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„Made in Germany, Made by Vielfalt“ Familienunternehmen wollen Zeichen für mehr Weltoffenheit setzen

Vorwerk-Gesellschafter Timm Mittelsten Scheid hat eine Initiative ins Leben gerufen. 50 Familienunternehmen zeigen dabei Flagge gegen Fremdenhass.
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Das Mitglied der Vorwerk-Unternehmerfamilie hatte die Idee zu der Initiative. Quelle: Vorwerk
Timm Mittelsten Scheid

Das Mitglied der Vorwerk-Unternehmerfamilie hatte die Idee zu der Initiative.

(Foto: Vorwerk)

DüsseldorfWenn es darum geht, persönlich politisch Stellung zu beziehen, sind Unternehmer hierzulande meist äußerst zurückhaltend und diskret. Doch nun wollen 50 bekannte Familienunternehmen ein Zeichen setzen.

An diesem Dienstag ist in 15 deutschen Städten eine Plakataktion angelaufen. Die Firmen werben darauf offensiv für Toleranz und Weltoffenheit in deutschen Unternehmen. Schließlich beruht ihr wirtschaftlicher Erfolg auch auf Mitarbeitern mit ausländischen Wurzeln.

Die Idee zur Initiative hatte Timm Mittelsten Scheid. Der 49-Jährige gehört zu den etwa 20 Gesellschaftern des Thermomix- und Kobold-Herstellers Vorwerk und sitzt im Beirat des Wuppertaler Familienunternehmens. „Das Thema beschäftigt mich persönlich sehr. Ich finde es wichtig, dass auch die Wirtschaft in Zeiten dieser gesellschaftspolitischen Debatten ein Zeichen setzt“, sagt er.

Auf den Plakaten und in den Anzeigen, die in Printmedien wie dem Handelsblatt erscheinen, steht: „Aus gutem Grund heißt es ‚Made in Germany‘ und nicht ‚Made by Germans‘. Denn täglich geben Mitarbeiter/Innen aus aller Welt bei uns ihr Bestes. Damit das so bleibt, stehen wir auch weiterhin für ein weltoffenes Deutschland.“

Dafür sollen vielfältige Aktivitäten der Unternehmen in den kommenden Wochen sensibilisieren. Es freue ihn, sagt Mittelsten Scheid, dass seine Idee auf so viel positive Resonanz im Kreise der Familienunternehmen gestoßen sei. Der promovierte Geograf lebt in München und tritt eher selten öffentlich in Erscheinung. Vorwerk hat sich bereits in der Integrationsinitiative für Geflüchtete „Wir zusammen“ engagiert.

Bisher waren es einzelne Unternehmer vor allem im Osten, die klare Position gegen Fremdenfeindlichkeit bezogen haben – wie die Chefin der Uhrenmanufaktur Nomos aus Glashütte oder der Inhaber der sächsischen Maschinenbau Niederwürschnitz. Nun äußern sich erstmals 50 bekannte Unternehmer gemeinsam.

„Weltoffenheit und Toleranz sind für Sennheiser als international agierendes Unternehmen selbstverständlich. Allerdings müssen wir uns heute wieder vermehrt für diese Werte einsetzen“, sagt etwa Daniel Sennheiser, Co-Chef des Audiospezialisten. Dirk Giersiepen, Chef des Schalterbauers Gira, will mit der Teilnahme an der Aktion auch „ein Zeichen für die Zukunftsfähigkeit des Standorts Deutschland“ setzen. Bei Gira arbeiten 1 250 Menschen aus 27 Nationen.

Tatsache ist: Deutschland braucht bis 2060 jedes Jahr 260.000 zusätzliche Fachkräfte aus dem Ausland, das zeigt eine aktuelle Bertelsmann-Studie. Die meisten müssten von außerhalb der EU kommen. Ein Fachkräfteeinwanderungsgesetz ist in Arbeit. Für die Integration von Mitarbeitern aus dem Ausland ist jedoch eine weltoffene Firmenkultur und Gesellschaft unabdingbar. Das wissen die Unternehmer nur zu gut.

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