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Fintech Die Elbe Finanzgruppe hat einen neuen Namen – und große Pläne

Der Dresdener Finanzdienstleister heißt ab sofort Aifinyo. Gründer Stefan Kempf bereitet damit Übernahmen in der Fintechbranche vor.
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Der Dresdener benennt sein Unternehmen um. So setzt er ein Zeichen für den Wandel. Quelle: Elbe Finanzgruppe
Stefan Kempf

Der Dresdener benennt sein Unternehmen um. So setzt er ein Zeichen für den Wandel.

(Foto: Elbe Finanzgruppe)

Hamburg Die Dresdener sind in der Regel Lokalpatrioten. Daher ist es kein Wunder, dass Stefan Kempfs Unternehmen bislang nach dem Fluss benannt ist, der durch die Stadt fließt: Elbe Finanzgruppe. Nun, sieben Jahre nach der Gründung, tauft Kempf sein Unternehmen um. Aus dem gediegenen Namen Elbe Finanzgruppe wird Aifinyo. Damit wolle er sich auch auf Übernahmen außerhalb Dresdens vorbereiten, sagte Kempf dem Handelsblatt.

Der Namenswechsel ist ein Zeichen für den Wandel in den vergangenen Jahren. Geblieben ist Kempfs Fokus auf Finanzdienstleistungen für kleine und mittlere Unternehmen: etwa für kleine Onlinehändler, Handwerker, Freiberufler und Start-ups. Doch in den vergangenen Jahren ist viel passiert: Finetuning am Geschäftsmodell, der Börsengang 2018 und die Fusion mit einem Konkurrenten vor wenigen Wochen.

Hauptprodukt des Unternehmens ist die Vorfinanzierung von Rechnungen. Unter der Marke Rechnung 48 erhalten Kempfs Kunden innerhalb von zwei Tagen Geld für Rechnungen, die sie stellen. Zudem bietet Kempf etwa die Vorfinanzierung von Wareneinkäufen an – ebenfalls ein Instrument für kleinere Unternehmen, liquide zu bleiben.

2018 generierte Kempf so ein Transaktionsvolumen von 214 Millionen Euro. Der eigene Umsatz verdoppelte sich auf 28 Millionen Euro, der Vorsteuergewinn lag bei 929.000 Euro. Der neue Name steht für das Vorhaben, am wachstumsstarken Markt der Fintechs teilzuhaben. Die Marke Aifinyo ist etwas erklärungsbedürftig: „Ai“ steht für Artificial Intelligence (AI), also Künstliche Intelligenz, „fin“ für Finanzen und „yo“ für you, das englische Du.

„Künstliche Intelligenz wird das bestimmende Thema für die Branche in den nächsten fünf bis zehn Jahren“, sagt Kempf. Um dafür gerüstet zu sein, verschmilzt sein Unternehmen mit dem Fintech-Start-up Decimo, das ebenfalls Rechnungsvorfinanzierung anbietet. Kempf erhofft sich davon neue Kunden und auch den Zugriff auf die Technologie.

Der Deal soll nicht der letzte bleiben. „Wir führen derzeit aktiv Gespräche mit mehreren Parteien über Fusionen oder Übernahmen“, so Kempf. Die Börsennotierung und die Profitabilität seien gute Voraussetzungen, eine aktive Rolle bei der Konsolidierung der Branche zu spielen.

Kundenbasis ausgebaut

Denkbar sei auch der Zusammenschluss mit einem älteren Unternehmen aus dem Bereich Leasing, Faktoring und Inkasso, das allein für die Digitalisierung schlecht gerüstet ist. „Wir wollen kluge Köpfe und Kunden bei uns aufnehmen“, sagte Kempf. Denkbar wäre dafür auch eine Investorenrunde über eine Kapitalerhöhung.

Der 41-jährige Bankkaufmann mit Masterabschluss der Privatuni Frankfurt School of Finance hat bis 2006 im Investmentbanking bei der Commerzbank gearbeitet, anschließend bei mittelständischen Finanzdienstleistern. 2012 machte er sich selbstständig. „Das war direkt nach der Lehman-Pleite. Damit waren wir vor der großen Fintech-Welle, die in den Jahren danach losrollte“, erinnerte er sich.

Die Zeit hat er genutzt, um die Kundenbasis auszubauen. Beteiligt ist unter anderem die Beteiligungsgesellschaft SIB der Ostsächsischen Sparkasse Dresden. „Für uns ist es wichtig, zu sehen, wie die Elbe Finanzgruppe arbeitet, wie das Management funktioniert und wo wirklich Geld investiert wird“, teilte deren Chef Christian Müller mit, als die Kooperation verlängert wurde.

Analysten beobachten die im Mittelstandssegment in München notierte Aktie nicht. Der Kurs hat jedoch seit dem Börsengang deutlich zugelegt.

Mehr: Fintechs und Technologiefirmen mischen den Bankenmarkt auf. Das kann Innovationen und den Wettbewerb fördern, braucht aber auch klare Regeln.

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