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KI-Start-up Zeitgold sichert sich 10 Millionen Euro – und gewinnt Axa und Deutsche Bank als Investoren

Mithilfe Künstlicher Intelligenz digitalisiert das israelisch-deutsche Start-up die Bürokratie kleiner Unternehmen. Axa und die Deutsche Bank helfen nun dabei.
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Das Start-up Zeitgold hat in der jüngsten Finanzierungsrunde 10 Millionen Euro erhalten.
Start-up Zeitgold

Das Start-up Zeitgold hat in der jüngsten Finanzierungsrunde 10 Millionen Euro erhalten.

DüsseldorfDie Künstliche Intelligenz (KI) hat den Menschenverstand überholt – zumindest, wenn es um das Geschäftsmodell von Zeitgold geht: die Buchhaltung kleinerer Unternehmen zu digitalisieren. Der Mitgründer des Start-ups, Stefan Jeschonnek, erklärt: „Unsere KI arbeitet fünf Mal schneller als menschliche Steuerberater und die digitalen Prozesse werden jeden Tag weiter verbessert.“

Vermutlich ist das einer der Gründe, warum in der jüngsten Finanzierungsrunde nun auch der französische Versicherungskonzern Axa und die Deutsche Bank in das Start-up investiert haben. Insgesamt hat Zeitgold 10 Millionen Euro von bestehenden und neuen Investoren eingesammelt.

Hendrik Reese ist KI-Experte der Unternehmensberatung PwC und findet: „Die Investitionen in Startups wie Zeitgold zeigen, dass Deutschland aus dem Dornröschenschlaf aufwacht und deutsche Unternehmen vor allem in der Finanzbranche realisieren, dass KI jetzt schon Realität ist und es eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten bietet.“

Gerade Axa und die Deutsche Bank sind wichtig für Zeitgold: Jeschonnek und seine beiden Mitgründer, Jan Deepen und der israelische Partner Kobi Eldar, erreichen so eine breitere Kundengruppe. Denn viele Kleinunternehmer in Deutschland sind über Axa versichert und haben Konten bei der Deutschen Bank.

Darüber hinaus sind die Sachbearbeiter beider Unternehmen über das Geschäftsmodell von Zeitgold informiert. Sie können den Kontakt zwischen ihren eigenen Kunden und dem Start-up herstellen.

Jeschonneks Partner Jan Deepen sagt: „Im letzten Jahr haben wir unglaublichen Fortschritt gemacht. Wir haben unser Produkt für hunderte neuer Kunden geöffnet und erzielen inzwischen siebenstellige Jahresumsätze.“ Die neuen Partnerschaften würden Zeitgold ein breiteres Spektrum ermöglichen, kleinere Unternehmen zu erreichen und das Produktangebot für den Massenmarkt auszubauen.

Der analoge Teil des Geschäftsmodells klingt simpel: Jeder Kunde bekommt eine Box, in die er seine gesammelten Dokumente wie Eingangsrechnungen von Lieferanten, Krankmeldungen von Mitarbeitern oder Schreiben vom Finanzamt hineinlegt. Ein Kurier holt die Dokumente einmal pro Woche ab und bringt sie in das Digitalisierungszentrum des Start-ups.

Ab da übernimmt die KI: Wie Jeschonnek bereits im vergangenen Jahr erklärte, extrahiert Zeitgold aus all diesen Daten Informationen, die notwendig sind, um geschäftsrelevante Entscheidungen zu treffen. Das meiste Know-how kommt von KI-Experten aus Tel Aviv, die die Algorithmen schreiben.

Genau diese Daten sind auch für die präzisen Ergebnisse des Start-ups verantwortlich. „Wenn einer unser Steuerberatungspartner eine Buchung macht, die von unserem Vorschlag abweicht, lernt unser System davon und stellt sicher, dass das nicht wieder vorkommt“, sagt Stanford-Absolvent Jeschonnek.

Mit dem frischen Kapital will Zeitgold deshalb auch größtenteils sein Technologieteam weiter ausbauen. Das 2015 gegründete Start-up will bis Ende des Jahres 90 neue Stellen an seinen beiden Standorten Berlin und Tel-Aviv besetzen. Mittlerweile hat Zeitgold auch seinen Kundenpool mehr als verdoppelt: etwas mehr als 200 Kleinunternehmen vertrauen auf die KI-Lösung.

Seit der Firmengründung sind bisher insgesamt 24,2 Millionen Euro in Zeitgold geflossen. Neben Axa und der Deutschen Bank sind auch der israelische Tech-Investor Saban Ventures und der Schweizer Wagniskapitalgeber Btov Partners unter den Investoren. Auch die Altinvestoren Battery Ventures und Holtzbrinck Ventures gehören wieder zu den Geldgebern. Das Start-up plant die nächste Finanzierungsrunde in den kommenden 24 Monaten.

Trotz des steigenden Interesses ist der Verkauf des Start-ups Jeschonnek zufolge nicht geplant. Zeitgold, das mit anderen Unternehmen wie Smacc oder Candis konkurriert, forciere weiterhin das Wachstum.

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