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Konstantin Mehl Kaia Health: 23 Millionen Euro für App gegen Rückenschmerzen

Das Münchner Start-up will mit dem Kapital in den USA kräftig expandieren. Ihre App soll mit KI und speziellen Übungen Rückenschmerz-Geplagten helfen.
18.06.2020 - 16:00 Uhr Kommentieren
Kaia-Health-Gründer Konstantin Mehl. Quelle: picture alliance / ZB
Konstantin Mehl

Kaia-Health-Gründer Konstantin Mehl.

(Foto: picture alliance / ZB)

Berlin Fast wäre Konstantin Mehl die Coronakrise dazwischen gekommen. Im November vergangenen Jahres startete der Gründer eine Finanzierungsrunde für sein Start-up Kaia Health. Es bietet Telemedizin für Rückenschmerzen an. „Zwischenzeitlich war uns nicht klar, wie sich die Krise auf das Investment auswirken würde“, sagt Mehl dem Handelsblatt.

Nicht nur, dass in der Krise Investoren plötzlich sparsam werden. Die Geldgeber des 32-Jährigen sitzen in Europa und den USA verteilt, persönliche Treffen waren im Shutdown unmöglich. Mit stundenlangen Videokonferenzen klappte es dann doch.

Mehl und sein Team konnten eine Finanzierungsrunde in Höhe von 28 Millionen Dollar (23 Millionen Euro) abschließen, wie das Handelsblatt vorab erfuhr. Am Ende profitierte das Start-up sogar von der Coronakrise. „Sie hat Digital-Health-Anwendungen Aufwind verschafft, da sich Menschen fast nur noch zu Hause behandeln lassen konnten“, sagt Mehl.

Zu den Geldgebern zählen der zum US-amerikanische Versicherungsunternehmen United Health gehörende Risikokapitalgeber Optum Ventures und der mit 50 Millionen Dollar (44 Millionen Euro) ausgestattete österreichische Fund Capital300. Optum Ventures investierte bereits im September vergangenen Jahres rund acht Millionen Dollar (sieben Millionen Euro) in das Start-up. Insgesamt ist es nun mit 50 Millionen Dollar finanziert.

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    Kaia Health ist nicht das erste Start-up, das Mehl groß gemacht hat. 2013 baute er noch während seines Studiums den heutigen Lieferdienst Foodora auf, war dort bis 2015 CEO und verkaufte das Jungunternehmen schließlich an Rocket Internet.

    Daraufhin gründete er Kaia Health und widmete sich einer Idee, die ihm während des Studiums kam. Mit 22 Jahren litt Mehl an starken Rückenschmerzen und las von der multimodalen Schmerztherapie. Sie ist eine Mischung aus Bewegung, Atemübungen und Psychotherapie und zielt darauf ab, dem Patienten ohne Operationen und Medikamente zu helfen. Der Ansatz half Mehl, die Schmerzen waren nach vier Wochen verschwunden. Heute dient er als Grundlage des Angebots von Kaia Health.

    Das Herzstück der App ist ein personalisiertes Trainingsprogramm, mit dem Nutzer Übungen machen können und sich dank Künstlicher Intelligenz (KI) per Kamera korrigieren lassen. Sie kann Bewegungen erkennen und stellt in Echtzeit ein abstrahiertes Körpermodell dar. Die KI hat das Start-up mit einem gigantischen Video-Datensatz trainiert. Mehrere klinische Studien, unter anderem von der Uni Pennsylvania und der TU München, haben die Wirksamkeit der Therapie untermauert.

    „Das Investment ist für uns spannend, weil Kaia eine skalierbare Therapieform mittels einer sehr fortgeschrittenen Technologie ermöglicht“, sagt Capital300-Gründer Peter Lasinger dem Handelsblatt. „Beeindruckend finde ich, dass die Technologie unabhängig von Größe, Körperbau und Kleidung des Nutzers präzise funktioniert“, sagt er. Mit dem Investment will Kaia Health weitere Angebote für diese Therapieform entwickeln, etwa für Knie- und Hüftschmerzen.

    „Die USA sind der weltweit fortgeschrittenste Digital-Health-Markt“

    Zudem will CEO Mehl noch stärker auf dem US-Markt expandieren. Das Start-up hat neben dem Standort in München ein Büro in New York mit rund 20 Mitarbeitern, die Mehl auf 40 aufstocken will. In den USA gebe es den „weltweit fortgeschrittensten Digital-Health-Markt“, sagt er. „Hier gibt es große Offenheit für neue Medizin-Technologien unter Patienten, in der Politik und in Unternehmen.“

    Letztere hat der Gründer im Visier: In den USA erstatten Firmen ihren Arbeitnehmern in der Regel Gesundheitskosten. Deswegen sind Mehl und sein Team gerade dabei, Verträge mit großen Arbeitgebern abzuschließen, die die App ihren Angestellten erstatten. Sie kostet in den USA 250 Dollar, sei aber „die günstigste klinisch bewiesene Rücken-App auf dem Markt“, sagt Mehl. Bis Ende des Jahres will er so 30 Unternehmen mit jeweils mindestens 5000 Angestellten als Kunden gewinnen. Das Ziel ist, noch in diesem Jahr sieben Millionen Euro Umsatz mit rund 15.000 Nutzern zu erwirtschaften. Seit der Gründung 2016 haben 400.000 Menschen die App genutzt, die meisten davon jedoch in Deutschland.

    Hierzulande machte das Unternehmen Anfang des Jahres auf sich aufmerksam, weil es den Preis für die App auf 99 Euro pro Monat kräftig erhöhte. Der Grund hierfür war, dass sich das Start-up mit seinem Angebot nicht mehr an einzelne Nutzer, sondern Krankenkassen richten will, die die App ihren Versicherten erstattet. Dazu zählen derzeit etwa die Barmer oder die AOK Nordost.

    „Bisherige Studien zeigten einen deutlich höheren Therapieerfolg durch Kaia und Versicherungen werden viel Geld sparen, wenn Patienten weniger Rücken-OPs und andere weniger erfolgreiche aber teure Therapien in Anspruch nehmen“, sagt Mehl. Mit dem Digital-Versorgung-Gesetz hofft das Unternehmen, als „App auf Rezept“ von allen Krankenkassen erstattet zu werden.

    Mehr: Foodora-Gründer startet App gegen Rückenschmerzen

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