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Manuel Meier und Matthias Leibitz Diese zwei Gründer wollen mit ihren Torwarthandschuhen Marktführer werden

Torwarthandschuhe auf Profi-Niveau für den Amateur-Keeper: Das ist die Idee von T1tan. Mittlerweile tragen die Handschuhe aber auch Bundesligaprofis.
28.11.2020 - 09:52 Uhr Kommentieren
Die beiden Gründer wollen mit T1tan mittelfristig Marktführer für Torwarthandschuhe werden. Foto: T1tan
Manuel Meier (links) und Matthias Leibitz

Die beiden Gründer wollen mit T1tan mittelfristig Marktführer für Torwarthandschuhe werden.

Foto: T1tan

Düsseldorf Für Torhüter sind Torwarthandschuhe das wichtigste Werkzeug auf dem Fußballplatz. Das gilt für einen Kreisliga-Keeper genauso wie für einen Bundesligatorwart. Der Handschuh muss die richtige Größe haben, bequem sein – aber eng anliegen – und vor allem guten Grip haben, sodass der Ball beim Fangen nicht durchrutscht. Die meisten Profitorhüter vertrauen auf die großen Marken wie Adidas oder Nike. Vier von 18 Bundesliga-Torhütern setzen diese Saison aber auf die Handschuhe der Marke T1tan.

Als Manuel Meier und Matthias Leibitz im Jahr 2010 T1tan gründen, sind sie von der Bundesliga noch weit entfernt. Die beiden 36-Jährigen lernen sich während ihres dualen Studiums kennen und wollen ihr eigenes Unternehmen gründen. „Wir wollten irgendwann mal mit einer richtig guten Idee durchstarten und schon mal testen, wie man ein Unternehmen aufbaut, um dann Anfängerfehler zu vermeiden“, erklärt Meier. Sie entscheiden sich dazu, Torwarthandschuhe zu entwickeln und zu produzieren. Leibitz ist selbst leidenschaftlicher Torhüter und hat schon als Student Handschuhe aus Russland und Großbritannien bei eBay gekauft und diese dann weiterverkauft.

Der große Durchbruch bleibt zunächst aus, das Geschäft aus dem heimischen Keller läuft in den ersten Jahren schleppend. Meier wird Vertriebsvorstand der Schweizer Schenker Storen AG und Leibitz arbeitet weiterhin im Marketing eines Maschinenbauers. „Wir haben damals alles selbst gemacht, neben einem Vollzeitjob“, blickt Leibitz zurück. „Abends die Bestellungen bedruckt und sind morgens eine halbe Stunde früher aufgestanden, um die Pakete aufzugeben.“

Die Durststrecke lässt beide ans Aufgeben denken. Doch 2014 passiert dann etwas Unerwartetes: Der frühere Welttorhüter Oliver Kahn, der Titan höchstpersönlich, meldet sich bei den beiden Gründern und will sich mit Ihnen austauschen. Meier und Leibitz sind völlig aus dem Häuschen. Ein gutes Gespräch bei einem gemeinsamen Essen in München mündet zwar nicht in eine Zusammenarbeit, Meier und Leibitz wollen aber weitermachen.

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    Die Geduld zahlt sich aus: Dieses Jahr erwartet T1tan einen Umsatz von 3,8 bis 4 Millionen Euro – trotz Corona. Rechnet man die drei Monate heraus, in denen aufgrund von Corona-Einschränkungen kein Fußball gespielt wurde, fällt das Ergebnis noch besser aus. Vor zwei Jahren lag der Umsatz noch bei rund zwei Millionen Euro. „Das Wachstum ist schon eine große Herausforderung“, sagt Meier mit Blick auf den rasanten Aufstieg. Am Sitz in Herbolzheim, etwa 30 Kilometer nördlich von Freiburg im Breisgau, beschäftigt T1tan aktuell neun Mitarbeiter.

    René Adler verhilft T1tan zum Durchbruch

    Für den großen Durchbruch sorgt Ex-Nationaltorhüter René Adler: 2017 wird der damals noch in der Bundesliga bei Mainz 05 aktive Keeper auf T1tan aufmerksam und bestellt sich anonym ein Paar Handschuhe. Adler ist begeistert von der Qualität, nimmt Kontakt zu den Gründern auf, investiert eine niedrige sechsstellige Summe und erhält dafür 20 Prozent der Anteile. Für T1tan bedeutet das nicht nur frisches Kapital, sondern Werbung vor einem Millionenpublikum, denn Adler trägt fortan die Handschuhe an den Bundesliga-Spieltagen.

    Der Ex-Nationaltorhüter steigerte die Bekanntheit von T1tan erheblich. Quelle: AFP
    René Adler (links)

    Der Ex-Nationaltorhüter steigerte die Bekanntheit von T1tan erheblich.

    (Foto: AFP)

    Mittlerweile hat Adler seinen Anteil auf 25,1 Prozent aufgestockt und agiert als beratender Gesellschafter. T1tan profitiert dabei zum einen von seiner Vernetzung in der Branche – mithilfe von Adler kamen die Bundesliga-Profis Florian Müller, Robin Zentner sowie Stefan Ortega zu T1tan – und zum anderen von seinem Know-how, was Torwarthandschuhe angeht. „Ich habe den Blickwinkel eines Kreisliga-Keepers und René blickt mit 20 Jahren Profi-Erfahrung auf unsere Entwicklungen und Produktionen, erklärt Leibitz das Zusammenspiel.

    Genau da setzt das Geschäftsmodell von T1tan an: Profihandschuhe für den Amateurtorwart, die deutlich günstiger als die der Konkurrenz sind. Kosten die Top-Modelle von Adidas, Nike und Uhlsport oft um die 100 Euro, bietet T1tan seine Handschuhe für 60 Euro an. Schlanke Strukturen und der Vertrieb über den eigenen Onlineshop machen das möglich. Ambitionen, Torwarthandschuhe über Zwischenhändler oder im Fachhandel anzubieten, hat T1tan nicht.

    Die beiden Gründer sind überzeugt von ihren Produkten: „Ich sehe am Markt keine Marke mehr, die bessere Torwarthandschuhe hat als wir“, sagt Leibitz selbstbewusst. Ein großer Vorteil gegenüber anderen Marken ist aus der Sicht von Meier und Leibitz, dass T1tan sich nur auf Torwarthandschuhe fokussiert, während die Konkurrenz zum Beispiel auch Fußballschuhe im Sortiment hat. Als erster Anbieter hat T1tan einen 3D-Konfigurator herausgebracht, sodass Kunden sich ihren individuellen Torwarthandschuh designen können.

    Meier und Leibitz wollen mit T1tan mittelfristig Marktführer für Torwarthandschuhe werden. Leibitz hat zudem noch ein weiteres Ziel: Innerhalb der nächsten drei Jahre will der Gründer ein WM- oder EM-Finale sehen, in dem ein Torwart mit T1tan-Handschuhen spielt.

    Im Frühjahr 2018 stand T1tan schon einmal im medialen Fokus, als Oliver Kahn – vier Jahre nach dem gemeinsamen Essen – T1tan verklagte, da er seine Rechte am Begriff „Titan“ verletzt sah. Im November 2018 einigten sich beide Parteien auf einen Vergleich und vereinbarten Stillschweigen darüber.

    Mehr: Der „Titan“ bleibt sich treu: Oliver Kahn startet mit Kampfansagen in den Vorstandsjob

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