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Klaus Meier-Kortwig Dieser Mittelständler will Shopping rund um die Uhr möglich machen

24-Stunden-Supermärkte sind der Traum von Konsumenten, für die Betreiber ist das aber kaum profitabel. Der Chef des schwäbischen Einkaufswagenbauers Wanzl will das ändern.
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Die Schwaben sind Pioniere der Selbstbedienung. Quelle: Wanzl Metallwarenfabrik GmbH
Wanzl-Chef Klaus Meier-Kortwig

Die Schwaben sind Pioniere der Selbstbedienung.

(Foto: Wanzl Metallwarenfabrik GmbH)

DüsseldorfWer nachts dringend Babywindeln, Obst oder Butter braucht, der kann in Zukunft auch im Supermarkt um die Ecke bequem einkaufen. Das Familienunternehmen Wanzl stellte nun einen 24-Stunden-Laden vor – der außerhalb der normalen Öffnungszeiten ohne Personal auskommt.

Die Eingangstür öffnen die Kunden mit einem QR-Code auf ihrem Handy oder mit ihrer Kundenkarte. Haben die Verbraucher alles im Wagen, scannen sie den Einkauf oder legen ihn auf das Band des Selbst-Scanning-Tunnels – wie beim Handgepäck im Flughafen. Bezahlt wird bargeldlos. Die Quittung öffnet den Ausgang.

Rund um die Uhr einkaufen – das funktioniert bisher nur an der Tankstelle mit begrenztem Sortiment oder im Internet, mit der Lieferung am nächsten Morgen. Wanzl will die Öffnungszeiten für Läden erweitern – selbst wenn das Personal längst Feierabend hat.

Denn auch der Weltmarktführer für Einkaufswagen aus Leipheim bei Ulm leidet darunter, dass viele Käufer ins Internet abwandern. „Hypermärkte mit Tausenden Einkaufswagen sind überholt, dafür nehmen Onlinebestellungen auch im Lebensmitteleinzelhandel zu“, sagt Wanzl-Chef Klaus Meier-Kortwig.

Zwar stammt jeder zweite Einkaufswagen weltweit von Wanzl, und auch der Umsatz stieg 2018 leicht auf 725 Millionen Euro. Doch der 50-Jährige weiß: „Wir dürfen uns auf unserem Markterfolg nicht ausruhen.“ So hat der Einkaufswagenhersteller – vor 80 Jahren vom Großvater des heutigen Aufsichtsratschefs Gottfried Wanzl gegründet – sein Angebot deutlich ausgeweitet und bietet von Logistikwagen bis zum Ladenbau alles rund um den Einkauf an.

Anders als die kassenlosen Läden von Amazon Go, in denen Sensoren, Regalwaagen und Kameras die Kunden überwachen, lässt Wanzl die Märkte so, wie sie sind. Lediglich Zutrittstore und die Selbstscanner-Kassen müssen neben der Software installiert werden. Amazon Go will Kassenschlangen abschaffen und Kundendaten sammeln, Wanzl dagegen will das Personal zu Randzeiten entlasten.

Handelsexperte Gerrit Heinemann, Professor an der Hochschule Niederrhein, sieht das Konzept indes skeptisch: „Nur die Öffnungszeiten für Läden zu erweitern ist zu kurz gesprungen.“

Das sei nicht die Lösung für den darbenden stationären Handel, um sich gegen Rundumanbieter Amazon, bei dem 70 Prozent der erwachsenen Deutschen Kunde sind, behaupten zu können. Es gehe um Digitalisierung und intelligente Analyse von Kundendaten, nicht um Hardware.

Im Großhandel funktioniert das Wanzl-Konzept allerdings bereits. Beim Schraubenhändler Würth können sich Handwerker in Vöhringen rund um die Uhr eindecken. „Würth24 ist so erfolgreich, dass weitere Märkte um Stuttgart eröffnet wurden“, sagt Meier-Kortwig, der zuvor bei BMW, McKinsey und Behr arbeitete.

„Das Konzept von Wanzl mag Personalkosten zu Randzeiten entlasten“, so Heinemann. Er fürchtet aber, dass Ladenschlussgesetz und Betriebsräte hierzulande im Wege stehen. Der Wanzl-Chef ist indes zuversichtlich: Eine größere deutsche Lebensmittelkette konnte er schon für Tests gewinnen.

Mehr: Jeder zweite Einkaufswagen weltweit stammt von Wanzel. Wie das Unternehmen erfolgreich wurde, erklärt Handelsblatt-Autorin Katrin Terpitz.

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