Hamburger Start-up Tripl Trivago kauft Portal für personalisierte Reisen

Künstliche Intelligenz soll den Trivago-Kunden künftig bei der Hotelsuche helfen. Darum übernimmt das Reiseportal das Hamburger Start-up Tripl. Damit sollen künftig persönliche Reiseempfehlungen erstellt werden.
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Die Düsseldorfer wollen mit der künstlichen Intelligenz des Start-ups Tripl die Hotelsuche individueller machen. Quelle: Trivago
Zentrale von Trivago

Die Düsseldorfer wollen mit der künstlichen Intelligenz des Start-ups Tripl die Hotelsuche individueller machen.

(Foto: Trivago)

DüsseldorfVor einiger Zeit nächtigten vier Manager von Trivago in einem Hotel in Los Angeles. „Zwei von uns waren begeistert: ein tolles Hotel - viel Platz und kein Klimbim“, erzählt Rolf Schrömgens, CEO und Mitgründer der Hotelsuchmaschine aus Düsseldorf. Die anderen beiden aber meinten: „Alles viel zu spartanisch, noch nicht einmal ein richtiger Schrank.“ Trivago tüftelt schon länger daran, die Hotelauswahl für die Kunden noch individueller zu gestalten. Denn die Geschmäcker sind verschieden. „Je mehr wir über den einzelnen Nutzer und seine Interessen wissen, umso passgenauer können wir Hotels vorschlagen“, so Schrömgens.

Nun hat sich Trivago entsprechende intelligente Technologie zugekauft. Die Düsseldorfer übernehmen das 2015 gegründete Reise-Start-up Tripl aus Hamburg, erfuhr das Handelsblatt vorab. Über den Kaufpreis wurde nichts bekannt. „Tripls Personalisierungs-Technologie ist einzigartig und individuell in ihrem Ansatz. Sie bringt uns einen Schritt näher daran, jeden Reisenden im für ihn idealen Hotel unterzubringen“, sagt Trivago-Chef Schrömgens.

Tripl wurde vor zwei Jahren von Hendrik Kleinwächter, 27, und Christian Heimerl, 35, gegründet. Die beiden Entwickler aus der Berliner Start-up Szene wollten gemeinsam einen Urlaub buchen - und waren reichlich frustriert. Sie fanden zahllose Reiseseiten im Netz, aber alle wollten Ziel und Termin wissen. Kein Anbieter schlug vor, was man je nach Interesse wann und wo unternehmen kann, ärgerte sich Kleinwächter. „Wo treffen sich die Kite-Surfer oder was ist die ideale Location für Festivalfreaks im Sommer?“ Da beide ohnehin gründen wollten, war ihre Geschäftsidee für personalisierte Reiseempfehlungen geboren. „Die Leute gehen wieder ins Reisebüro, um im Wirrwarr der Angebote Orientierung zu finden. Aber dort gibt es nicht unbedingt die beste objektive Empfehlung und oft nur 0815-Urlaub“, so Kleinwächter.

Das Reiseportal Tripl gibt mithilfe von Big Data und künstlicher Intelligenz personalisierte Reiseempfehlungen. Der Tripl-Nutzer meldet sich mit Facebook-Konto an, dort werden die Vorlieben ausgelesen und verknüpft mit Tripl-Nutzern, die ähnliche Interessen haben. In wenigen Sekunden gibt es maßgeschneiderte Reisevorschläge. Dazu werden Daten aus Wetterdiensten, Blogs und Bewertungen diverser Webseiten mit einbezogen. „Sonst dauert es im Schnitt zwölf Stunden und mehr, bis Internetnutzer eine passende Reise gebucht haben“, sagt Kleinwächter. Tripl ist für Nutzer kostenlos. Das Hamburger Start-up, Sieger im ITB Start-up Battle 2016, verdient an den Weiterleitungen zu Urlaubseiten. Doch die Gründer merkten bald, wie schwierig es für ein kleines Reise-Start-up ist, Schnittstellen zu großen Reise- und Hotelanbietern zu bauen. Diese hat ein Riese wie Trivago mit 1,8 Millionen Hotels auf dem Portal bereits.

