliche Betrag direkt an die Kaffeebauern geht oder die Lebensgrundlage der Landwirte verbessert.“

Die Fair-Trade-Idee ist alt, doch Farmer Connect setzt auf moderne Technik, um die Lieferketten transparent zu machen. Die App namens „Thank My Farmer“ soll Bauern und Käufer zusammenbringen. Wer den Code auf der Kaffeepackung scannt, sieht den Weg, den der Kaffee genommen hat. Nutzer können auch Projekte vor Ort unterstützen, etwa für bessere Schulen oder nachhaltigen Anbau. Und: Sie können den Fortschritt der Vorhaben verfolgen.

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    Die App ist nur ein Produkt des Start-ups. Die Schweizer wollen die komplette Lieferkette per Blockchain dokumentieren. Das ist eine dezentrale Datenbank, mit der Daten von vielen Teilnehmern eines Netzwerks gemeinsam verwaltet werden, um Fälschungen zu verhindern. Die Blockchain-Technik liefert der IT-Konzern IBM.

    „Unsere Plattform ermöglicht innerhalb der Lieferkette eine größere Transparenz für alle beteiligten Parteien.“ Quelle: IBM Deutschland
    Firmengründer David Behrends

    „Unsere Plattform ermöglicht innerhalb der Lieferkette eine größere Transparenz für alle beteiligten Parteien.“

    (Foto: IBM Deutschland)

    „Farmer Connect zeigt, wie die Blockchain für mehr Transparenz und Nachhaltigkeit in der Nahrungsmittelbranche sorgen kann“, sagt Christian Schultze-Wolters, der bei IBM das Blockchain-Geschäft in Deutschland, Österreich und der Schweiz leitet.

    Behrends kennt die Kaffeewelt und ihre Eigenheiten: Nach seinem Bachelorstudium in Finanzen lebte er jahrelang in Südamerika, arbeitete danach für einen amerikanischen Kaffeekonzern. 2015 kam er zum Schweizer Kaffeehändler Sucafina. Gemeinsam mit Kollegen gründete er in Genf im vergangenen Jahr Farmer Connect.

    Noch funktioniert die „Thank My Farmer“-App in Europa nur mit dem Kaffee des belgischen Kaffeerösters Beyers. Noch in diesem Jahr will Farmer Connect jedoch den deutschen Markt aufmischen. „Wir führen derzeit vielversprechende Gespräche mit einer Reihe von Firmen in Deutschland“, sagt Gründer Behrends. Zugleich läuft die Investorensuche.

    Das Start-up setzt darauf, dass sich nicht nur Hersteller, sondern auch Kaffeeröster, Händler und Supermarktketten für die Technik begeistern. Das ist eine große Hürde, denn Verschwiegenheit gehört zum Kaffeebusiness wie der Milchschaum zum Cappuccino. Firmengründer Behrends glaubt trotzdem an den Erfolg seiner Idee: „Mehr Transparenz auf dem Kaffeemarkt ist gut für alle“, ist er überzeugt.

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