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Humanitärer Hilfe per Drohne Das Start-up Mamabird verspricht Hilfe aus der Luft für Krisenregionen

Thomas Lauzon und Eugene Maseya wollen mit ihrem Start-up Mamabird werdenden Müttern in Afrika helfen – per Drohne. Inzwischen sind sie startklar.
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Die beiden Gründer wollen mit ihrem Start-up werdende Mütter in Afrika unterstützen. Quelle: Mamabird
Thomas Lauzon (l.) und Eugene Maseya

Die beiden Gründer wollen mit ihrem Start-up werdende Mütter in Afrika unterstützen.

(Foto: Mamabird)

Berlin Helft uns, den Vogel fliegen zu lassen“, ruft Thomas Lauzon. Seine Faust fliegt in die Luft, und es scheint so, als würde er damit auch die Anspannung wegboxen wollen – sechs anstrengende Wochen liegen hinter dem 35-Jährigen und seinem Mitgründer Eugene Maseya, 26.

Ihr Start-up Mamabird will autonome Drohnen in schwer zugänglichen Gegenden einsetzen, um die medizinische Grundversorgung von Schwangeren, Müttern und Kindern zu verbessern. Die beiden Gründer haben sich über eine Ausschreibung des Kinderhilfswerks Unicef kennen gelernt. Das suchte nach Ideen, wie sich Blutproben schnell und einfach transportieren ließen.

Lauzon wollte auf Drohnen setzen und sendete die Frage nach einem Mitstreiter in den Orbit, Maseya antwortete – so fanden sich der US-Amerikaner und der Malawier. Malawi gilt als eines der ärmsten Länder in Afrika: „Es gibt große Probleme, lebenswichtige Medikamente oder Grundversorgung in entlegene Gebiete zu bringen. Denn es gibt keine Straßenanbindung“, erklärt Maseya, der sich als Sozialunternehmer in seinem Heimatland engagiert.

Lauzon und Maseya wollen vorerst drei Typen von Hilfspaketen in die Luft bringen: zur Geburt das sogenannte „Clean Birth Kit“, das Medikamente und Desinfektionsmittel beinhalten soll. Zudem ein Paket, das Unterernährung bei Neugeborenen durch hochkalorische Nahrung verhindern soll. Das Paket „Babybox“ soll die notwendige Erstausstattung liefern. „Es würden gerade einmal zehn bis zwanzig Versorgungszentren reichen, um Malawi mit Drohnen abzudecken“, erklärt Maseya.

Im März kamen beide nach Berlin – als Teilnehmer von F-Lane, einem Accelerator-Programm des Vodafone Institute, das 2016 ins Leben gerufen wurde. Es richtet sich an technologieorientierte Gründerinnen und Gründer, die ein soziales Problem lösen wollen und Frauen adressieren. Lauzon und Maseya gehörten zu den Finalisten. Sie durften in die deutsche Hauptstadt reisen, um an einer Schulung in Sachen Finanzen, Marketing und Präsentation teilzunehmen.

Unicef sieht Potential

In Berlin-Mitte teilten sich die beiden eine Wohnung mit anderen Teilnehmern des Accelerators. Eine intensive Zeit, meint Lauzon rückblickend: „Es bedeutet, sich auf fast nichts anderes zu konzentrieren.“ Auch wenn er abends das ein oder andere Start-up-Treffen besuchte.

Cilia Kanellopoulos vom Vodafone Institute überzeugte der Ansatz, Drohnen zur Lieferung von medizinischer Grundversorgung zu nutzen: „Thomas und Eugene sind zudem ein Beispiel, dass Technologie mit dem Ziel entwickelt werden kann, Frauen zu fördern. Es zeigt, dass auch Männer hierbei eine tragende Rolle spielen können.“

Auch die Unicef hat das Potenzial der fliegenden Helferlein bereits entdeckt: Sie eröffnete bereits 2016 einen sogenannten Drohnenkorridor in Malawi. Sieben Monate nach ihrer Abreise aus Berlin befinden sich die beiden Gründer nun kurz vor dem ersten Einsatz ihrer Drohnen. Mamabird ist bereit zum Abheben.

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