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Marco Marchi Ein Landwirt aus Italien mischt die Modewelt auf

Liu-Jo-Gründer Marco Marchi kam als studierter Agrarwirt über Umwege zur Mode. Nun plant er den Börsengang und die Expansion nach Deutschland.
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Der 53-Jährige plant die rasche Expansion in Deutschland. Quelle: Liu Jo
Marco Marchi

Der 53-Jährige plant die rasche Expansion in Deutschland.

(Foto: Liu Jo)

Cos, Bash, Monki – Unternehmen lassen sich manches einfallen, um im bunten Modemarkt aufzufallen. Manchmal hilft sogar die Liebe, um ein Modelabel zu taufen. „Als ich jung war, verliebte ich mich in eine wunderbare Frau aus Riccione an der Adria“, erzählt Marco Marchi bei einem Gespräch in Berlin. „Mein Kosename war damals Jo und ihrer Liu.“

Als der heute 53-jährige Italiener vor knapp 24 Jahren seine Modefirma gründete, nannte er sie deshalb schlicht Liu Jo.

Heute ist Liu Jo aus Carpi (nicht zu verwechseln mit der Insel Capri), nordwestlich von Bologna, ein Unternehmen mit 800 Mitarbeitern und rund 340 Millionen Euro Umsatz. Und Marchi setzt jetzt alles daran, immer mehr eigene Läden zu eröffnen. Jeden Monat seien es fünf bis sechs, sagt Marchi, Präsident und Designchef, dem Handelsblatt. Nach Berlin will er „weitere Läden in Düsseldorf und Frankfurt eröffnen“.

Er hofft darauf, dass noch mehr Kundinnen im Alter von 35 bis 50 Jahren die Mode aus Italien kaufen wollen. Er beruft sich auf Marktforschungen, wonach sich viele Frauen feminin kleiden wollen. Er sieht Liu Jo als Premiummarke.

Bei Handelspartnern konkurriere die Denimsparte der Marke mit Calvin Klein und Tommy Hilfiger. „Nur der hohe Preis profiliert eine Marke noch nicht als Marke im Premium-Sektor“, beurteilt Modeexperte Franz Maximilian Schmid-Preissler die Strategie von Liu Jo skeptisch. Wichtiger sei es, dass die Marke eine eigene DNA habe, um sich langfristig durchzusetzen.

Dass er mal in der Modebranche Karriere mache würde, war anfangs nicht klar. Denn zunächst einmal studierte er auf Wunsch seines Vaters Agrarwirtschaft. Doch der Einfluss der damaligen Strickmode-Region Carpi, in der er aufgewachsen ist, war schließlich größer. Zuerst arbeitete Marchi für eine italienische Mode-Handelsmarke. Nach weiteren Stationen in der Modebranche gründete er dann mit seinem Bruder Vannis 1995 Liu Jo.

Vor knapp zwei Jahren verließ der 68-jährige Vannis das Management und verkaufte die meisten seiner Anteile an Marco, der heute 90 Prozent des Unternehmens hält. Der Firmengründer nutzte den Ausstieg des Bruders, um das Management zu verjüngen und die Internationalisierung voranzutreiben. Der smarte Geschäftsmann, Vater eines erwachsenen Sohnes und eines Kleinkindes, bereitete sogar einen Börsengang für dieses Jahr vor.

Doch aus dem wird erst einmal nichts werden. „Aufgrund der Turbulenzen am Kapitalmarkt in Italien haben wir den Prozess verlangsamt“, räumt Marchi ein – aufgeschoben sei jedoch nicht aufgehoben.

Eines steht für ihn aber fest: Marchi will auch nach einem künftigen möglichen Börsengang die Mehrheit an seinem Unternehmen behalten. Schon der Liebe wegen.

Mehr: In einer Analyse zeigt Handelsblatt-Redakteur Georg Weishaupt auf, welche Bedeutung Modeschauen für die Branche haben – trotz der wachsenden Bedeutung von Sozialen Netzwerken.

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