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Klaus Rosenfeld Schaefflers Vorstandschef bereitet sich auf ungemütliche Zeiten vor

Die Kosten sind zu hoch: Schaefflers Vorstandschef Rosenfeld fordert seine Führungskräfte zum Sparen auf.
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Der Vorstandschef von Schaeffler mahnt Tempo an: „Es ist Zeit zu handeln.“ Quelle: dpa
Klaus Rosenfeld

Der Vorstandschef von Schaeffler mahnt Tempo an: „Es ist Zeit zu handeln.“

(Foto: dpa)

München Aus seiner Ungeduld macht Klaus Rosenfeld keinen Hehl. „Wir haben keine Zeit zu verlieren. Es ist Zeit zu handeln“, schrieb der Schaeffler-Vorsitzende in einem Weckruf an seine Führungskräfte. Die Zeiten seien hart „und werden wahrscheinlich noch härter werden“. Gefragt seien „strikte Kosten- und Kapitaldisziplin“.

Nun ist Rosenfeld ohnehin kein sehr geduldiger Mensch. Der 53-Jährige hatte seine Karriere als Banker gestartet, hatte dann die Finanzen des damals schwer angeschlagenen Schaeffler-Konzerns refinanziert und war schließlich auch dank eines erfolgreichen Machtkampfs vom CFO zum Vorstandschef aufgestiegen.

Doch steht der Herzogenauracher Familienkonzern derzeit besonders unter Druck: Die Autobranche schwächelt, die Zulieferer müssen die Kosten senken. Doch gleichzeitig muss der Wandel ins Elektrozeitalter mit mutigen Investitionen geschafft werden. Für den Präzisionsmechanikspezialisten, dessen Geschäfte mehrheitlich noch immer am Verbrennungsmotor hängen, ist das eine Herausforderung.

Auch der Vorstand des Schwesterunternehmens Continental hatte im Herbst seine Spitzenmanager in scharfen Worten zu verstärkten Anstrengungen aufgefordert. Von einem Brandbrief war damals die Rede.

Doch Rosenfeld sieht sein sechsseitiges Schreiben, in dem es auch um viele andere Themen geht, als Teil seiner offenen Kommunikation mit den Führungskräften: „Ich kommuniziere regelmäßig und intensiv mit meinem obersten Führungskreis“, sagte er dem Handelsblatt. Seit seinem Amtsantritt habe er 87 solcher CEO-Messages geschrieben.

Die Lage sei derzeit für alle Autozulieferer schwieriger geworden. „Die Zeiten waren schon deutlich gemütlicher. Jetzt kommt der Regen von vorn. Da muss richtig priorisiert werden.“

Die Kosten seien bei Schaeffler im ersten Quartal schneller gewachsen als der Umsatz. Das sei nicht akzeptabel. Da sei jede Führungskraft gefordert, mit zu überlegen, wo gespart werden kann. Gleichzeitig werde in die Zukunftsthemen weiter investiert. Über den Brief Rosenfelds hatte das „Manager Magazin“ zuerst berichtet.

Seit dem Börsengang hat Rosenfeld die Investoren mit mehreren Gewinnwarnungen verärgert. Den meisten Konkurrenten erging es allerdings nicht besser, Schaeffler gehört noch immer zu den profitabelsten Zulieferern. In Industriekreisen wird betont, die Stimmung im Haus sei kämpferisch. Bei einem Executive-Meeting in Kopenhagen habe es neulich stehende Ovationen gegeben, als die besten Teams ausgezeichnet wurden. Auch der Vorstand ziehe derzeit am selben Strang.

Und so steht auch die Familie weiter in Treue fest zu Rosenfeld, verlautet aus dem Umfeld der Schaefflers. Der Vertrag war ohnehin erst im Herbst verlängert worden. Vergangene Woche war Rosenfeld drei Tage mit seinem Aufsichtsratschef Georg Schaeffler in den USA unterwegs. Die beiden tauschten sich auch sonst regelmäßig aus.

Seinen Brief an die Führungskräfte beendete Rosenfeld mit einem leicht angepassten Zitat von Winston Churchill. Erfolg sei nie endgültig, Scheitern keine Option. Was zähle, sei der Mut weiterzumachen.

Mehr: Der Autozulieferer Schaeffler prüft vier deutsche Standorte mit insgesamt 600 Beschäftigten. Betriebsrat und IG Metall kündigen Widerstand an.

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