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Italienischer Designer Alberto Alessi kämpft gegen den Untergang seines berühmten Design-Unternehmens

Das italienische Unternehmen steckt in einer tiefen Krise. Viele Angestellte müssen gehen. Wie Patriarch Alberto Alessi den Neustart schaffen will.
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Sowohl eine Werksschließung als auch einen Wegzug schließt das Firmenmanagement kategorisch aus. Quelle: ddp images/Oliver Lang
Alberto Alessi

Sowohl eine Werksschließung als auch einen Wegzug schließt das Firmenmanagement kategorisch aus.

(Foto: ddp images/Oliver Lang)

RomSchlechte Nachrichten werden in Italien klein gehalten: Schließlich gilt es mehr als anderswo, immer „bella figura“ zu machen. Nur wenig wurde berichtet über die Krise bei Alessi, dem weltberühmten Design-Unternehmen aus dem kleinen Ort Omegna im Piemont. Doch die Krise ist groß: Der Umsatz ist in den vergangenen acht Jahren von 80 Millionen auf 60 Millionen Euro gesunken.

Der Grund: Traditionelle Vertriebswege sind weggefallen, und das Konsumverhalten hat sich verändert. Dazu kommt die Wirtschaftskrise in Italien. 40 Prozent des Umsatzes macht Alessi in Italien, danach folgt Deutschland. Jetzt muss rund ein Viertel der 314-köpfigen Belegschaft gehen. Sozial verträglich bis Jahresende, wie es in einer Mitteilung des Unternehmens heißt. Alberto Alessi, in dritter Generation Patron des 1921 gegründeten Familienunternehmens, kämpft.

„Ich fühle mich wie ein Kapitän auf einem Schiff im Sturm“, sagt der 72-Jährige. „Ich halte das Steuer fest, um einen Schiffbruch zu vermeiden und das Schiff in den Hafen zu bringen.“ Und nach der Restrukturierung werde er wieder aufs offene Meer hinausfahren.

Eine Schließung der Fabrik oder einen Wegzug werde es nicht geben, versichert das Management. Die Probleme hingen mit dem Markt zusammen, deshalb müsse das Geschäftsmodell von Alessi verändert werden: weg von den vielen Verkaufspunkten hin zu neuen Vertriebskanälen wie E-Commerce und mehr Märkte außerhalb von Europa. Dazu müsste auch die Zahl der Produkte verringert werden.

Eine Finanzspritze erhofft sich Alessi von einem neuen Partner mit Minderheitsanteil, der den Neustart zusammen mit der Familie begleiten soll. „Wir sind schon weit in Verhandlungen“, sagt Alessi-CEO Marco Pozzo. Italienische Medien sprechen von einem britischen Fonds.

Ich halte das Steuer fest, um einen Schiffbruch zu vermeiden. Alberto Alessi – Verwaltungsratschef von Alessi

Alessi ist für seine Haushaltsgeräte und metallenen Design-Objekte wie die 1990 von Philippe Starck entworfene Zitronenpresse „Juicy Salif“ weltberühmt. Die Krise zeigt exemplarisch das Problem vieler Familienunternehmen, die die Industrielandschaft in Italien prägen. Die einstigen Stars von „Made in Italy“ haben nun Schwierigkeiten, den Sprung in die Gegenwart zu schaffen.

Wie viele andere hat auch das Familienunternehmen Alessi externe Manager geholt. Seit 2015 ist CEO Pozzo dabei. Doch Alberto Alessi, der gerne Künstler geworden wäre, übernahm 1970 vom Vater Carlo. Er ist weiterhin der Patriarch, der die Fäden zieht. Einer seiner beiden Brüder ist ausgestiegen.

Der Patron, der nie Hemd und Krawatte, sondern T-Shirts trägt, schaut nach vorn. Auf der Mailänder Design-Woche im April präsentiert er die neue Kollektion. Darin zwei Highlights: Architekt David Chipperfield hat eine neue Espresso-Macchinetta entworfen. Und zum 100. Bauhaus-Jubiläum werden in Lizenz ein metallener Aschenbecher und ein Set aus Zuckerdose und Milchkännchen neu aufgelegt. Damit hofft Alessi, die Krise umschiffen zu können

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