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Holger Engelmann Autozulieferer Webasto hat große Pläne – Umsatz soll sich verdoppeln

Holger Engelmann, Chef des familiengeführten Zulieferers, lässt sich nicht aus dem Tritt bringen: Webasto soll besonders in Asien schnell wachsen.
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In China hält Webasto einen Marktanteil von mehr als 50 Prozent bei Panoramadächern. Quelle:  WEBASTO
Holger Engelmann

In China hält Webasto einen Marktanteil von mehr als 50 Prozent bei Panoramadächern.

(Foto:  WEBASTO)

MünchenSchlechte Nachrichten aus der Autoindustrie haben Konjunktur. Volkswagen und Ford bauen Personal ab, Daimler und BMW starten milliardenschwere Sparprogramme. Der drohende Handelskonflikt, die schwächelnde Konjunktur in China und die hohen Kosten für E-Antriebe drücken auf die Stimmung.

Nicht so bei Holger Engelmann, Vorstandschef des Stockdorfer Zulieferkonzerns Webasto. Zwar ist auch der Webasto-Umsatz von 3,4 Milliarden Euro unter dem Vorjahresniveau geblieben, der Vorsteuergewinn sogar um 20 Prozent auf gut 200 Millionen Euro eingebrochen.

Doch für Optimist Engelmann, Anfang 50, ist das nur eine Momentaufnahme. „Wir lassen uns von den konjunkturellen Verwerfungen nicht aus dem Tritt bringen“, sagt der Vorstandschef. „Wir haben uns vorgenommen, unseren Umsatz bis 2025 zu verdoppeln.“

Webasto, die Kurzform von Werner Baier Stockdorf, ist ein typischer deutscher Autozulieferer, der den Sprung in die Globalisierung geschafft hat. Lebte das Unternehmen bis in die 90er-Jahre überwiegend von dem Bau von Cabriodächern und Standheizungen, so hat sich das Geschäft in den vergangenen Jahren komplett gedreht. Glaspanoramadächer sind heute der wichtigste Umsatztreiber, seitdem der Geländewagen das Cabrio von der Straße gedrängt hat.

Und längst ist auch Europa nicht mehr der wichtigste Markt, sondern Asien. In China hält Webasto einen Marktanteil von mehr als 50 Prozent bei Panoramadächern, ein wohl einmaliger Wert in der Zulieferindustrie.

Zehn Werke in China

Zehn Werke betreibt Engelmann in der Volksrepublik, zwei neue Standorte sind im Bau. Im April übernahm Webasto das koreanische Joint Venture Donghee mit fünf Fabriken in China, Südkorea und in der Slowakei komplett. Das Unternehmen beliefert vor allem die Fabriken von Kia und Hyundai. Der Deal sichert Webasto 350 Millionen Euro zusätzlichen Umsatz. Zu den weltweit 13.400 Beschäftigten kommen noch einmal 900 hinzu.

„Wir haben genug Pfeile im Köcher, um zu investieren“, sagt Engelmann. 271 Millionen Euro steckte das Unternehmen in die Forschung und Entwicklung, 16,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Investitionen stiegen gar um 40 Prozent auf 248 Millionen Euro. Engelmann vertraut auf seine Kunden. Mit 22,8 Milliarden Euro sitzt Webasto auf einem mehr als soliden Auftragspolster.

Nur Dächer reichen Webasto nicht mehr. Zur neuen Strategie gehört der Einstieg in die Elektromobilität. 120 Batterieexperten arbeiten mittlerweile in Stockdorf, Webasto will zunächst in Kleinserien Batteriepakete für Busse und Transporter anbieten.

Ein weiteres Geschäftsfeld sollen Heizungssysteme für Elektroautos werden. Reichte es bei konventionellen Autos, die Motorwärme anzuzapfen, so muss künftig die Batterie die Energie für die Heizungssysteme liefern. Die neuen Geschäftsbereiche sollen 2025 eine Milliarde Euro Umsatz bringen – 2018 waren es erst 18 Millionen.

Ein ehrgeiziger Plan in Zeiten der Unsicherheit. Das Wachstum will Webasto aus eigener Kraft finanzieren. Mit einer Eigenkapitalquote von 49 Prozent sehe man sich ausreichend finanziert, erklärt Engelmann. Die Familie stehe auch weiter fest zum Unternehmen. „Ein Börsengang steht nicht zur Diskussion.“

Mehr: Fliegende Elektrotaxis könnten schon bald zum Milliardenmarkt werden. Der Autozulieferer Bosch will hier mit seiner Sensortechnik zum wichtigen Zulieferer werden.

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