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Florian und Michael Sieber Dieses Vater-Sohn-Gespann hat Märklin auf die Erfolgsspur zurückgeführt

Mit der Modelleisenbahnmarke sind die Spielzeug-Unternehmer Florian und Michael Sieber erfolgreich. Im Mutterkonzern Simba-Dickie tun sie sich dagegen schwer.
24.01.2020 - 13:35 Uhr Kommentieren
Vor sieben Jahren übernahmen die Unternehmer die angeschlagene Modeleisenbahnmarke. Quelle: Wolf Heider-Sawall/laif
Michael und Florian Sieber

Vor sieben Jahren übernahmen die Unternehmer die angeschlagene Modeleisenbahnmarke.

(Foto: Wolf Heider-Sawall/laif)

München Deutschlands bekannteste Modellbahnmarke ist wieder gefragt. „Mit unserer Umsatzentwicklung sind wir sehr zufrieden“, sagt Florian Sieber, 34, geschäftsführender Gesellschafter von Märklin. Im laufenden Geschäftsjahr, es endet am 31. März, werde der Umsatz um fünf Millionen auf 117 Millionen Euro steigen. Das Plus ist nicht selbstverständlich, lange dümpelte das Geschäft des Mittelständlers aus Göppingen vor sich hin. Nun scheint Sieber aber wieder den Geschmack der Kunden zu treffen.

Gemeinsam mit Vater Michael, 63, hat Florian Sieber die angeschlagene Modelleisenbahnmarke vor sieben Jahren übernommen. Jahrelang sanierten die Franken den zeitweise hochdefizitären Hersteller, während die Umsätze stagnierten. Märklin verschwand immer mehr aus den Kinderzimmern.

Das hat sich inzwischen geändert. Es ist nun bereits das zweite Mal in Folge, dass das Label kräftig zulegt. Die Werbung von Märklin in den vergangenen Jahren habe sich gelohnt, bilanziert Florian Sieber. Sie sei zielgerichtet und effizient auf modellbahnaffine Neukunden ausgerichtet.

Dabei habe er sich auf Online-Plattformen wie Facebook, Instagram oder Youtube konzentriert. Sieber: „Das Image der Modellbahn hat sich gewandelt. Das Hobby ist aus der Kellerecke raus.“

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    Märklin steht also wieder unter Dampf. Im ihrem Kerngeschäft dagegen tun sich Vater und Sohn Sieber schwer. Der Umsatz ihrer Simba-Dickie-Gruppe sei vergangenes Jahr zwar um 14 Prozent auf 702,3 Millionen Euro gestiegen, teilten die Spielzeugfabrikanten mit.

    Das lag aber vor allem daran, dass sie zwei Firmen übernommen haben: den französischen Puppenanbieter Corolle und den amerikanischen Modellautohersteller Jada Group. Das Plus aus eigener Kraft lag lediglich bei einem Prozent. Zum Gewinn äußerte sich die Familienfirma mit ihren knapp 3100 Mitarbeitern nicht. Nur so viel: Die Ertrags- und Finanzsituation sei „sehr gut, solide und äußerst stabil“.

    Größter deutscher Spielzeugkonzern

    Vor Jahresfrist hatten sich die Siebers ein Umsatzplus von sechs Prozent vorgenommen. Trotzdem sind sie zufrieden. „Bedenkt man, dass wir in einem weiterhin sehr schwierigen Marktumfeld mit Krisen in vielen Ecken der Welt arbeiten, ist diese Entwicklung als großer Erfolg zu werten“, so Finanzchef Manfred Duschl.

    Zu Simba-Dickie gehören Marken wie der Bobby-Car-Hersteller Big, die Modellautolabels Schuco und Majorette oder der Spieleverlag Noris. Michael Sieber hatte den Konzern mit seinem Vater Fritz im Jahr 1982 gegründet. 2018 holte er Sohn Florian als Co-Chef an Bord. Zuvor hatte sich Sieber-Junior hauptsächlich um Märklin gekümmert.

    Michael Sieber hat in den vergangenen fast vier Jahrzehnten den größten deutschen Spielzeugkonzern geschaffen. Er hat sich dabei nie um die Konventionen der Industrie geschert. Während alle anderen noch zu horrenden Kosten in Deutschland fertigten, begann er in den 80er-Jahren mit dem Spielwarenimport aus Asien.

    Als auch der letzte Konkurrent anfing, in China zu produzieren, kaufte Sieber Werke in Europa. Auch mit Märklin wagte er sich an eine Aufgabe, die sich kein Wettbewerber zutraute.

    Die Siebers hoffen, dass die Erlöse von Simba-Dickie dieses Jahr um gut drei Prozent auf 725 Millionen Euro wachsen werden. Die Basis dafür wollen sie in der neuen Woche legen: Am Mittwoch beginnt die Spielwarenmesse in Nürnberg. Die Franken sind einer der größten Aussteller mit ihren mehr als 20 Marken. Die Abendessen für Hunderte Gäste in der Zentrale in Fürth sind legendär.

    Gefeiert wird bald auch bei Märklin in Göppingen. Im Sommer soll das 3000 Quadratmeter große „Märklineum“ die Türen öffnen, eine Erlebniswelt mit riesiger Modellbahnanlage. Ursprünglich wollten die beiden Unternehmer das moderne Museum mit angeschlossenem Shop schon Ende vergangenen Jahres einweihen, pünktlich zum 160. Geburtstag der Marke. Doch die Arbeiten zogen sich in die Länge. Aber was sind schon ein paar Monate bei einer so langen Historie.

    Mehr: Verbraucher kaufen inzwischen fast die Hälfte aller Spielwaren im Internet. Fachgeschäfte überleben nur, wenn sie mehr bieten als Ware im Regal.

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