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Kurk Wilks Schwäbischer Filterspezialist Mann+Hummel holt Amerikaner an die Spitze

Der US-Manager Kurk Wilks soll den Weltmarktführer zukunftsfest ausrichten – ohne jedoch die Kultur des Familienunternehmens zu schleifen.
11.12.2019 - 19:26 Uhr Kommentieren
Der neue Chef von Mann+Hummel ist seit Jahren für das Familienunternehmen in unterschiedlichen Positionen tätig – bisher allerdings stets in den USA. Quelle: Mann + Hummel
Kurk Wilks

Der neue Chef von Mann+Hummel ist seit Jahren für das Familienunternehmen in unterschiedlichen Positionen tätig – bisher allerdings stets in den USA.

(Foto: Mann + Hummel)

Düsseldorf Autozulieferer haben es derzeit nicht leicht. Die Transformation zu alternativen Antrieben, die Digitalisierung und nun auch noch die Vorgaben der Hersteller zur CO2-Neutralität bringen der Branche viele Umbrüche. Kurk Wilks weiß das. Er arbeitet seit mehr als 20 Jahren beim Ludwigsburger Filterspezialisten und Weltmarktführer Mann+ Hummel – allerdings bisher in den USA. Wilks ist Amerikaner.

Das Unternehmen, das 2018 rund vier Milliarden Euro umsetzte, beschäftigt rund 20.000 Mitarbeiter. Ab Neujahr wird Wilks das Unternehmen führen, wie der Autozulieferer am Mittwochnachmittag bekanntgab.

Bereits im Oktober hatte sein Vorgänger Werner Lieberherr den Weltmarktführer für Filtration nach knapp einem Jahr an der Spitze verlassen. Wie das Handelsblatt berichtete, gab es unterschiedliche Auffassungen über die Ausrichtung, vor allem aber wohl ein kulturelles Problem: „Das Wertegerüst von Herrn Lieberherr und das von Mann+Hummel haben sich leider als nicht deckungsgleich herausgestellt“, hat Aufsichtsratschef Thomas Fischer im Oktober gegenüber dem Handelsblatt eingeräumt.

Lieberherr, der zuvor BE Aerospace geführt hatte, trat keine einfache Mission an. Auch sein Vorgänger hatte gehen müssen. Lieberherr musste dann weltweit 1200 Stellen abbauen, 300 davon in Deutschland. Insgesamt 100 Millionen Euro sollen bis zum Jahr 2020 eingespart werden, um die Gewinneinbußen zu kompensieren. Denn das operative Ergebnis (Ebit) war 2018 um etwa die Hälfte auf knapp 94 Millionen Euro eingebrochen. Mann+Hummel wollte deshalb rasch handeln.

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    Nun kommt einer, der den Autozulieferer bereits lange von innen kennt, mit Aufsichtsratschef Fischer schon oft um die Welt gereist ist und – wie er freimütig zugibt – trotzdem noch Schwierigkeiten hat, Deutsch zu sprechen. Der in Michigan lebende Amerikaner war nach einem Wirtschaftsstudium und einem MBA zuvor in verschiedenen Positionen für Mann+Hummel tätig, aber immer in den USA, unter anderem als Salesmanager und zuletzt als General Manager für die Erstausrüstung in Neufahrzeugen.

    Nun also ein schwäbisches Unternehmen mit einem amerikanischen Chef. Doch Wilks winkt ab: Mann+Hummel sei zwar ein deutsches Familienunternehmen, aber vor allem ein internationaler Weltmarktführer, den er voranbringen will. 2020 soll das Kostensenkungsprogramm, das in Deutschland bereits beendet wurde, weltweit abgeschlossen sein. In fünf Jahren will er erstens profitables und nachhaltiges Wachstum generieren, zweitens den Transformationsprozess, der 2019 begonnen wurde, fortführen und drittens die Mitarbeiter mitnehmen.

    Seine Kinder, 13 und 15 Jahre alt, werden weiter und mindestens bis zum College-Alter in den USA bleiben. Wilks wird also über den Atlantik und durchs Ländle pendeln. Denn: Alle wichtigen Entscheidungen werden am Firmensitz in Ludwigsburg getroffen.

    Ein Vorteil dabei: Das Büro seines Aufsichtsratschefs Thomas Fischer liegt in der Zentrale direkt nebenan. Mit ihm kann er dann besprechen, welcher Führungsstil im Familienunternehmen gern gesehen wird, um nicht in die gleichen Probleme zu geraten wie sein Vorgänger.

    Wilks jedenfalls hat offiziell schon mal die notwendige Demut für einen Fremdmanager in einem Familienunternehmen bezeugt: „Ich bin dem Aufsichtsrat dankbar für das entgegengebrachte Vertrauen und dafür, dass ich für die Kontinuität des Familienunternehmens verantwortlich sein darf“, sagt er.

    Zu seinem Führungsteam gehören Finanzvorständin Emese Weissenbacher und der operative Geschäftsführer (COO) Nic Zerbst. Beide hatten das Unternehmen seit Oktober bereits kommissarisch geführt.

    Mehr: Mit der CO2-neutralen Produktion übt Volkswagen Druck auf die Zulieferer aus. VW-Einkaufsvorstand Stefan Sommer sieht darin aber auch eine Chance für die Zulieferer.

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