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Kanadischer Handelskonzern Großaktionär Richard Baker will Ex-Kaufhof-Mutter HBC übernehmen

Der Chairman des kanadischen Handelskonzerns plant den Abschied des Unternehmens von der Börse. Doch es formiert sich eine starke Opposition gegen ihn.
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Der Großaktionär will zusammen mit einer Investorengruppe den kanadischen Handelskonzern Hudson’s Bay Company (HBC) übernehmen.
Richard Baker

Der Großaktionär will zusammen mit einer Investorengruppe den kanadischen Handelskonzern Hudson’s Bay Company (HBC) übernehmen.

Düsseldorf Richard Baker hatte offenbar gedacht, er würde bei den Aktionären offene Türen einrennen. Der Chairman und Großaktionär des kanadischen Handelskonzern Hudson’s Bay Company (HBC) will zusammen mit einer Investorengruppe das Unternehmen übernehmen und von der Börse nehmen – wie es der aktivistische Investor Jonathan Litt schon lange gefordert hat.

Dann könnte Baker wieder ungestört durchregieren. Doch bei dem von ihm gebotenen Preis hat er sich offenbar verkalkuliert. 9,45 kanadische Dollar will er zahlen – eine Summe, die er bereits im Januar einem Pensionsfonds für dessen Zehn-Prozent-Anteil geboten hatte.

Doch der Aktienkurs ist gestiegen – und mit ihm die Begehrlichkeiten der anderer Aktionäre. Und nun formt sich eine Opposition, die seine Pläne empfindlich stören könnte.

Der lautstärkste seiner Gegner ist Jonathan Litt, der über seinen Fonds Land and Buildings rund drei Prozent der HBC-Aktien hält. Als „beklagenswert unangemessen“ hat er das Angebot bezeichnet und darauf hingewiesen, dass HBC-CEO Helena Foulkes selber jüngst eingeräumt habe, dass allein das Immobilienvermögen des Unternehmens einen Wert von 28 kanadischen Dollar pro Aktie habe.

Nun hat Litt einen Mitstreiter bekommen. Die Investmentgesellschaft Catalyst Capital Group hat eine öffentliche Offerte für rund acht Prozent der HBC-Aktien gemacht – und bietet 10,11 kanadische Dollar pro Anteilsschein.

Und Catalyst hat erklärt, dass der Fonds mit seinen Stimmrechten gegen die Pläne von Baker stimmen will. Für Baker, der wegen seines nerdigen Auftretens gerne unterschätzt wurde, ist es eine relativ neue Erfahrung, sich mit einem Mal in der Defensive zu befinden.

Lange war er der smarte Angreifer, der sich mit wenig eigenem Geld und dem cleveren Einsatz von beliehenen Immobilien ein Warenhaus-Imperium zusammengekauft hatte. Schon als Jugendlicher war er eher an Geschäften interessiert als an der Schule.

So baute er mit 15 Jahren einen Catering-Service auf und beschäftigte seine Klassenkameraden als Kellner, wenn er die Gartenpartys in den noblen Vierteln seines Geburtsorts Greenwich belieferte.

Doch kurz nachdem er 2015 auch noch Kaufhof übernommen hatte, zeigte sich, dass ihm sein Handelsreich über den Kopf wuchs – und er wenig überzeugende Rezepte gegen den Niedergang der Warenhäuser hatte.

Als das Geschäft in Deutschland immer mehr Verluste anhäufte, verkaufte er Kaufhof an den Karstadt-Eigentümer René Benko. Und genau dieses Geld will er jetzt einsetzen, um die HBC-Aktionäre auszubezahlen. Doch obwohl Baker und seine Mitstreiter nach eigenen Angaben bereits 58 Prozent der Anteile kontrollieren, ist der Deal noch lange nicht durch, die Aktionäre wollen mehr.

Mehr: René Benko hat bei Kaufhof künftig das alleinige Sagen. Der Milliardär will nun beweisen, dass das deutsche Warenhaus doch noch eine Zukunft hat.

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