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Markus Schröcksnadel Trotz steigender Temperaturen – Dieser IT-Unternehmer setzt auf Alpentourismus

Der Skiliftbetreiber und IT-Unternehmer Markus Schröcksnadel aus Tirol wächst mit dem Alpin-Tourismus. Furcht vor dem Klimawandel hat er nicht.
02.02.2020 - 20:44 Uhr Kommentieren
„Die Alpen haben als Sommerfrische eine sehr große Zukunft. Wir können als Unternehmen nur gewinnen.“ Quelle: feratel
Markus Schröcksnadel

„Die Alpen haben als Sommerfrische eine sehr große Zukunft. Wir können als Unternehmen nur gewinnen.“

(Foto: feratel )

Wien An ungewöhnlichen Ideen fehlt es Markus Schröcksnadel nicht, um seine Skigebiete in Österreich und in der Schweiz im Gespräch zu halten. Wegen eines ungewöhnlichen Schneeeinbruchs im Mai vergangenen Jahres lud der Bergbahnbetreiber ein ganzes Wochenende zum kostenlosen Skifahren im höchstgelegenen Wintersportgebiet Niederösterreichs, Hochkar, ein.

Die Werbeaktion hat sich für Schröcksnadel gelohnt. Anfang Januar dieses Jahres wurde die Zufahrt zu seinem Skigebiet wegen Überfüllung zeitweise geschlossen.

Der Innsbrucker Familienunternehmer ist im alpinen Raum eine Größe. Schröcksnadel besitzt und betreibt Bergbahnen wie Saas-Fee im Wallis, in Savognin in Graubünden Heiligenblut am Großglockner, Hinterstoder oder Hochficht an der Grenze zu Bayern und Böhmen. Weitere Standbeine sind die IT-Firma Feratel, die Softwarelösungen für die Tourismuswirtschaft wie Buchungssysteme verkauft und die Werbetochter Sitour.

Die Geschäfte des 55-Jährigen laufen gut. Zuletzt lag der Umsatz der Firmengruppe mit 800 Mitarbeitern bei 115 Millionen Euro. Zum Gewinn macht die Familie keine Angaben. Der Jurist sagt nur: „Wir sind mit den Ergebnissen unserer Unternehmen sehr zufrieden. Uns geht es gut.“

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    Den Grundstock für das Familienunternehmen legte sein Vater Peter Schröcksnadel im Jahr 1964. Sein Vater hat damals mit der Beschilderung von Skigebieten und Werbung angefangen, erinnert sich der Filius. 1989 erwarb Schröcksnadel mit Kössen in den Kitzbühler Alpen sein erstes Skigebiet. Der heute 79-Jährige zählt in Österreich zu den bekanntesten Persönlichkeiten des Wintersports. Seit 21 Jahren ist er Präsident des Österreichischen Skiverbandes. Er besitzt daher ein engmaschiges Netzwerk rund um den Wintersport.

    „Es ist klar, dass sich unser Klima im Wandel befindet“

    Sein Sohn ist vom Aufwärtspotenzial des alpinen Tourismus überzeugt. „Wir streben weiteres gesundes Wachstum an“, sagt der sechsfache Vater. Im Gegensatz zu anderen Wintersportunternehmern in Tirol bestreitet Schröcksnadel den dramatischen Klimawandel in den Alpen nicht. „Es ist klar, dass sich unser Klima im Wandel befindet. Das sehen wir zum Beispiel an den Alpengletschern.“ Doch der Familienunternehmer, der rund 120 Liftanlagen besitzt, fürchtet die höheren Temperaturen nicht.

    „Ich empfinde den Klimawandel nicht als direkte Bedrohung“, sagt er. „Die Alpen haben als Sommerfrische eine sehr große Zukunft. Wir können als Unternehmen nur gewinnen.“ Am liebsten würde er seine Skilifte das ganze Jahr laufen lassen – im Winter für die Skifahrer, im Sommer für Wanderer und Mountainbiker.

    Daher will er weiter expandieren. Sollte ein Skigebiet zum Verkauf kommen, will Schröcksnadel in den Bieterwettbewerb einsteigen. „Wenn es ein interessantes, wirtschaftlich spannendes Zielgebiet ist, wird es auch kein Problem mit der Finanzierung geben“, sagt der Firmenchef.

    Die Unternehmerfamilie erwirtschaftet heute die Hälfte ihrer Erlöse mit ihren Bergbahnen samt Gastronomie und Hotellerie. Die andere Hälfte kommt von der IT-Tochter Feratel. Die Innsbrucker Firma programmiert Tausende von Websites für Skiorte wie Ischgl und Davos oder Regionen wie Rheinland-Pfalz oder Elsass. Außerdem offeriert es Livestreams von 400 Orten. Das erste Miniprogramm für die Hotelsuche habe er selbst geschrieben.

    „Wir müssen die Datenhoheit zurückgewinnen. Die Daten unserer Gäste sind das wertvollste Gut jeder Destination“, sagt er mit Blick auf die konkurrierenden Datensammler von Hotelbuchungsplattformen wie ‧Booking.com. Seine Buchungssoftware will er künftig stärker international vertreiben. Feratel verfügt schon heute über Töchter in Japan und den USA. „Wir können mit unserem IT-System ganz Europa erreichen und sind weiter dran zu expandieren, insbesondere nach Frankreich“, sagt Schröcksnadel. In fünf Jahren will er die Internationalisierung im IT-Bereich dann geschafft haben.

    Mehr: Der Widerstand gegen den Skitourismus wächst. Der Südtiroler Seilbahn- und Pistenraupenhersteller erschließt sich da ein neues Geschäftsfeld.

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