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Karriere-Netzwerk E-Recruiting treibt das Wachstum von Xing – doch die Aktie bricht ein

Das Karrierenetzwerk Xing ist in den ersten sechs Monaten des Jahres um 18 Prozent gewachsen. Der Wachstumstreiber E-Recruiting wird weiter ausgebaut.
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Das Karrierenetzwerk verdient Geld mit der Vermittlung von Fachkräften. Quelle: dpa
Xing

Das Karrierenetzwerk verdient Geld mit der Vermittlung von Fachkräften.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Das Hamburger Karriere-Netzwerk Xing hat im ersten Halbjahr 2019 den Umsatz um 18 Prozent auf 128,2 Millionen Euro gesteigert. Das Ebitda erhöhte sich um 19 Prozent auf 39,7 Millionen Euro. So soll es auch weitergehen: Für das Gesamtjahr 2019 peilt Xing ein Ebitda von 84 Millionen Euro an. „Grundsätzlich sind wir zufrieden und sehen uns auf Kurs – auch wenn der Aktienkurs heute Morgen zurückgegangen ist“, sagte Thomas Vollmoeller, CEO der Xing SE, dem Handelsblatt.

Die im SDax notierte Aktie war in den ersten Handelsminuten stark ins Minus gerutscht. Das Papier sackte um bis zu 14 Prozent auf 282 Euro ab und entfernte sich damit weiter von seinem Rekordhoch von 380,50 Euro Anfang Juli. Die Analysten hatten unter anderem höhere Wachstumsraten beim E-Recruiting – dem Vermitteln von Fachkräften über die Onlineplattform – erwartet.

Dabei ist E-Recruiting nach wie vor der große Wachstumstreiber von Xing: Im ersten Halbjahr erhöhte sich der Umsatz um 31 Prozent auf 65,3 Millionen Euro. Um diesen Bereich auszubauen, hat Xing in diesem Jahr das Berliner Start-up Honeypot für 22 Millionen Euro gekauft, das sich auf die Vermittlung von IT-Fachkräften spezialisiert hat.

Honeypot kehrt das bekannte Prinzip der Jobsuche um: Bei dieser Plattform bewerben sich Unternehmen bei den Arbeitnehmern – nicht umgekehrt. Rund 120.000 Tech-Talente sind auf der Plattform registriert. Jede Woche kämen rund 1000 neue Fachkräfte dazu. Nur etwa 30 Prozent von ihnen stammen aus Deutschland, der Rest kommt unter anderem aus Osteuropa und aus Südamerika.

Xing-CEO Vollmoeller räumte ein, dass der Umsatz mit E-Recruiting noch höher hätte ausfallen können. Das Unternehmen habe im ersten Halbjahr allerdings nicht ausreichend Vertriebsmitarbeiter finden können. Derzeit stockt er die Vertriebsmannschaft bei Honeypot auf rund 20 Beschäftigte zum Jahresende auf.

Darüber hinaus hat Xing eine Art virtuelle Brücke zur Plattform Honeypot gebaut: Unternehmen, die auf Xing nach IT-Fachkräften suchen, werden automatisch an Honeypot weitergeleitet. Das geschieht aber nur im Hintergrund – beide Marken sollen weiterhin bestehen bleiben. 

Die Funktionsweise von Honeypot gibt einen Vorgeschmack auf die veränderte Arbeitsmarktlage: Die Suche nach Fachkräften wird immer schwerer, der demografische Wandel und die fortschreitende Digitalisierung der Wirtschaft beschleunigen diese Entwicklung weiter. „Das Umdrehen der Machtverhältnisse fängt gerade erst an“, sagt Vollmoeller.

Google als Vermittler

Unternehmen müssten sich daher aktiver um Mitarbeiter bewerben. Employer Branding ist aus Sicht von Xing ein Wachstumsfeld – und wird von dem Unternehmen mit neuen Produkten, die im Herbst vorgestellt werden, stärker besetzt.

Zuletzt hatte der Internetkonzern Google sein Angebot für die Stellenvermittlung ausgebaut. Die gezielte Suche nach Jobangeboten via Google gibt es bereits seit 2017 in den USA. Mit „Google for Jobs“ hat der Konzern seit Mai 2019 auch in Deutschland sein Angebot um eine gezielte Suche nach Stellenausschreibungen erweitert. Damit Hunderttausende Jobs darüber recherchierbar sind, kooperiert Google unter anderem mit Partnern wie Linkedin, Xing oder Monster. 

Nutzer, die Stellenanzeigen über Google suchen, bekommen unter anderem Angebote, die Unternehmen auf Xing platziert haben, angezeigt. Obwohl das deutsche Unternehmen kein Geld für die Bereitstellung des Contents von Google bekommt, sieht CEO Vollmoeller dennoch eine Win-win-Situation. „Google gibt uns eine größere Sichtbarkeit. Zudem profitieren unsere Firmenkunden von der Zusammenarbeit“, meint er. Insofern habe der Launch von „Google for Jobs“ seinem Unternehmen tatsächlich geholfen

Xing, dessen Hauptaktionär das Münchener Medienhaus Burda ist, hat aktuell gut 16 Millionen Mitglieder im deutschsprachigen Raum. Anders als Wettbewerber LinkedIn, der inzwischen von Microsoft gekauft wurde, ist Xing nicht global tätig. Zum 1. Oktober steht die bereits angekündigte Umbenennung des Unternehmens in New Work SE an. Trotz eines Rechtsstreits mit einem Unternehmer sei die Eintragung des Firmennamens im Handelsregister in Hamburg bereits erfolgt, sagte Vollmoeller.

Für ihn ist die Umbenennung wichtig: Mit Tochterunternehmen und Marken wie Kununu oder HalloFreelancer sei das Unternehmen längst mehr als das reine Netzwerk, sagte Vollmoeller. Die Vision von „New Work“ bilde vielmehr die Klammer um alle Unternehmensaktivitäten. Die Produktmarken wie Xing, Kununu, InterNations, Prescreen und Honeypot bleiben von der Namensänderung unberührt, lediglich die Unternehmensmarke ändert sich.

Mehr: Erst die Heimat, dann der Job: Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Portals meinestadt.de. Was das für Arbeitgeber bedeutet.

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