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Kunsthändler im Interview Iwan Wirth: „Ich trenne das Private nicht vom Geschäftlichen“

Hauser & Wirth stellt stets den Künstler in den Mittelpunkt – auch an schönen Orten der Welt. Iwan Wirth lässt auch Nicht-Eingeweihte daran teilhaben.
29.08.2020 - 15:58 Uhr Kommentieren
„Die Verbindung zur lokalen, sozialen und kulturellen Situation ist für uns Teil unserer DNA geworden.“ Quelle: Hauser & Wirth / Amelia Troubridge
Kunsthändler Iwan Wirth

„Die Verbindung zur lokalen, sozialen und kulturellen Situation ist für uns Teil unserer DNA geworden.“

(Foto: Hauser & Wirth / Amelia Troubridge)

Düsseldorf Herr Wirth, mit einer der führenden Kunstgalerien, mit einer Farm und einem Hotel, mit Restaurants und Bildungsprogrammen schaffen Sie mit Hauser & Wirth eine eigene, hochqualitätvolle „Welt“ in der Kunstszene. Was treibt Sie an?
Da sind immer noch Leidenschaft und Begeisterung für die Kunst, die Künstler – und mein unbedingter Wunsch, Unternehmer zu sein. Es ist ein Privileg, dass meine Arbeit als Galerist und Kunsthändler mir erlaubt, genau das zu tun, was ich am liebsten tue – dass ich gar nie ein Bedürfnis hatte, das Private vom Geschäftlichen zu trennen und dass ich meine Kunstbegeisterung mit meinem intuitiven Interesse fürs Unternehmertum auf idealste Weise kombinieren kann. Dass ich dies seit 1992 mit meiner Frau Manuela tun kann, ist vielleicht das größte Privileg.

Was ist bei all dem Ihr Ziel?
Der zentrale Anspruch ist eine „Artist Centered Gallery“ zu sein, also eine Organisation, die die Bedürfnisse und Ansprüche ihrer Künstler als erste Priorität ansieht. In den letzten drei Jahrzehnten haben wir zahlreiche Innovationen umgesetzt. Und die Definition dessen, was man gemeinhin als „Galerie“ versteht damit erweitert.

Haben Sie deshalb soeben eine zweite Galerie in Zürich eröffnet? Sie haben mal gesagt, kein Künstler brauche eine Galerie in der Schweiz.
Wir können für Künstler nur dann als Partner interessant sein, wenn wir ihnen geografisch und architektonisch sehr unterschiedliche Ausstellungsräume anbieten: Von industriell groß, intim klein wie in der neuen Galerie in der Züricher Rämistrasse, über alt und neu, in der Stadt, auf dem Land und in den Bergen wie in St. Moritz.

Ihr neuestes Landschafts- und Kunstprojekt entsteht auf Menorca. Welche Auswirkungen hat der durch Corona verringerte Umsatz?
Die Krise hat auch auf Menorca – wie auf unseren Baustellen in New York und Somerset, wo wir einen Farm Shop bauen, zu einem mehrmonatigen Baustopp geführt. Doch wir planen das Haus, den Piet Oudolf-Garten, ein Restaurant und einen Skulpturenpark erst 2021 zu eröffnen. Kunst wollen wir durchaus gerne verkaufen — aber auch mit allen teilen.

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    Mit der Eröffnung eines Kunstzentrums auf dem Land in der Grafschaft Somerset 2005 hat sich teilweise Ihr Publikum geändert. Welche Konsequenzen hatte das?
    Mit der Eröffnung von Hauser & Wirth Somerset – einer mehr oder weniger ungeplanten Erweiterung der Galerie aufs Land – und der Eröffnung in Los Angeles, haben wir uns als Galerie neu definieren müssen. Weil wir uns an beiden Orten einem neuen Nicht-Kunstpublikum „erklären“ mussten. Die Verbindung zur lokalen, sozialen und kulturellen Situation ist für uns Teil unserer DNA geworden.

    „Mit vielen Künstlern verbindet uns eine langjährige Freundschaft“

    Als Kunsterklärer und -vermittler haben Sie damit durchaus Erfolg in Zeiten, da klassische Galeriebesuche zurückgehen.
    Seit Eröffnung von Somerset vor fünf Jahren haben 750.000 Besucher unsere Ausstellungen besucht. Das ist zum Beispiel mehr als in unseren Galerien Zürich und London mit doppelt so vielen Ausstellungen zusammen.

    Ihre Frau, Sie und Marc Payot sind die Präsidenten von „Hauser & Wirth“. Welche Gesellschaftsform haben Sie gewählt? Gibt es Subfirmen?
    Die Hauser & Wirth Galerien sind eine 1992 in der Schweiz gegründete, private Firma mit dem Hauptsitz in der Schweiz. Wir verfügen über Tochtergesellschaften in allen Ländern, in denen wir mit Galerien oder Ausstellungsräumen aktiv sind.

    Sie leiten ein Familienunternehmen und zählen auch die Künstlerinnen und Künstler dazu.
    Mit vielen Künstlern verbindet uns eine langjährige Freundschaft, die weit über das Geschäftliche hinausgeht. Die Galerie ist in jeder Beziehung „a one stop shop“. Das gilt sowohl für lebende Künstler, aber auch Beziehungen zu den Künstlernachlässen. Mit Jerry Gorovoy etwa von der Louise Bourgeois Foundation sind wir seit über 30 Jahren befreundet. Viele Künstler waren bereits bei Manuelas und meiner Hochzeit, bei der Taufe unserer Kinder oder haben die Geburtsanzeige gestaltet wie zum Beispiel Louise Bourgeois für unsere Tochter Alma.

    Herr Wirth, vielen Dank für das Interview.

    Mehr: Wie es dem Galeristen Iwan Wirth gelingt, ein Lifestyle-Imperium aufzubauen

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