Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Günther Schuh E-Macher mit Vorschub: Dieser Professor nimmt es mit den großen Autobauern auf

Günther Schuh baut bezahlbare Elektroautos. Damit hat der Professor der Tech-Uni Aachen den großen Autokonzernen etwas voraus.
Kommentieren
Schuh ist kein verkopfter Professor. Entweder er sagt, was er denkt, oder er baut es. Quelle: dpa
Günther Schuh

Schuh ist kein verkopfter Professor. Entweder er sagt, was er denkt, oder er baut es.

(Foto: dpa)

Aachen Günther Schuh ist ein Professor mit einer seltenen Fähigkeit: Er kann seinen Zuhörern Kompliziertes verständlich erklären und sie dabei sogar unterhalten. Er kann das so gut, dass die Bundesregierung den Professor der RWTH Aachen als Eröffnungsredner zum Autogipfel eingeladen hat.

Dort durfte Schuh seine Erklär- und Entertainmentfähigkeiten vor einem erlesenen Publikum unter Beweis stellen – den Autobossen der Republik: VW-Chef Herbert Diess, Daimler-CEO Ola Källenius und dem BMW-Vorstandsvorsitzenden Harald Krüger.

Dass er überhaupt auf dem Autogipfel referieren durfte, hatte allerdings weniger mit seinem Unterhaltungswert zu tun, sondern vielmehr mit seinem Start-up e.Go Mobile. 2015 gegründet, baut der 60-Jährige bezahlbare Elektroautos, die die milliardenschweren Autokonzerne offenbar nicht bauen können oder wollen. Der e.Go Life kostet weniger als 16.000 Euro und wird seit Mai an die ersten Kunden ausgeliefert. Aus Wolfsburg, Stuttgart und München gibt es nichts Vergleichbares.

Schuh ist kein verkopfter Professor. Entweder er sagt, was er denkt, oder er baut es. So wie beim Streetscooter, mit dem er die großen Autokonzerne in Deutschland das erste Mal düpierte.

Die Deutsche Post fragte elektrisch angetriebene Kleintransporter nach, doch kein Autohersteller konnte ein entsprechendes Angebot machen – bis auf Schuh. 2010 erfand er den Streetscooter, 2014 verkaufte er sein Start-up für „ein paar Milliönschen“ an die Post, wie der gebürtige Kölner es in Interviews gerne sagt.

Schuh will Konzerne zu Innovationen animieren

Doch danach ging es nicht zurück an die Universität. Stattdessen gründete er e.Go Mobile, ließ eine Fabrik am Stadtrand von Aachen aufstellen und sorgte Mitte Juni wieder für Aufsehen, als er seine „5G-vernetzte Produktion“ vorstellte, bei der er von Vodafone und Ericsson unterstützt wird. „Während die 5G-Auktion lief, haben wir hier heimlich unser eigenes 5G-Netz aufgebaut“, sagte Schuh.

In Forscherkreisen hat der Professor allerdings einen anderen Ruf. Er stoße richtige Dinge an, doch so innovativ, wie Schuh es gerne darstellt, seien seine Ideen nicht, hört man in Gesprächen mit Forschern. Er verkaufe seine Sache sehr gut. Das zeigt sich auch in seiner Fabrik in Aachen.

Denn die ist zwar vernetzt, aber mit 5G-Signalen wird nicht gesendet. Das soll erst ab August möglich sein. Und der e.Go Life ist zwar billig, dafür verbraucht er deutlich mehr Kilowattstunden Strom pro Kilometer als etwa ein Tesla, weil die Rekuperation, also die Stromgewinnung durchs Bremsen, noch nicht funktioniert.

Dass nicht alles perfekt ist, stört Günther Schuh nicht. Er will den Konzernen zeigen, was ein einzelner Professor erreichen kann, und sie auf diese Weise animieren, innovativer zu werden. „Die großen Autobauer haben immer gerne eine Art Pfadfinder, der zunächst etwas probiert, um dann zu schauen, ob es funktioniert“, erklärte Schuh in einem Podcast mit dem Automagazin „Auto Motor Sport“.

Mehr: Zwischen 2012 und 2017 stieg die Zahl der Start-up-Ausgründungen an Deutschlands Unis deutlich. Jetzt will die Politik den Trend zusätzlich forcieren.

„VW ist für die gesamte Branche der Wegbereiter“

Handelsblatt Zukunft Mittelstand Newsletter
Startseite

Mehr zu: Günther Schuh - E-Macher mit Vorschub: Dieser Professor nimmt es mit den großen Autobauern auf

0 Kommentare zu "Günther Schuh: E-Macher mit Vorschub: Dieser Professor nimmt es mit den großen Autobauern auf"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote