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Lions Gate-Gründer Wie Frank Giustra vom BWL-Studenten zum Milliardär wurde

Eine kleine Anekdote um Prinz Harry und Meghan bringt einen kanadischen Milliardär in die Schlagzeilen – der sonst eher im Hintergrund agiert.
05.02.2020 - 15:26 Uhr Kommentieren
1997 gründete er „Lions Gate“ in Vancouver. Quelle: ddp
Frank Giustra

1997 gründete er „Lions Gate“ in Vancouver.

(Foto: ddp)

Ottawa Nach dem Umzug von Prinz Harry und seiner Frau Meghan nach Kanada rätselt alle Welt, wem das prunkvolle Anwesen auf Vancouver Island gehört, in dem die Royals samt Sohn Archie residieren. Eigentümer sei ein russischer Oligarch, hieß es zunächst, dann aber wurde Frank Giustra als der unbekannte Gönner genannt.

Der 62-jährige Unternehmer und Milliardär zählt zu den einflussreichsten Geschäftsleuten und Philanthropen Kanadas. Er reüssierte als Investmentbanker, Rohstoffmagnat und Filmmogul, aber in den vergangenen Jahren engagierte er sich vor allem für humanitäre Zwecke. Die Aufregung um Harry und Meghan katapultierte Giustra in die Schlagzeilen – unbegründet, wie er meint.

Auf Twitter dementierte er energisch: Die Geschichte sei „vollkommen falsch“. Allerdings berichtet „Fox Business News“, dass Musikproduzent David Foster den Aufenthalt in der Villa arrangiert haben soll. Foster sei ein Freund von Giustra, und Fosters Frau Katherine McPhee sei mit Meghan Markle in Los Angeles aufgewachsen.

Giustras Image fügt diese Anekdote eine weitere Facette hinzu. Die kanadische Zeitung „Globe and Mail“ bezeichnete ihn einmal als „Mann mit vielen Hüten“. Er ist eine schillernde Persönlichkeit mit einer Karriere voller Sprünge. Seine verarmten Eltern waren nach dem Krieg aus Italien nach Sudbury gekommen, eine Industriestadt im „Nickel Belt“, der Rohstoffregion Ontarios. Der Bergbau war ihm sozusagen in die Wiege gelegt.

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    Nach einem BWL-Studium begann Giustra als Investmentbanker bei Merrill Lynch. Bei Yorkton Securities in Toronto finanzierte er erstmals den Bau einer Goldmine und verdiente so seine erste Million Dollar. 1990 wurde er Chef von Yorkton. Mit dem Rohstoffboom nach dem Fall des Eisernen Vorhangs wurde er zu einem der reichsten Männer in Vancouver.

    1996 kündigte Giustra und verfolgte eine ganz andere Idee: „Wäre es nicht cool, ein in Kanada ansässiges Studio im amerikanischen Hollywood-Stil zu haben?“ Er flog nach Los Angeles und hatte keine Mühe, Leute aus dem Filmbusiness zu finden, die an seinem Geld interessiert waren. 1997 gründete er „Lions Gate“ in Vancouver.

    Freundschaft zu Bill Clinton

    Schon wenige Jahre später galt Lions Gate als eines der größten unabhängigen Unternehmen der Branche weltweit. Mit Filmen wie „Die Tribute von Panem“ und Michael Moores „Fahrenheit 9/11“ verbuchte Lions Gate wahre Blockbuster.

    Heute hat Giustra seine verschiedenen Unternehmen, zu denen auch wieder die Finanzierung von Rohstoffprojekten gehört, in der „Fiore Group of Companies“ zusammengeführt. Auch im Lebensmittelgeschäft ist er tätig, unter anderem mit einem Olivenöl, das er nach seiner Mutter Domenica Fiore benannte.

    Seine Kindheit hat ihn geprägt. Als Kind erfuhr er, was Ungleichheit und ein unsicheres Einkommen bedeuten. „Ich befand mich am ärmeren Ende des Spektrums. Einige Kinder hatten Fahrräder. Wir nicht. Sie bekamen Weihnachtsgeschenke, wir nicht“, erzählte er einmal. Schon als Kind engagierte er sich für örtliche Lebensmitteltafeln.

    Als Ende 2004 ein Tsunami weite Landstriche Südostasiens zerstörte, lud Giustra Freunde zu einem Fundraising in sein Haus. 1,8 Millionen kanadische Dollar für Hilfsprojekte kamen zusammen. Einer seiner Freunde stellte ihm den früheren US-Präsidenten Bill Clinton vor, der sich für die Tsunami-Hilfe engagierte. Daraus erwuchsen eine Freundschaft und eine enge Zusammenarbeit.

    Die „Clinton Giustra Sustainable Growth Initiative“ und die „Clinton Giustra Enterprise Partnership“ haben sich zum Ziel gesetzt, durch unternehmerische Aktivitäten Armut zu bekämpfen. Sie wollen vor allem Bauern in den Entwicklungsländern helfen, ihre Produkte zu vermarkten. Giustra unterstützt die Clinton-Stiftung, was wiederum kritische Fragen nach einer Vermischung philanthropischer, geschäftlicher und politischer Interessen aufwarf.

    Auch deswegen dürfte es ihm nicht passen, als Gönner von Prinz Harry und Meghan in die Schlagzeilen zu geraten. Giustra jedenfalls erklärte nun, er besitze überhaupt kein Haus in der Nähe von Victoria. „Ich wurde niemals von einem Mitglied der britischen königlichen Familie, dem Herzog und der Herzogin von Sussex oder irgendeinem ihrer Repräsentanten kontaktiert.“

    Mehr: Der Bayer-Chef Werner Baumann ruft die Unternehmen auf, sich gegen Klimawandel und Ungleichheit einzusetzen. Seinen Konzern will er bis 2030 klimaneutral machen.

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