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James Watt Schottischer Brauer schwenkt von Gerstensaft auf Haushaltsreiniger um

Britische Pubs sind zwar noch geöffnet, doch die Kundschaft bleibt aus. Der Umsatz des Brauers fällt rapide. Jetzt will er kostenlos Desinfektionsmittel produzieren.
22.03.2020 - 15:00 Uhr Kommentieren
Der schottische Brauer verzeichnet coronabedingt herbe Umsatzverluste. Jetzt stellt er Desinfektionsmittel her, die er allerdings gratis verteilt. Quelle: Polaris/laif
James Watt

Der schottische Brauer verzeichnet coronabedingt herbe Umsatzverluste. Jetzt stellt er Desinfektionsmittel her, die er allerdings gratis verteilt.

(Foto: Polaris/laif)

London Für die schottische Bierbrauerei BrewDog sind die Zeiten nicht leicht: Die Corona-Pandemie hat zu einem Umsatzeinbruch geführt, wie James Watt, einer der beiden Firmengründer, offen erklärte. „Wie so viele andere Unternehmen auch haben wir fast über Nacht 70 Prozent unserer Einnahmen verloren“, verkündete er.

Er kritisierte die britische Regierung, die zwar davor zurückschreckte, Pubs und Restaurants zu schließen, aber die Bevölkerung dazu aufrief, derartige Etablissements zu meiden. Deswegen sind viele Gaststätten in Großbritannien leer.

Zu BrewDog gehören rund 100 Pubs allein in Großbritannien. Hätte die Regierung den Besuch von Gaststätten verboten, hätten zumindest manche Wirte Anspruch auf Unterstützung. So aber drohe die „größte Arbeitslosenkrise aller Zeiten, die Millionen Familien in Armut treiben wird“, sagt Watt.

Lokalmedien zitieren aus einem Brief an die Investoren, denen zufolge BrewDog derzeit zwei Prioritäten verfolge: „Nummer 1: Überleben. Nummer 2: So viele der 2000 Arbeitsplätze zu erhalten, die wir geschaffen haben”.

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    Genügend Rücklagen

    Zugleich schlägt BrewDog neue Wege ein: In der Destillerie im schottischen Ellon wurde ein Teil der Produktion umgestellt auf Handdesinfektionsmittel, das nach einem von der WHO anerkannten Rezept hergestellt wird. In der neuen Woche soll die erste Ladung von „Punk Sanitizer“ fertig sein. „Aber nur um das klarzustellen”, sagte Watt, „wir verkaufen das Desinfektionsmittel nicht. Wir geben es denen, die es brauchen”. Man wolle damit kein Geld verdienen.

    „Das sind ungewisse Zeiten, aber wir sind entschlossen, uns um unsere Crew, unsere Kunden und unser Unternehmen zu kümmern“, betonte der 37-Jährige, der sich selbst als „Kapitän“ von BrewDog bezeichnet.

    Watt dürfte genügend Rücklagen haben: Zum einen, weil der Schotte seit dem Verkauf von Anteilen des 2007 gegründeten Unternehmens mehrfacher Millionär ist, und zum anderen, weil er mit der Illustratorin Johanna Basford verheiratet ist, deren Ausmalbücher für Erwachsene zu internationalen Bestsellern geworden sind.

    Mehr: Lesen Sie hier die neuesten Entwicklungen im Coronavirus-Newsblog.

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