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Jim Weber Sportschuhhersteller Brooks greift mit Karbon-Schuhen an

Mit Mut zum Risiko hat CEO Weber das Unternehmen aus der Krise geführt. Eigentümer Warren Buffett lässt dem amerikanischen Manager große Freiheiten.
21.02.2020 - 17:45 Uhr Kommentieren
Der 60-Jährige rettete den Konzern in höchster Not. Quelle: Bloomberg
Brooks-CEO Jim Weber

Der 60-Jährige rettete den Konzern in höchster Not.

(Foto: Bloomberg)

Düsseldorf Mit Mut zum Risiko hat Jim Weber den US-Sportschuhhersteller Brooks in den letzten 19 Jahren aus der Krise geführt – dabei schlossen die Mitarbeiter anfangs Wetten ab, wie lange er es wohl aushalten würde, als er 2001 in Seattle den Chefposten übernahm.

Die Bank drohte gerade damit, dem krisengeschüttelten Unternehmen, das inzwischen über 100 Jahre alt ist, kein Geld mehr zu geben. Vier Chefs waren in kürzester Zeit verschlissen worden. Was nicht gerade nach den besten Bedingungen für den ersten Arbeitstag klingt, spornte den damals knapp 40-jährigen Manager umso mehr an.

Weber, der in St. Paul im US-Bundesstaat Minnesota mit fünf Geschwistern aufgewachsen ist, liebt Herausforderungen. Innerhalb weniger Jahre schaffte er den Turnaround, dünnte das Produktportfolio um die Hälfte aus und richtete den Fokus alleine auf den Laufsport.

Auch jetzt hat der 60-jährige Familienvater wieder auf das richtige Produkt gesetzt: rechtzeitig zu den Olympischen Sommerspielen im Sommer in Tokio wird er High-Performance-Schuhe mit Karbon-Sohle in den Handel bringen.

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    Die superleichte DNA Zero-Zwischensohlendämpfung sorgt in Kombination mit Karbonplatte in der Sohle dafür, dass der Läufer bei jedem Schritt durch eine zusätzliche Feder nach vorne gedrückt wird. Quelle: Carina Kontio
    Hyperion Elite: entwickelt für den Wettkampftag

    Die superleichte DNA Zero-Zwischensohlendämpfung sorgt in Kombination mit Karbonplatte in der Sohle dafür, dass der Läufer bei jedem Schritt durch eine zusätzliche Feder nach vorne gedrückt wird.

    (Foto: Carina Kontio)

    Dabei war bei der Präsentation des neuen Flaggschiffs „Hyperion Elite“ am 30. Januar im Europaquartier in Amsterdam noch unklar, ob Sportler in Schuhen dieser Art überhaupt starten dürfen. Erst einen Tag später wurde die Nachricht vom Leichtathletik-Weltverband kommuniziert: sie sind zugelassen. Man kann sich gut vorstellen, dass ein Verbot der Karbonplatten-Schuhe ein Debakel für Brooks gewesen wäre.

    Ein Leistungssprung

    Die Debatte darum entbrannte, als Brooks ärgster Rivale Nike 2016 das knallorange Modell Vaporfly herausbrachte. Mit dem Schuh, der für über 270 Euro verkauft wird, wurden inzwischen zahlreiche Rekorde gelaufen. Mit der allerneuesten Weiterentwicklung bewältigte der Kenianer Eliud Kipchoge in Wien die Marathondistanz in der Fabelzeit von 1:59:40 – wenn auch nicht unter Wettkampfbedingungen.

    Die in der Sohle verbaute Karbonplatte verbessert laut wissenschaftlichen Studien die Laufökonomie um mindestens vier Prozent. Nie war ein Leistungssprung so frappant. Athleten, die den Schuh tragen, werden später müde und bleiben länger schnell.

    Kritiker wie der amerikanische Sportwissenschaftler Ross Tucker sprechen gar von Tech-Doping. Es wurde lange darüber stritten, wie stark der Laufsport durch technologische Fortschritte beeinflusst werden soll. Jetzt sind die umstrittenen Modelle also regelkonform, und in Tokio bietet sich für den Brooks-CEO eine Gelegenheit, den Blick von Millionen sportbegeisterter Menschen auf den „Hyperion Elite“ zu lenken.

    Sein Erfolg gründet sich auch darauf, dass ihm sein Eigentümer Warren Buffett große Freiheiten lässt. Brooks werde nicht auf Quartalsbasis gemanagt und es gebe keine Budgets bei Berkshire Hathaway. Die Marke gelangte 2011 zusammen mit anderen Labels der Muttergesellschaft Fruit of the Loom in den Besitz der Investorenlegende.

    „Das ist ein riesengroßer Vorteil für uns. Buffett erwartet, dass wir unser Business beherrschen und das Unternehmen so führen, als gehöre es uns“, erklärt Weber, der schon als 12-jähriger Schüler die Vision hatte, Unternehmer zu werden. Freilich nur für den Fall, dass es mit einer Karriere als NHL-Hockeyspieler nicht klappt.

    Weber bewunderte Warren Buffett bereits, als er noch an der Elite-Wirtschaftsuniversität Tuck School of Business studierte. Regelrecht verschlungen habe er dessen jährliche Investorenbriefe. Heute ist Buffett sein Boss und er berichtet regelmäßig an ihn. Denn im Gegensatz zu Adidas, Nike und Asics ist Brooks selbst nicht börsennotiert.

    Der Weber-Plan: In einer Sache sehr, sehr gut werden
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    Mehr zu: Jim Weber - Sportschuhhersteller Brooks greift mit Karbon-Schuhen an
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