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Gesundheit Cliniserve verbessert die Kommunikation von Pflegern und Patienten per App

Das Start-up Cliniserve hat eine App entwickelt, die die Arbeitsabläufe im Krankenhaus effizienter machen soll. Das weckt das Interesse von Investoren.
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Jaakko Nurkka, Julian Nast-Kolb und Quirin Körner (von links) wollen die Kommunikation zwischen Patient und Personal verbessern. Quelle: Cliniserve
Cliniserve

Jaakko Nurkka, Julian Nast-Kolb und Quirin Körner (von links) wollen die Kommunikation zwischen Patient und Personal verbessern.

(Foto: Cliniserve)

München Als sich Julian Nast-Kolb (29) beim Fußball am Knie verletzte, konnte er die Situation aus nächster Nähe beobachten. Die Pflegekräfte im Krankenhaus waren bemüht, doch sie mussten viele Wege laufen.

Klingelt ein Patient, müssen sie nachsehen, ob es etwas Dringendes ist. War etwas Luft, zückte Nast-Kolb sein Handy, und zeigte den Pflegekräften, wie man ihren Alltag etwas effizienter gestalten könnte.

Der junge Unternehmer hat gemeinsam mit zwei Kollegen das Startup Cliniserve gegründet. Kern ist eine App für das Handy, die die Kommunikation zwischen Patient und Personal ermöglichen und auf der Station die internen Prozesse verbessern soll.

Laut Studien verbringen Pflegekräfte nur einen kleinen Teil ihrer Zeit mit Patienten. „Das wollen wir ändern“, sagt Nast-Kolb. Pro Schicht und Pflegekraft könnten damit 25 Minuten eingespart werden – weil die Krankenpfleger zum Beispiel gleich mit dem Glas Wasser kommen, statt zweimal zu laufen. Über die App können die Angestellten auch zum Beispiel die Reinigung oder den Bettentransportdienst verständigen.

13 Kliniken haben die Technologie auf Stationen schon im Einsatz. Cliniserve hat knapp zwei Jahre nach der Gründung jetzt nach Informationen des Handelsblatts in einer ersten Finanzierungsrunde Investoren gewonnen.

Demnach beteiligen sich Bayern Kapital, drei Business-Angels und der amerikanische Investment-Fonds Plug and Play. Letzterer ist einer der aktivsten Investoren weltweit und hat viel Expertise im Health-Bereich. „Die Digitalisierung der Gesundheitsbranche steht noch ziemlich am Anfang“, sagte Bayern-Kapital-Geschäftsführer Georg Ried.

Das Marktpotenzial sei groß, das Thema Software biete zudem gute Skalierungschancen. Die Kehrseite ist, dass Geschäftsmodelle, die auf einer App basieren, leichter kopierbar sind. „Was uns vor anderen Start-ups schützt, sind zwei Jahre Erfahrung, wie man so eine Technologie in den Krankenhausalltag integriert“, sagt der 28-jährige Mitgründer Quirin Körner.

Bettposition statt Patientenname

Noch gibt es auf diesem Sektor nicht viel Konkurrenz. Es könnte zum Beispiel jederzeit passieren, dass die großen Anbieter von Krankenhaus-Informations-Systemen auf den Zug aufspringen. Daher versucht Cliniserve, immer mehr Prozesse zu digitalisieren und zu integrieren.

Die Patienten benutzen dann ihr eigenes Gerät, dem Personal werden Smartphones gestellt, die nur für die App genutzt werden können. Investor Ried – Bayern Capital ist eine Tochter der Lfa Förderbank – ist von dem Geschäftsmodell überzeugt: „Cliniserve adressiert einige der größten Probleme in den Kliniken wie die zu hohe Arbeitsbelastung der Pflegekräfte und den grassierenden Fachkräftemangel.“

Der Arbeitsmarkt sei leer gefegt, da seien Verbesserungen der Effizienz wichtig. Nächster Schritt sei es nun, das Produkt im Markt zu etablieren. Die drei Gründer hatten sich im Rahmen des Zusatzstudienprogramms CDTM (Center for Digital Technology and Management) kennengelernt und ein interdisziplinäres Projekt gemacht.

„Wir wollten dann gemeinsam etwas Vernünftiges machen, bei dem wir einen Sinn sehen“, berichtet Mitgründer Jaako Nurkka (28), der zuständig für die technischen Entwicklungen ist. So sei man auf das Thema Pflege gekommen.

Die Idee sei es gewesen, weitgehend bestehende Personalressourcen zu nutzen und eine Lösung zu entwickeln, die sofort Verbesserungen bringt. Dabei galt es unter anderem, Datenschutzprobleme zu berücksichtigen. Die Kommunikation enthält nicht den Namen des Patienten, sondern die Position des Bettes.

Auch kann die Arbeitsleistung einzelner Pflegekräfte mit dem Programm nicht dokumentiert werden. Zunächst wollen die drei das Unternehmen weiter aufbauen. Sie können sich aber vorstellen, das Start-up später einmal zum Beispiel an einen Health-Spezialisten zu verkaufen, der sein Angebot ergänzen will. „Wahrscheinlich ist das nicht eine Firma, die wir für 50 Jahre aufbauen“, sagt Jaakko Nurkka, „wir sind jung, wir wollen was bewegen.“

Mehr: Bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens hat Deutschland Nachholbedarf. Doch das Interesse der Patienten an den digitalen Anwendungen wächst.

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus unserem neuen Newsletter „Handelsblatt Inside Digital Health“. Zweimal in der Woche analysieren wir dort die neuesten Entwicklungen im Bereich digitale Gesundheit.
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