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Finanzierung für Gründer Steinhilber Gegen den Auto-Besitz – Leasing-Start-up Vehiculum sammelt sieben Millionen Euro ein

Die Online-Plattform Vehiculum wickelt schon jetzt Leasing-Verträge im Wert von 300 Millionen Euro ab. Nun wollen die Gründer ins Privatkundengeschäft einsteigen.
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Der Vehiculum-Gründer überzeugt neue Investoren. Quelle: Vehiculum
Lukas Steinhilber

Der Vehiculum-Gründer überzeugt neue Investoren.

(Foto: Vehiculum)

Düsseldorf Für Autos hat Lukas Steinhilber, 29, schon immer etwas übriggehabt. Klar, meint der Mitgründer der Autoleasing-Plattform Vehiculum, schließlich sei er in Stuttgart geboren. Nun konnte sein Start-up mit Runa Capital einen neuen Investor für sich gewinnen.

Auch die bisherigen Investoren Coparion, der Mobility Fund und der Gründer des Kreditvergleichsportals Smava, Alexander Artopé, gaben wieder Geld für die Leasing-Plattform. Sie hatten bereits 2017 die Seed-Finanzierung gestemmt. Mit der aktuellen Finanzierungsrunde in Höhe von sieben Millionen Euro hat das Start-up rund um Vorstandschef Lukas Steinhilber inzwischen insgesamt zehn Millionen Euro Wagniskapital eingesammelt.

Seit 2003 lebt Steinhilber in Berlin und will dort auch nicht mehr weg. Nach dem dualen Studium der Betriebswirtschaftslehre und der parallelen Ausbildung beim Medizintechnik-Produkte-Hersteller Biotronik heuerte Steinhilber kurz nach der Gründung bei der Online-Marketing-Agentur Fingerspitzengefühl an.

Dort lernte er auch seinen Mitgründer Melchior Bauer, 40, Experte für Finanzen, kennen. Als die Agentur einmal Fahrzeuge leasen wollte, merkten die beiden, wie intransparent der Markt damals war. Das wollten sie ändern und gründeten im Sommer 2015 gemeinsam Vehiculum.

Als dritter Gründer stieß kurz darauf Guy Moller, 46, als Technikchef dazu. Früh engagierte sich auch Michael Kern als Business Angel. Er war früher Markenvorstand von VW und Vorstandschef von Polo Motorrad.

Der Leasingmarkt war noch nicht digital, die Branche profitierte von der Intransparenz, und die großen Firmen leasten die Fahrzeuge von den Leasingtöchtern der großen Hersteller. Deshalb konzentrierten sich die Gründer auf Mittelständler als Kunden, die zwischen einem und 50 Autos brauchen.

Vehiculum hat keine eigenen Fahrzeuge, aber einige der größten Autohandelsgruppen wie die Emil-Frey- oder die Löhr-Gruppe als Partner. So stellen sie sicher, dass die Fahrzeuge schnell bei den Kunden ankommen.

Inzwischen laufen über die Plattform Verträge im Wert von 300 Millionen Euro. Bei den Kundenrezensionen gibt es auch mal Kritik. Der Tüv Saarland aber bewertet den Service mit „sehr gut“, die Bewertungsplattform Ekomi vergibt im Schnitt 4,7 von 5 Punkten.

Investor Jan-Christoph Rickers vom Mobility Fund, der unter anderem auch in Auto1 investiert hat, schätzt das Gründerteam von Vehiculum und dessen Ansatz. „Wir haben uns auch mit Wettbewerbern unterhalten“, sagt Rickers.

Konkurrenz für lokale Händler und Sixt

An Vehiculum habe ihn unter anderem überzeugt, dass das Team nicht einfach nur eine Plattform gebaut habe, die zwischen zwei Parteien vermittelt, sondern selbst Verträge mit den Leasingkunden abschließe. Dadurch stünden die Gründer für den Prozess gerade.

Im nächsten Schritt wollen die Gründer das Geschäft ausbauen und im ersten Quartal 2019 auch mit dem Privatkundengeschäft starten. Ihr wichtigster Konkurrent dabei sind der lokale Autohandel und Sixt Leasing.Steinhilber setzt auf den Trend, dass immer weniger Menschen selbst ein Auto besitzen wollen. Sie wollten die Fahrzeuge künftig auch eher kürzer als länger nutzen, meint der Gründer.

Derzeit bieten deshalb bereits Volvo, Mercedes und Sixt Abo-Modelle an, die jederzeit kündbar sind oder über sehr kurze Laufzeiten verfügen. Allerdings seien die noch sehr teuer, rechnet Steinhilber vor. Zurzeit koste ein Auto im Abo für ein halbes Jahr 800 Euro im Monat, beim Leasing über zwei Jahre seien es nur 300.

Sollten sich die Preise zwischen Abo und Leasing weiter angleichen, will Vehiculum auch in das Geschäft einsteigen. Darüber hinaus befeuere die Unsicherheit über Dieselfahrverbote das Leasinggeschäft, stellt Steinhilber fest: Der Gründer geht davon aus, dass in fünf bis sieben Jahren kaum noch jemand ein Auto kaufen wird.

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