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Illegale Streamingplattform Bruder des mutmaßlichen Betreibers von Kinox.to kooperiert mit dem Finanzamt

Der mutmaßliche Betreiber von Kinox.to, Kastriot Selimi, ist seit vier Jahren auf der Flucht. Sein Bruder hat sich nun mit den Behörden geeinigt.
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Kinox.to: Bruder des mutmaßlichen Betreibers hilft den Behörden Quelle: imago/Christian Ohde
Kinox.to

Auf der Webseite finden Internetnutzer Links zu illegalen Streams von Filmen und Serien.

(Foto: imago/Christian Ohde)

DresdenIn der Familie Selimi aus dem Lübecker Umland dürften in diesen Tagen gemischte Gefühle herrschen. Der älteste Sohn Kastriot Selimi (29) ist weiter auf der Flucht vor den deutschen Behörden. Er soll gemeinsam mit seinem Bruder Kinox.to betrieben haben. Das Webportal verdient Geld mit dem illegalen Streaming von Filmen und Serien. Sein jüngerer Bruder hingegen kann sich nach langer Odyssee wieder zu Hause sehen lassen.

Der 26-Jährige sei geständig und habe geholfen, rund 1,75 Millionen Euro zu sichern, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Dresden mit. „Wir haben das Verfahren deshalb nach einem Täter-Opfer-Ausgleich eingestellt“, sagte Oberstaatsanwalt Wolfgang Klein.

Das Opfer war in diesem Fall das deutsche Finanzamt. Der jüngere Bruder habe als wirtschaftlich berechtigter Strohmann zweier Firmen in Hongkong fungiert, denen über den Umweg Zypern Schwarzgeld zugeflossen sei, sagte Klein.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Selimis schon aus ihrem Kinderzimmer zahlreiche Webseiten wie Kinox.to und Movie4k.to betrieben haben. Dort werden Links zu urheberrechtlich geschützten Inhalten aufgelistet, die Internetnutzer streamen können – darunter aktuelle Kinofilme und Serienhighlights wie „Games of Thrones“ oder „4 Blocks“. Die illegalen Streamingdienste erhalten Einnahmen durch Premium-Accounts oder dank Werbung, die meist zu zwielichtigen Webangeboten verlinkt, zu Glücksspiel, Wetten und Pornografie.

Die beliebten Portale sind ein Ankerpunkt der digitalen Schattenwirtschaft. Dass sich legale Videoplattformen wie Youtube nach der Entscheidung des Europa-Parlaments vom Dienstag auf schärferen Schutz der Urheberrechte – etwa durch Upload-Filter – einstellen müssen, wird bei den illegalen Streamern nur Achselzucken auslösen. „Das alles hier ist das Resultat eines kollektiven Bedürfnisses der Menschen nach kostenfreien Medien“, schreiben die Macher von Movie4k.to auf ihrer Seite.

Sie ignorieren geflissentlich, dass andere die Produktion der Inhalte finanziert haben, die sie vermarkten. Ursprünglich hatte die Generalstaatsanwaltschaft Dresden auch wegen des Verdachts anderer Straftaten ermittelt. „Beim jüngeren Bruder blieb im Laufe der Ermittlungen jedoch nur die Steuerhinterziehung übrig“, sagte Oberstaatsanwalt Klein. Im Jugendstrafrecht können Verfahren eingestellt werden, wenn eine erzieherische Maßnahme bereits durchgeführt ist.

Der 26-Jährige saß neun Monate in Untersuchungshaft, zum Teil in Gefängnissen auf dem Balkan. Er hatte sich im Juli 2017 im Kosovo den Behörden gestellt. Ganz anders liegt die Sache bei seinem großen Bruder. Für diesen Selimi gelte weiterhin der ganze Katalog der Vorwürfe vom Fahndungsplakat, betonte die Behörde.

Genannt werden Straftaten wie räuberische Erpressung, Nötigung, Brandstiftung und Steuerhinterziehung. Er werde als „gewaltbereit“ eingestuft und könne möglicherweise über eine Schusswaffe verfügen. Mehr als vier Jahre nach seinem Abtauchen ist Kastriot Selimi weiter auf der Flucht. Die Webseiten sind nach wie vor erreichbar. Ob er sie weiter selbst betreibt, ist nicht bekannt. Denkbar wäre auch, dass er die Portale inzwischen an andere weiterverkauft hat.

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