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Georg Moser und Jan Taube Soccerwatch bringt den Amateurfußball live ins Netz

Das Start-up rüstet Vereine mit einem eigenen Kamerasystem aus und will die Bilder vermarkten. Doch es gibt Konkurrenz.
22.08.2018 - 18:07 Uhr Kommentieren
Soccerwatch: DFB kooperiert mit Streaming-Start-up Quelle: Soccerwatch
Soccerwatch-Gründer

Georg Moser (l.) und Jan Taube präsentieren eine ihrer Kameras, die dem Geschehen auf dem Platz automatisch folgen und auch Tore erkennen.

(Foto: Soccerwatch)

München Wenn Georg Moser und Jan Taube zur Arbeit fahren, kommen sie am Essener Stadion vorbei. Direkt gegenüber spielt der Fußballklub Rot-Weiss, Regionalliga West. „Leider sind sie noch nicht unsere Kunden, aber wir arbeiten daran“, sagt Taube. Der 34-Jährige ist seit kurzem Co-Geschäftsführer von Soccerwatch – und will den Amateurfußball revolutionieren.

25.000 Vereine kicken in Deutschland, 1,8 Millionen Spiele gibt es pro Jahr – bislang abseits der Öffentlichkeit. Soccerwatch will das ändern: Die Firma hat ein eigenes Kamerasystem entwickelt, das sich am Spielfeldrand aufhängen lässt. Per LTE werden die Bilder vom Partner Vodafone in die Cloud übertragen und live gestreamt. Für die Installation braucht es nur einen Stromanschluss.

8,90 Euro kostet die Kamera pro Monat, für drei Jahre verpflichten sich die Vereine. Das eigentliche Geschäftsmodell: die Spiele-Vermarktung. Sponsorenpakete verkauft Soccerwatch schon ab 250 Euro. Dafür kann der lokale Bäcker direkt vor der Übertragung werben. Die Einnahmen teilen sich Verein und Start-up.

Die Kamera folgt dem Geschehen auf dem Platz dank künstlicher Intelligenz (KI) vollautomatisch. Sie erkennt Tore, schneidet direkt nach Schlusspfiff einen Highlight-Clip. „Die Kamera verfolgt nicht den Ball oder schaut aufs Schwarmverhalten der Spieler“, erklärt Co-Gründer Moser. „Die Software lernt stattdessen, wie ein Spiel funktioniert.“

80 Systeme hängen schon in NRW. Das Ziel der Gründer: Bundesweit 5 000 Geräte in drei Jahren. Eigentlich sollten bis Ende 2018 schon 500 an den Plätzen hängen. Doch der Absatz stockt. Zum einen, weil bald die nächste Kamerageneration bereitsteht. Zum anderen, weil es einen Wettlauf gibt: Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat mit dem Konkurrenten Sporttotal eine langfristige Kooperation vereinbart.

Allerdings könnte es sich um ein abgekartetes Spiel handeln, wie der „Spiegel“ berichtete. Denn Sporttotal gehöre einem alten Schulfreund von DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius. Bei Soccerwatch wollen sie die Vorgänge nicht kommentieren. „Fußball ist eben sehr viel Politik“, sagt Taube. „Daher ist es wichtig, sich mit den Verbänden abzustimmen.“ Mit dem Saarland wurde eine erste Partnerschaft besiegelt. Weitere sollen bald folgen.

Adesso ist beteiligt

Taube war früher Eishockey-Profi, spielte vier Jahre in der obersten deutschen Liga. Nach der Sportkarriere ging er in die Beratung, vor vier Jahren wechselte er zu Eurowings, leitete dort zuletzt den europäischen Firmenkundenvertrieb. Moser ist Maschinenbauer und hat vorher bereits selber ein Unternehmen gegründet. Unter den fünf anderen Mitgründern sind Informatiker und Werkzeugmacher. 25 Leute sind heute bei Soccerwatch fest angestellt, dazu kommen 15 Freiberufler.

Mehrere Millionen Euro sind schon in das Start-up geflossen. Mit 31,44 Prozent ist der IT-Dienstleister Adesso beteiligt, von dort kommen auch viele Mitarbeiter. „Wir sehen in Soccerwatch einen der spannendsten Ansätze der digitalen Transformation im Sport“, sagt Adessos Finanzchef Christoph Junge.

Als Technologiefirma könne Soccerwatch künftig auch als Lizenzgeber im Ausland verdienen. „Andere Sportarten bieten weitere Potenziale“, glaubt Junge. Wie groß das Potenzial allein im Amateurfußball ist, zeigte Ende Juli das Spiel ETB Schwarz-Weiß, fünfte Liga, gegen Bundesligist Schalke 04. Die ersten acht Minuten brach der Server zusammen – 45.000 Leute wollten die Partie sehen.

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