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JAB Holding Wie Familie Reimann in einem Jahr fünf Milliarden Euro reicher wurde

Bei den Reimanns geht es wieder bergauf: Vor einem Jahr noch verloren die Beteiligungen ihrer JAB Holding deutlich an Wert. Nun avanciert die Tierpflege zum Hoffnungsträger.
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Die JAB-Anteile an Kaffeeketten und Getränkeherstellern wie Doewe Egberts stiegen enorm im Wert. Quelle: AP
Douwe Egberts Café

Die JAB-Anteile an Kaffeeketten und Getränkeherstellern wie Doewe Egberts stiegen enorm im Wert.

(Foto: AP)

Düsseldorf Familie Reimann gehört zu den reichsten Unternehmerdynastien in Deutschland. Die Chemie-Erben haben über die Jahrzehnte ein weltweites Konsumgüterimperium zusammengekauft – bestehend aus Kosmetik, Kaffee, Sandwichketten und zuletzt auch Tierkliniken.

Marken wie Wella, Jacobs Kaffee und Pret A Manger gehören heute dem verschwiegenen Clan. Die Manager seiner Investmentgesellschaft JAB Holding gelten als risikofreudig.

Stand vor einem Jahr noch ein Verlust von einer Milliarde Euro zu Buche, sind die Vermögenswerte Ende Juni 2019 um rund fünf Milliarden Euro auf rund 20 Milliarden Euro gestiegen – zumindest auf dem Papier.

Die Investitionen der Luxemburger JAB Holding werden vom langjährigen Vertrauten Peter Harf, 73, und Ex-Mars-Manager Olivier Goudet zusammen mit acht Partnern überwacht und gesteuert. Familie Reimann lässt den Managern weitgehend freie Hand zu investieren, heißt es. Die vier Geschwister halten sich bewusst im Hintergrund.

Bart Becht, lange als Chairman der mächtigste Mann in der Holding, hatte im Februar mit nur 62 Jahren überraschend das Imperium verlassen. Nach seinem Abschied berichtete die „Financial Times“, Becht habe sich mit Harf über die Strategie gestritten.

Während Harf den offensiven Investitionskurs von JAB weiterführen wollte, habe Becht für eine Zeit der Konsolidierung plädiert. Denn vor allem die Beteiligung am US-Kosmetikkonzern Coty bereitete Sorgen und Verluste.

Langer Atem zahlt sich für die Reimanns aus

Die Integration von 43 Marken, die 2016 dem Konkurrenten Procter & Gamble (P&G) abgekauft wurde, erwies sich als problematischer als gedacht. Die Coty-Aktie hat seitdem mehr als Zweidrittel an Wert eingebüßt. Die niedrigen Kurse wollte Dealmaker Harf nutzen.

Im Februar hatte er 1,75 Milliarden Dollar für zusätzliche Aktien geboten. Den JAB-Anteil an Coty hat er dadurch von 40 auf fast 60 Prozent aufgestockt. Die Rating Agentur Moody’s kritisierte jedoch, dass die Aktienkäufe über ein schuldenfinanziertes gesondertes Finanzvehikel geschehen seien.

Das Moody’s Rating für JAB Holding liegt deshalb weiter bei „Baa1“ mit negativem Ausblick. Die Aufstockung der Coty-Anteile zeigt: Familie Reimann steht langfristig zum Kosmetikkonzern mit Marken wie Wella und Max Factor.

Der lange Atem hat sich für die Familie zuletzt wieder ausgezahlt. Fand sich im Juni 2018 noch ein Verlust von 1.152 Millionen Euro in den Büchern der JAB Holding, so stand ein Jahr später unter dem Strich ein Nettogewinn von 4.983 Millionen Euro, der den Eignern zurechenbar ist.

Die Vermögenswerte stiegen Ende Juni auf 20 Milliarden Euro nach 15 Milliarden Euro zum Jahresanfang. „Die Liquiditätslage ist gesund und soll auch in den nächsten Jahren gut bleiben“, attestierten die Wirtschaftsprüfer von KPMG.

Die Erholung liegt vor allem an der florierenden Getränkesparte von JAB. Die Anteile der Acorn Holding, zu der Getränkehersteller Keurig Dr Pepper sowie Kaffeeröster Jacobs Douwe Egberts (JDE) und die Kaffeeketten von Peet’s Coffee gehören, stiegen kräftig im Wert.

Ende Juni hatten sie eine Bewertung von 16.690 Millionen Euro, ein Zuwachs von 2.622 Millionen Euro zum Vorjahreszeitpunkt. Gut entwickelte sich auch der Pret Panera- Anteil (Sandwichkette, Cafés) mit einem Wert von 4.131 Millionen Euro, ein Zuwachs von 706 Millionen Euro.

670 Tierkliniken im Laufe des Jahres
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