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KfW-Studie Nur noch wenige Deutsche wollen ein eigenes Unternehmen gründen

Der Wunsch nach beruflicher Selbstständigkeit geht laut einer Erhebung der KfW zurück: Nur noch ein Viertel der Deutschen kann sich vorstellen, eine eigene Firma zu gründen.
Update: 15.08.2019 - 10:30 Uhr 3 Kommentare
Bei Menschen unter 30 ist der Wunsch nach beruflicher Selbstständigkeit laut KfW vergleichsweise stark. Quelle: Imago/Westend61
Jungunternehmer

Bei Menschen unter 30 ist der Wunsch nach beruflicher Selbstständigkeit laut KfW vergleichsweise stark.

(Foto: Imago/Westend61)

Frankfurt Der Unternehmergeist der Menschen in Deutschland schwindet – die wenigsten wollen inzwischen ihr eigener Chef sein. Nur ein Viertel der Erwerbsbevölkerung hatte 2018 den Wunsch nach beruflicher Selbstständigkeit, wie aus einer Umfrage der staatlichen Förderbank KfW hervorgeht.

Das ist der niedrigste Wert seit der erstmaligen Erhebung im Jahr 2000. Damals habe sich fast jeder Zweite (45 Prozent) eine selbstständige Tätigkeit gewünscht. Die guten Bedingungen am Arbeitsmarkt und eine alternde Gesellschaft seien wichtige Gründe für den schwindenden Unternehmergeist, hieß es in der Studie.

Bei Menschen unter 30 ist der Wunsch nach beruflicher Selbstständigkeit allerdings noch vergleichsweise stark. Mehr als jeder Dritte habe sich 2018 eine Selbstständigkeit vorstellen können. Mit steigendem Lebensalter nehme das Gründungsinteresse aufgrund stärkerer familiärer und beruflicher Abhängigkeiten jedoch ab.

Ein besonders drastischer Einschnitt sei nach Beginn der internationalen Finanzkrise zu erkennen gewesen, hieß es. In Deutschland habe die Bereitschaft zur selbstständigen Tätigkeit zwischen 2009 (41 Prozent) und 2012 (30 Prozent) deutlich abgenommen. Offenbar habe die Finanzkrise die Einstellung der Menschen zur Selbstständigkeit negativ beeinflusst.

Die Untersuchung der Förderbank basiert auf dem KfW-Gründungsmonitor, einer repräsentativen, telefonischen Bevölkerungsbefragung zum Gründungsgeschehen in Deutschland. Teilgenommen haben 50.000 in Deutschland ansässige Personen mit hinreichenden Deutschkenntnissen zwischen 18 und 67 Jahren.

Grafik

Neben der Förderbank KfW hat auch das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn das Gründungsverhalten in Deutschland untersucht. „Seit geraumer Zeit beobachten wir eine erhebliche Abnahme der Existenzgründungen im gewerblichen Bereich, vor allem wegen der positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt“, sagt Forscherin Rosemarie Kay.

Die Gründungsneigung der Frauen sei im Untersuchungszeitraum, also zwischen 2008 und 2017, stärker zurückgegangen als die der Männer. Während 2008 der Anteil der von Frauen gegründeten Unternehmen in Deutschland noch 33,2 Prozent betrug, waren es 2017 nur noch 29,3 Prozent.

Aufgrund ihrer tendenziell niedrigeren Risikoneigung fühlten Frauen sich womöglich stärker von einem sicheren Job als Angestellte angezogen als Männer, sagt Kay. Das Innovationspotenzial der Unternehmen, die von Frauen gegründet wurden, sei genauso hoch wie das Potenzial von Firmen männlicher Gründer.

Mehr: Die Berliner Coachingplattform Coachhub meldet eine erfolgreiche Finanzierungsrunde: Investoren stecken sechs Millionen Euro in das Start-up. Die Gründer hoffen nun auf den Durchbruch.

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3 Kommentare zu "KfW-Studie: Nur noch wenige Deutsche wollen ein eigenes Unternehmen gründen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Bei Misserfolg bekommt der Gründer Häme und Ruin. Bei Erfolg gibt es Steuern, Gängelung und Neid. Da ist die quasi-Vollkasko-Deckung als Angestellter oder gar Beamter doch angenehmer. Man sollte aber sowieso Unternehmensgründungen nicht zum Selbstzweck erheben. Viele scheitern und viele Leistungsträger erzeugen mehr volkwirtschaftlichen Effekt als Angestellte in existierenden größeren Unternehmen. Denn dadurch werden Mehrfachstrukturen reduziert und der Weltmarkt ist schneller zugänglich. Neues wird auch in existierenden Unternehmen gemacht. Dass die träge seien ist ein Klischee. Deshalb finde ich auch die politische Bevorzugung von KMU nicht richtig.

  • Das sind doch alles nur Kollateralschäden unserer segensreichen Regierung.

    Es werden halt immer weniger "starke Schultern" zum Abgaben-, Gebühren-, Beiträge- und Steuernzahlen. Auch ein Zeichen von Intelligenz dieses Spiel nicht mehr spielen zu wollen.

    Nicht aufregen. Einfach hinnehmen. Wir schaffen das.

  • Das nimmt nicht wunder, Kleinunternehmen wird es von der Politik eigentlich nicht einfach gemacht und wenn was schief geht bekommt man von Staat und Gesellschaft noch einen Tritt in den Hintern :-( Eigentlich sind Kleinunternehmen der Politik ein Dorn im Auge, auch wenn man immer was andres sagt. Aber große Sprüche nützen halt nix, wenn derweill alles immer teurer und komplizierter wird, was die Sebstsändigkeit angeht!

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