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„Jamie's Italian“ Die Restaurantkette von Jamie Oliver ist insolvent

Erneut erleidet der bekannte TV-Koch in Großbritannien Schiffbruch, diesmal mit seiner Kette „Jamie's Italian“. 1300 Jobs sind in Gefahr.
Update: 21.05.2019 - 14:33 Uhr Kommentieren
Auch mit Steakhäusern erlitt der britische TV-Koch bereits Schiffbruch. Quelle: AP
Jamie Oliver

Auch mit Steakhäusern erlitt der britische TV-Koch bereits Schiffbruch.

(Foto: AP)

London Dass die Restaurants des britischen TV-Kochs Jamie Oliver nicht gut laufen, war schon lange ein offenes Geheimnis. Nun ist es offiziell: Die Kette mit 26 Läden hat Insolvenz angemeldet. Nicht mehr Jamie Oliver hat ab sofort das Sagen bei den Restaurants, sondern zwei Insolvenzverwalter von der Wirtschaftsberatung KPMG. Offenbar ist den Briten die Lust an Gerichten wie „Lamm-Ragù mit Gnocchi“ für 14 Pfund (16 Euro) oder „Pappardelle mit Fleischbällchen“ für 13,50 Pfund (15,50 Euro) vergangen.

Er sei „zutiefst traurig“ darüber und danke „allen Mitarbeitern und unseren Lieferanten, die seit über einem Jahrzehnt ihr Herz und ihre Seele in dieses Geschäft gesteckt haben“, kommentierte der TV-Koch die Nachricht. Er wisse, „wie schwierig dies für alle Betroffenen ist“. 23 Läden der Kette „Jamie’s Italian“ sind von der Insolvenz betroffen, dazu drei weitere Läden mit anderer Ausrichtung. Rund 1300 Arbeitsplätze sind in Gefahr.

Dass der fünffache Familienvater als Geschäftsmann nicht nur Erfolg hatte, gab Jamie Oliver in Interviews offen zu: Rund 40 Prozent seiner Geschäftsvorhaben habe er „verkackt“, sagte er einmal.

Während seine Bücher sich gut verkauften und seine TV-Shows gut liefen, machte ihm vor allem sein Restaurantimperium Probleme. Bereits vor Jahren musste der 43-Jährige mehrere Läden seines Imperiums schließen, das zwischenzeitlich mehr als 40 Restaurants mit verschiedener Ausrichtung umfasste. Schon vor Jahren schoss er in „Jamie´s Italian“ 13 Millionen Pfund (14,8 Millionen Euro) zu.

„Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was passiert ist“, erklärte er in einem Interview mit der „Financial Times“ vergangenes Jahr. „Wir versuchen immer noch, es zu klären, aber ich denke, dass die Geschäftsleitung, die wir vor Ort hatten, versucht hat, das zu überstehen, was man als perfekter Sturm bezeichnen würde“: Die Krise des britischen Einzelhandels, zu teure Mieten und Kosten, nicht zuletzt durch den Brexit. „Es war viel los.“

Nach Meinung von Experten hatte Oliver zu viele Restaurants mit zu hohen Fixkosten eröffnet, zudem wurde die Konkurrenz immer härter.

Der vor über 20 Jahren als „der nackte Koch“ berühmt gewordene Brite ist aber bei weitem nicht der einzige Restaurantbetreiber, der in die Bredouille gekommen ist: Auch andere Restaurantketten kämpfen. Die Kette seines mittlerweile verstorbenen Mentors Antonio Carluccio war ebenfalls in Schwierigkeiten geraten, und selbst Sternekoch Gordon Ramsey – mit dem sich Jamie Oliver immer wieder medienwirksam stritt – hat bereits Restaurants in London dichtgemacht.

Gleichwohl dürfte keiner von ihnen am Hungertuch nagen, schließlich haben sie für ihre TV-Auftritte und Kochbücher Millionen kassiert. Jamie Olivers Vermögen wird auf über 240 Millionen Pfund (rund 270 Millionen Euro) geschätzt.

Seine andern Firmen, in denen er unter anderem den Verkauf von Merchandiseartikeln sowie Einnahmen aus seinen TV-Shows und Büchern organisiert hat, sind nicht von der Insolvenz betroffen. Auch im Ausland gibt es noch Restaurants, die aber von Franchise-Partnern betrieben werden.

Mehr: Der bevorstehende Rücktritt der britischen Premierministerin wird das Brexit-Chaos vergrößern, glaubt Handelsblatt-Korrespondentin Kerstin Leitel. Drei Jahre nach Referendum sind die Briten frustriert.

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