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Jonas Schulze Dieckhoff Der Chef der Plattform Urlaubstracker über das Geschäft mit den Fehlern

Der Gründer begann mit der Vermarktung falsch bepreister Flugtickets. Nun ist daraus ein Reiseportal geworden, dessen Geschäftsmodell er erweitert.
27.12.2019 - 04:00 Uhr Kommentieren
Der Chef von Urlaubstracker will das Unternehmen ständig verändern und anpassen. Quelle: Urlaubstracker
Jonas Schulze Dieckhoff

Der Chef von Urlaubstracker will das Unternehmen ständig verändern und anpassen.

(Foto: Urlaubstracker)

Frankfurt Für Jonas Schulze Dieckhoff stand früh fest: „Ich will mein eigener Chef sein.“ Auf Drängen seiner Eltern hatte er eine Ausbildung als Fachinformatiker bei Bosch begonnen. Doch zu der Zeit hatte er längst Gefallen am Unternehmertum gefunden. Im Alter von 13 Jahren betrieb er die erste eigene Website und verdiente Geld mit der Werbung. Schulze Dieckhoff, das wird beim Gespräch mit dem 31-Jährigen schnell deutlich, will was bewegen.

Warum also nicht die Leidenschaft für das Internet und für das Reisen verbinden? Irgendwann habe er sich überlegt, daraus eine Geschäftsidee zu machen, erzählt er. Die Plattform Urlaubstracker entstand. 2013 war das. Dieckhoff startete mit einer ganz speziellen Art von Schnäppchen: preislich falsch ausgezeichneten Reise- und Flugangeboten.

„Da verrutscht schon mal das Komma oder es fehlt eine Null. Nach der Buchung besteht jedoch noch das Risiko, dass diese storniert werden können“, so Schulze Dieckhoff. Mithilfe einer intelligenten IT sucht Urlaubstracker nach solchen „Error-Fares“ und vermittelt sie – vorzugsweise an junge Menschen mit kleinem Geldbeutel.

Schulze Dieckhoff ist ein Jungunternehmer, wie er im Buche steht. Er redet ruhig, wirkt überzeugend. Anfangs machte er sich mit der Suche nach den Fehlern anderer nicht gerade Freunde in der Reisebranche. Doch mittlerweile arbeiten die etablierten Unternehmen mit Urlaubstracker zusammen.

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    „Wir erreichen eine Kundengruppe, mit denen sich die Großen immer noch schwertun“, erklärt Schulze Dieckhoff. Junge Menschen würden heute spontan und über das Smartphone buchen. „Und sie wollen sich ihre Reise selbst zusammenstellen, keine vorgegebenen Pakete eines Veranstalters nutzen.“

    Im Reisemarkt tummeln sich zahlreiche solcher Start-ups, viele davon mit ähnlichen Ideen. Es gibt Anbieter wie Urlaubsguru, Urlaubspiraten oder Flyla. Doch längst nicht alle werden überleben. So stellte das deutsch-israelische Start-up Let’s Yalla, das Last-Minute-Angebote von Airlines vertrieb, seinen Betrieb im Mai ein.

    Airlines passen besser auf

    Der Grund: Die Fluggesellschaften geben sich bei der Übermittlung noch freier Sitzplatzkapazitäten immer zugeknöpfter. Zudem wollen sie die Kunden auf ihre eigene Website ziehen, weil sie fürchten, den Kontakt zu ihnen zu verlieren. Experten wie Gerald Wissel vom Beratungsunternehmen Airborne Consulting sehen für solche Reise-Apps deshalb auch maximal eine Chance in der Nische.

    Auch Schulze Dieckhoff weiß, dass er sein Unternehmen ständig verändern und anpassen muss. Die „Error-Fares“ etwa werden weniger. „Die Airlines passen besser auf, und die IT-Systeme dort werden auch besser“, erläutert der Unternehmer.

    Deshalb hat er sein Geschäftsmodell erweitert. Sogenannte „Deal-Hunter“ durchforsten das Netz nach Angeboten. So stößt Urlaubstracker auch auf ungewöhnliche und zuweilen überraschende Reiseangebote und kann früh Trends erkennen. „Gefragt sind zum Beispiel Reisen zu ‚Lost Places‘ wie der Reaktorruine von Tschernobyl“, sagt Schulze Dieckhoff.

    Damit sieht er sein Unternehmen vorerst auf der sicheren Seite. 20 Mitarbeiter sind mittlerweile bei Urlaubstracker beschäftigt. Konkrete Geschäftszahlen nennt der Unternehmer nicht. Nur so viel lässt er sich entlocken. „Der Umsatz ist siebenstellig. Und wir haben bis jetzt kein Fremdkapital gebraucht.“

    Mehr: Der ehemalige Chef von Thomas Cook hat es nicht geschafft, die Insolvenz des Tourismuskonzerns zu verhindern. Dafür gibt es eine simple Erklärung.

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