Das sind die schönsten Strände der Welt
Platz 10: Galapagos Beach (Tortuga Bay), Galapagos Inseln, Ecuador
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Einmal im Jahr kürt das Reiseportal Trip Advisor auf der Grundlage von Nutzerbewertungen die beliebtesten Strände der Welt. Auf Platz zehn landet Tortuga Bay auf den Galapagos Inseln. Die Bucht liegt im Nationalpark und ist nur durch eine Wanderung zu erreichen. Neben Schildkröten, Rochen und Krabben lassen sich auch Leguane und Kormorane beobachten.

„Die einzigartige Tierwelt am Strand und im Wasser ist ein absolutes Plus“, schwärmt ein Gast auf dem Reisebewertungsportal. Strandliebhaber, die damit noch nicht genug haben, können ab rund 200 Euro einen Tagesausflug buchen und weitere Strände und Naturlandschaften bei einer geführten Tour erkunden.

Günstigster Hotelpreis: 166 Euro im Dezember*

* Quelle: Die durchschnittlich günstigsten Übernachtungsraten sowie der Monat basieren auf Trip Advisor-Preisdaten (Zeitraum 1. Januar – 31. Dezember 2016), ermittelt von Buchungspartnern inklusive OTAs und Hotelpartnern

Platz 9: Strand von Elafonisi, Kreta, Griechenland
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Der Strand von Elafonisi liegt am südwestlichen Zipfel der griechischen Insel Kreta. Das Wasser „ist super klar wie auf den Bahamas. Der Sand schimmert wirklich pink“, berichtet ein User. Die kleine „Hirsch-Insel“ mit roten Korallenspuren auf der Wasseroberfläche ist nur durch das flache Wasser über einen Sandstreifen von der Hauptinsel Kreta aus zu erreichen.

Günstigster Hotelpreis: 38 Euro im März

Platz 8: Radhanagar Beach, Havelock Island, Indien
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Havelock Island ist die Hauptinsel des Ritchie's Archipels der Andamanen im Indischen Ozean. Hier werden alle Strände durchnummeriert, um Verwechslungen vorzubeugen. Der beliebte Radhanagar Beach trägt die Nummer „7“.Das Besondere: Auf der Insel reicht der fast unberührte Wald voller Padouk-Bäume knapp bis ans Meer, was zum außergewöhnlichen Flair der Umgebung beiträgt: „Ein wirklich schöner Strand. Als wir dort waren, konnte man kilometerweit spazieren gehen, ohne jemanden zu treffen.“ Wer die pure Natur lieber unter Wasser erkunden möchte, ist hier gut versorgt. Scuba Diving erfreut sich großer Popularität.

Günstigster Hotelpreis: 107 Euro im August

Platz 7: Playa Norte, Isla Mujeres, Mexiko (Yukatan-Halbinsel)
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Reisende, die etwas mehr Trubel schätzen, sollten am Playa Norte auf der Yukatan-Halbinsel auf ihre Kosten kommen: Zahlreiche Strandbars und viele Schaukeln laden zu einem Drink mit Blick über das klare Wasser ein. Tagsüber können Touristen hier mit etwas Glück Blicke auf Schildkröten und andere Meeresbewohner erhaschen. „Beim Blick vom Strand auf‘s Meer kommt man ins Träumen...ein fantastischer Ort zum Entspannen. Abends haben wir einen traumhaften Sonnenuntergang erlebt“, berichtet ein Urlauber. Das Unterwassermuseum in Cancún wartet mit monumentalen Unterwasserskulpturen auf.

