Liad Agmon Ein Gründer aus Israel will das Shoppen wieder persönlicher machen

Mit Dynamic Yield will Liad Agmon Webseiten und Geschäfte schlauer machen. Auf seine Lösung vertrauen auch Unternehmen wie Hello Fresh.
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Der Israeli will Unternehmen helfen ihre Kunden besser zu verstehen. Quelle: Dynamic Yield
Liad Agmon

Der Israeli will Unternehmen helfen ihre Kunden besser zu verstehen.

(Foto: Dynamic Yield)

DüsseldorfSo persönlich wie möglich muss es sein, das wissen Werbetreibende schon länger. Wer durch den Newsfeed auf Facebook scrollt, der bekommt auf Basis seiner Interessen das passende Angebot angezeigt. Dieses Prinzip wendet das israelische Start-up Dynamic Yield auch für Online-Shops an.

Dafür gab es jetzt frisches Geld: In der D-Finanzierungsrunde erhält das Start-up nun 32 Millionen US-Dollar Wagniskapital von den israelischen Geldgebern Viola Growth und Union Tech Ventures, wie das Handelsblatt vorab erfuhr. Das Gesamtfinanzierungsvolumen steigt damit auf rund 77 Millionen Dollar.

Die Idee zu seinem Start-up kam Gründer Liad Agmon 2011 nahezu in der Mittagspause, als er noch Entrepreneur-in-Residence beim traditionsreichen US-Wagniskapitalgeber Bessemer Venture Partners war: „Ich war gerade dabei, die Webseite der New York Times zu lesen, da ploppte die Paywall auf und teilte mir mit, dass ich zwanzig Artikel gelesen hätte in diesem Monat und schlug ein Abonnement vor.“, erzählt der 42-Jährige.

Er kam ins Grübeln: Warum waren es genau zwanzig Artikel? Warum bekam jeder Leser dieselbe Anzahl frei Haus? Und warum verband das Abo-Angebot ihn nicht direkt mit Themen, die ihn interessierten?

Diese Fragen gingen dem Israeli nicht aus dem Kopf. Er begann, sich auf die Suche nach Antworten zu machen. Dabei fand er heraus, dass zwar Werbetreibende ihre Anzeigen personalisieren, nicht jedoch die Betreiber von Online-Shops oder Nachrichtenseiten. Der Softwareentwickler machte sich an eine Lösung und gründete 2011 Dynamic Yield.

Die Plattform erlaubt es Betreibern, ihre Kunden besser kennen zu lernen und dann auch noch gezielter anzusprechen. Auf Basis von selbstlernenden Algorithmen können Marken direkt testen, was gut funktioniert und was nicht. Kunden erhalten dann personalisierte Angebote in Echtzeit oder Kaufempfehlungen per E-Mail.

Gründer Agmon ist einer der Prototypen des israelischen Start-up-Wunders. Mit weit über 3000 Start-ups und Technologiefirmen besitzt das Land die höchste Dichte an Digitalunternehmen außerhalb des Silicon Valley. Mitverantwortlich machen Experten dafür auch das hochtechnologisierte Militär, in dem nahezu jeder Israeli seinen verpflichtenden Wehrdienst ableisten musst. Wer einmal dient, nimmt nicht nur Führungsqualitäten wie Verantwortungsbewusstsein mit, sondern auch Know-how.

Wie viele andere aus der Tech-Szene machte sich Agmon mit dem gesammelten Wissen aus einer High-Tech-Einheit selbstständig. Sein erstes Unternehmen, den Cybersicherheitsanbieter Onigma, verkaufte er an McAfee, seine Social-Search-Gründung Delver ging an die Sears Holding. Der studierte Computerwissenschaftler ging als Vice President für neue Dienstleistungen erst einmal mit in den Konzern, bis zu jenem denkwürdigen Tag, als er gegen die Paywall der „New York Times“ stieß.

Seitdem ist viel passiert: Das in New York ansässige Unternehmen personalisiert das Einkaufserlebnis von 600 Millionen Kunden weltweit, beschäftigt 180 Mitarbeiter und zählt Unternehmen wie Ikea oder Lacoste zu seinen Kunden.

In Deutschland vertrauen beispielsweise Media Markt, Mister Spex, der Bild-Shop oder auch die Versicherungskammer Bayern auf das Angebot des Unternehmens. Der nächste Schritt: auch stationäre Geschäfte schlauer machen. Zum Beispiel dann, wenn das Smartphone im Laden für personalisierte Angebote genutzt werden kann.

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