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Henning Tewes, Henning Nieslony RTL will sein Streamingangebot weiter ausbauen

Die Mediengruppe RTL Deutschland ordnet das Management ihrer Streamingplattform TV Now neu. Das Angebot soll mit dem klassischem TV verzahnt werden.
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Die beiden Manager sollen mit Abo- und Werbefinanzierung den Sender in eine erfolgreiche Zukunft führen. Quelle: Mediengruppe RTL
Henning Nieslony (l.) und Henning Tewes

Die beiden Manager sollen mit Abo- und Werbefinanzierung den Sender in eine erfolgreiche Zukunft führen.

(Foto: Mediengruppe RTL )

Düsseldorf Bernd Reichart, CEO der Mediengruppe RTL Deutschland, brachte die neue Strategie des TV-Konzerns im November auf einen neuen Begriff: „Wir sind die Main-Streamer“, sagte er bei der Fachkonferenz „Total Video“. Der Unternehmenslenker will den Streaminganbietern Netflix und Amazon Prime nicht kampflos das Feld überlassen, sondern eine eigene Nische in dem wachsenden Markt finden.

Er möchte das massenwirksame, lineare Fernsehen mit dem Streamingangebot in seinem Haus stärker verzahnen. Dafür hat er das Management neu geordnet und eine Doppelspitze installiert. So wird Henning Tewes, 47, als Co-Geschäftsleiter von TV Now das Inhalteangebot der Plattform verantworten.

Er übernimmt die Aufgabe zusätzlich zu seiner Position als Chief Operating Officer, in der er den Programmeinkauf und das Produktionsgeschäft der Mediengruppe RTL sowie der Sender Vox Up, Nitro, RTL Plus und der digitalen Spartenkanäle verantwortet. Künftig wird er sämtliche Inhalte, die für die Mediengruppe relevant sein können, prüfen und die richtigen Verbreitungswege dafür festlegen.

Henning Nieslony, 34, derzeit Bereichsleiter Commercial Management VOD, also für Video-on-Demand, wird zum weiteren Co-Geschäftsleiter von TV Now befördert. Er verantwortet künftig die geschäftliche Seite der Plattform inklusive der Vermarktung an die Endkunden, die Werbepartner und die Distributoren.

Durch die Ernennung der Manager zu Co-Geschäftsleitern werden das Inhalteportfolio der Plattform und ihre Monetarisierung als hybrides Angebot aus Abo- und Werbefinanzierung gemeinschaftlich gesteuert. Das soll die Zukunft des deutschen TV-Senders sein, der 2018 einen Umsatz von 2,2 Milliarden Euro erzielte.

Schwacher Werbemarkt

Tewes hat internationale Erfahrungen im TV-Produktions- und Lizenzmarkt, er leitete zuvor unter anderem das RTL-Geschäft in Kroatien. Nieslony dagegen hat Stationen beim hauseigenen Vermarkter IP Deutschland und bei der Leitung des Büros der früheren RTL-Chefin Anke Schäferkordt vorzuweisen.

„Das starke Wachstum unserer Streamingplattform TV Now übertrifft unsere Erwartungen deutlich. Mit diesem Rückenwind werden wir das systematische Zusammenspiel unserer Broadcasting- und Streamingaktivitäten forcieren. Dafür schaffen wir mit der organisatorischen Neuordnung die besten Voraussetzungen“, sagte Stephan Schäfer, einer der Geschäftsführer der Mediengruppe, die zum Familienunternehmen Bertelsmann gehört.

Die Kölner TV-Macher setzen vor allem auf lokale Inhalte. Solche Stoffe lassen global agierende Streamingkonzerne meistens links liegen, da sie die Inhalte weltweit verwerten. „Wir kennen die Bedürfnisse unseres Publikums besser als jeder andere“, meinte der ebenfalls verantwortliche Geschäftsführer Jan Wachtel. Der Ausbau des Streamingdienstes ist nötig, denn der TV-Werbemarkt schrumpft. Darüber klagten unisono die deutschen TV-Sender bei der Präsentation der Quartalszahlen im November.

Der schwache Werbemarkt ist eine Folge des veränderten Mediennutzungsverhaltens: Gerade junge Menschen favorisieren Streamingdienste statt des klassischen Fernsehens. RTL baut deshalb TV Now aus. Zu den jüngsten Quartalszahlen Anfang November hatte der TV-Konzern insgesamt 1,4 Millionen Abonnenten bei TV Now und dem niederländischen Pendant Videoland genannt.

Das bedeutet ein Wachstum von 50 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. TV Now bietet derzeit rund 34.000 Programmstunden an – mit überwiegend lokalen Inhalten. Das Monats-Abo kostet 4,99 Euro und liegt unter dem Abopreis der internationalen Streaminganbieter.

In den USA ist in diesem Herbst mit dem Eintritt von Apple und Disney Plus in dem Streamingmarkt ein Kampf um die Aufmerksamkeit der Zuschauer entfacht. Vor allem Disney Plus punktet mit beliebten Inhalten wie „Star Wars“, die der Unterhaltungskonzern von dem bisherigen Abspieldienst Netflix bezieht. Anbieter wie RTL wollen sich in diesem Markt mit lokalen und massentauglichen Inhalten absetzen. Und werden daher „Main-Streamer“.

Mehr: In den umkämpften Markt der Streamingplattformen steigt mit Disney nun auch der Mickey-Mouse-Konzern ein. Doch kurz nach dem Starttermin gibt es technische Probleme.

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