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Margit Leidinger Diese Unternehmerin putzt die Pyramiden und den Petersdom

Margit Leidinger hat sich mit Finalit auf die Reinigung historischer Gebäude spezialisiert. Nun will sie ihr Geschäftsmodell nach Deutschland exportieren.
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Die Produkte von Finalit sind bei der Restauration von historischen Bauwerken gefragt. Quelle: Dr.Smile
Margit Leidinger

Die Produkte von Finalit sind bei der Restauration von historischen Bauwerken gefragt.

(Foto: Dr.Smile)

WienMargit Leidinger ist viel unterwegs. Denn ihre Produkte und Dienstleistungen sind bei historischen Gebäuden gefragt. Von der Akropolis über den Petersdom bis zur Sphinx samt Cheops-Pyramiden reicht die Liste ihrer Aufträge. Denn die 50-Jährige hat sich mit ihrem Unternehmen Finalit auf die Reinigung und Pflege historischen Gesteins spezialisiert.

Und dabei lässt es sich die vielsprachige Unternehmerin nicht nehmen, persönlich vor Ort zu sein, wenn an den Ikonen der Architektur mit Finalit-Produkten gereinigt und die Steine gegen Verschmutzung und Umwelteinflüsse geschützt werden.

„Die Sanierung von Steinen ist einfach preiswerter, als sie auszutauschen“. beschreibt Leidinger die Motivation der Auftraggeber. Der Marktführer in Österreich lebt bislang vor allem von der Mund-zu-Mund-Propaganda.

Leidinger steuert die Geschäfte von Finalit aus einer elfenbeinfarbenen Siebziger-Jahre-Villa im Bauhausstil in der einst kaiserlichen Kurstadt Baden, eine halbe Autostunde von Wien. 1983 gründete Margit Leidingers Vater Kurt das Unternehmen in Wels, wo noch heute Produktentwicklung, Produktion und Lager sind.

2016 verstarb der Senior. „Mein Vater war Steinmetz und einer seiner Freunde war Chemiker, der die Rezeptur unserer Produkte entwickelt hat“, sagt die lebensfrohe Unternehmerin.

„Unsere Neuheiten gehen mittlerweile stark in die ökologische Richtung“, berichtet Leidinger. „Heutzutage kann eine Salzsäure zum Reinigen nicht mehr angewandt werden.“ In der Branche hat Leidinger einen guten Ruf.

„Margit Leidinger kennt das Produkt Naturstein seit ihrer Kindheit. Daher besitzt sie Leidenschaft für das Produkt und die Branche“, sagt Thomas Schubert, Chef der Wiener Steinhandelsfirma Schubert Stone. „Mit ihrem Kundendienst kann sie sehr überzeugen.“

Das Geschäft von Finalit ist bislang kleinteilig. Aufträge wie die Cheops-Pyramide bewegen sich zwischen 20.000 und 30.000 Euro. Heute erwirtschaftet die 1997 gegründete Finalit mit 30 Mitarbeitern einen Umsatz von knapp fünf Millionen Euro. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen bewegt sich laut der Familienunternehmerin zwischen 15 und 20 Prozent.

Leidinger setzt nun auf Expansion – vor allem nach Deutschland. Mit der Vergabe von Franchise-Lizenzen will sie ihr Geschäftsmodell auch außerhalb der Alpenrepublik skalieren.

An Arbeit mangelt es Leidinger nicht. Denn die Finalit-Chefin setzt nicht auf die Nische mit prominenten Gebäuden und Sehenswürdigkeiten, sondern will verstärkt den Massenmarkt bedienen. Dafür lässt sie Spezialprodukte zur Entfernung von Graffitis auf Autos oder Verkehrsschildern, aber auch sehr starke Kalkentferner beispielsweise für die Reinigung von Thermalbädern entwickeln.

Mittlerweile verkauft Leidinger ihre Produkte mit geheimer Rezeptur in 22 Ländern. Und ein Vorzeigeprojekt für den Ausbau ihrer Präsenz in Deutschland hat Leidinger auch. Die Mitarbeiter von Finalit bringen in Neuschwanstein, dem Traumschloss des bayerischen Königs Ludwig II., den Kalksteinboden im Eingangsbereich auf Vordermann.

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