Günstigster Hotelpreis: 180 Euro im September

Platz 6: La Concha Beach, San Sebastian, Spanien
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Auf Platz sechs ist ein europäischer Strand vertreten: La Concha Beach im Norden der iberischen Halbinsel. Der 1,5 Kilometer lange muschelförmige Strand in San Sebastian, der Kulturhauptstadt 2016, gilt als einer der schönsten Stadtstrände Europas, der sich für viele Reisende eignet: „Ob man ein ambitionierter Schwimmer ist, mit Kindern mal gefahrlos im Atlantik herumtollen möchte oder einfach nur in der flachen Brandung spazieren gehen: die Concha ist die richtige Wahl!“ Von den Hüglen Monte Urgull und Monte Igeldo können Urlauber die malerische Bucht mit der Insel Santa Clara in der Mitte bewundern. Auch kulinarisch hat San Sebastián einiges zu bieten - die spanische Stadt gilt als Hochburg für Pinchos. Das sind kleine Mahlzeiten, die in Kneipen und Gaststätten zu einem Getränk gereicht werden.

Günstigster Hotelpreis: 202 Euro im Januar

Platz 5: Siesta Beach, Siesta Key, Florida
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Noch größerer Beliebtheit erfreut sich der Siesta Beach in Florida bei TripAdvisor-Usern. Die weißen Sandstrände verfügen über ein breites Angebot von Freizeitaktivitäten: Neben Picknick-Plätzen, Strandkiosks und Sanitäranlagen finden Sportbegeisterte Volleyballfelder und Tennisplätze, die Kleinen freuen sich über einen schattigen Spielplatz. Sonntags lädt der Siesta Drum Circle zum Chillen ein. „Dieser Strand ist ein Muss. Ich habe nirgendwo weißeren und feineren Sand gesehen. Der quarzhaltige Sand reflektiert die Sonne extrem, deswegen ist er niemals heiß, auch nicht in der prallen Sonne.“

Günstigster Hotelpreis: 202 Euro im September

Platz 4: Playa Paraiso, Cayo Largo, Kuba
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„Toller kleiner Beach, schneeweißer Sand - ohne Sonnenbrille fast unmöglich zu schauen, da der Sand fast wie Schnee reflektiert. Kleine Strandbar, ein paar Musiker, die für Live-Musik sorgen und das passende Karibikfeeling ist perfekt.“ Wie Name und Nutzer-Kommentar schon erahnen lassen, kommt der „Playa Paraiso“ nah an ein Paradies heran. Der Ort, der früher beliebt bei Piraten war, lockt heute Sonnenanbeter aus aller Welt an.

Günstigster Hotelpreis:100 Euro im Juni

„Trivago hat extrem viele Nutzer, da kann unser Algorithmus seine Wirkung erst richtig gut entfalten“, sagt Kleinwächter. Tripl schließt nun temporär seine Türen, damit der Algorithmus im Trivago Ökosystem noch besser wachsen und lernen kann. „Viele Kunden haben das Alleinstellungsmerkmal von Tripl nicht verstanden, sondern als eine weitere Webseite für Reisebuchungen wahrgenommen“, sagt Ertan Can von HR Ventures. Diese hatten 2015 zusammen mit einem Privatinvestor insgesamt 230.000 Euro für je acht Prozent Anteile in Tripl investiert. Can glaubt stark an personalisierte Reiseempfehlungen basierend auf einem intelligenten Algorithmus. Die Technologie sei zudem nicht auf die Reisebranche limitiert. Kleinwächter schätzt er sehr als Allround-Entwickler. „Wahrscheinlich der Beste in unserem gesamten Portfolio von über 20 Startups.“

Kleinwächter wechselt nun als Entwickler nach Düsseldorf, wo er den Algorithmus für Trivago ausbauen soll. „Vom Geld für den Exit am Strand zu faulenzen, ist für mich keine Option“, sagt der Gründer, der sich in den letzten beiden Jahren mit 80-Stunden-Wochen gerade mal zehn Tage Urlaub gönnte. Er favorisiert ohnehin Städtereisen und tüftelt lieber weiter an schlauen Algorithmen.

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