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Florian Pachaly und Fabian Eckert Die Recup-Gründer wollen die Gewinner der Einwegbecher-Diskussion werden

Die Umweltministerin will die durch To-go-Getränke verursachte Müllflut bekämpfen. Zwei Münchener könnten mit ihrem Pfandsystem Recup profitieren.
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Die beiden Gründer haben mit Recup ein Pfandsystem für Kaffeebecher entwickelt. Quelle: Recup
Florian Pachaly (l.) und Fabian Eckert

Die beiden Gründer haben mit Recup ein Pfandsystem für Kaffeebecher entwickelt.

(Foto: Recup)

MünchenWas aus Berlin kommt, wird in München grundsätzlich erst einmal skeptisch beäugt. Die jüngsten Pläne von Bundesumweltministerin Svenja Schulze allerdings sind zumindest für die beiden Münchener Gründer Fabian Eckert, 29, und Florian Pachaly, 23, durchweg positiv. Die SPD-Politikerin hat der Flut an Einweg-Kaffeebechern am Dienstag den Kampf angesagt. Die zwei Jungunternehmer haben eine Alternative für die Konsumenten: das Pfandsystem „Recup“.

„Wir werden die Hersteller von Einwegbechern künftig stärker zur Kasse bitten“, gab sich Schulze kämpferisch. Sie wolle auf Mehrweg setzen: „Wir werden rasch in der Regierung entscheiden, wie wir diesen Ansatz stärken können.“

Eckert und Pachaly stehen parat. Vor gut zweieinhalb Jahren haben sie ihr Unternehmen Recup gegründet. Seither haben sie ein Pfandsystem für Mehrweg-Kaffeebecher aufgebaut, das vom Alpenrand bis Ostfriesland reicht.

An mittlerweile 2400 Standorten können Kaffeetrinker die Gefäße für einen Euro ausleihen und auch zurückgeben. Längst sind es nicht mehr nur Cafés und Bäckereien, die mitmachen, sondern auch Firmen wie die Allianz und Sky oder Supermärkte wie Alnatura und Basic.

Es könnte momentan nicht besser laufen für das Start-up mit seinen 26 Mitarbeitern. „Jeder Einwegbecher, der genutzt wird, ist einer zu viel“, erklärte am Dienstag die Präsidentin des Umweltbundesamts, Maria Krautzberger. „Einwegbecher verschwenden Ressourcen und verschmutzen unsere Umwelt.“

„Die Politik kann natürlich viel mehr bewegen als ein kleines Unternehmen wie wir“, meint Gründer Eckert. Er und sein Partner hatten die Idee unabhängig voneinander im Studium, als ihnen die Massen von Einwegbechern auffielen. „Das ist etwas, was so unglaublich unnötig ist“, sagt Eckert. In Rosenheim testeten sie das Konzept zunächst im Herbst 2016. Ein halbes Jahr später gingen sie bereits mit 50 Partnern in München an den Start. Recup finanziert sich durch Gebühren der Gastronomen.

Die Worte wirken

Vielerorts stößt Recup indes auf lokale Konkurrenz, etwa auf „Better World Cup“ in Berlin oder „Hannoccino“ in Hannover. Der Göttinger Wettbewerber „FairCup“ wurde am Dienstag als erstes Mehrwegbechersystem mit dem Umweltsiegel „Blauer Engel“ ausgezeichnet.

Der lebhafte Wettbewerb ist nicht weiter überraschend, es geht um ein gewaltiges Umweltproblem. 2,8 Milliarden Einwegbecher für Heißgetränke gingen zuletzt in Deutschland pro Jahr über die Theken. Eckert glaubt, dass letztlich zwei, drei Anbieter übrig bleiben werden. Der Aufwand, die Partner zu betreuen, sei riesig und für lokale Initiativen nicht zu bewältigen.

Inzwischen fasst Recup auch international Fuß. Zu Jahresbeginn begann ein Test im südafrikanischen Durban, das Konzept verfolgen zudem Partner in Belgien und Irland. Darüber hinaus versuchen die Bayern neuerdings, Wegwerfgeschirr durch Pfand-Essensboxen zu ersetzen. Das nennt sich „Rebowl“ und wird seit ein paar Tagen in München ausprobiert.

Die starken Worte von Ministerin Schulze zeigen unterdessen Wirkung. Bis Mittwochmittag hätten sich bereits sechs neue Partner angemeldet, sagte Eckert dem Handelsblatt. Bis zum Herbst sollen 800 dazukommen. An Selbstbewusstsein mangelt es dem Jungunternehmer nicht. Recup sei der Weltmarktführer, meint Eckert: „Wir sind der erste Anbieter in dieser Skalierung.“

Mehr: Was Unternehmen bereits gegen Plastikmüll in ihren Kantinen tun, lesen Sie hier.

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