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Marta Álvarez Diese Frau rückt an die Spitze des Warenhauskonzerns El Corte Inglés

Die Verantwortung für die Transformation des spanischen Unternehmens trägt fortan Marta Álvarez. Sie muss nun die Online-Aktivitäten ausweiten.
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Sie kennt das Unternehmen seit ihrer Kindheit und hat in allen Abteilungen gearbeitet. Quelle: El Corte Ingles
Marta Álvarez

Sie kennt das Unternehmen seit ihrer Kindheit und hat in allen Abteilungen gearbeitet.

(Foto: El Corte Ingles)

Madrid Der Kaufhauskonzern El Corte Inglés ist eine Institution in Spanien. So reisen zum Beispiel zum Weihnachtsspektakel Cortylandia, wenn der Konzern an der Fassade seiner Filiale in der Madrider Calle Preciados einen Zeichentrickfilm abspielt, Familien aus dem ganzen Land an.

Doch der Glanz verblasst: Warenhäuser kommen aus der Mode, Kunden kaufen immer öfter im Internet. Die Verantwortung für die Transformation bei El Corte Inglés trägt nun Marta Álvarez, Adoptivtochter des 2014 verstorbenen Konzernlenkers Isidoro Álvarez und Vertreterin der dritten Generation an der Konzernspitze. Der Verwaltungsrat wählte die 53-Jährige Anfang Juli zu seiner Chefin, die Hauptversammlung am 25. August muss sie noch offiziell bestätigen.

Marta Álvarez, erste Frau an der Spitze des 1890 gegründeten Unternehmens, kennt das Unternehmen seit ihrer Kindheit. Sie hat in sämtlichen Abteilungen gearbeitet, Fabriken und Zulieferer besucht.

Isidoro Álvarez hatte sie und ihre Schwester Cristina adoptiert, als ihr leiblicher Vater gestorben war und der Warenhaus-Chef die Mutter heiratete. Isidoro Álvarez zog die Mädchen mit auf, nahm sie mit bei seinen Besuchen in den eigenen Kaufhäusern sowie bei der Konkurrenz im Ausland.

Später studierte Marta Álvarez Jura in Madrid und absolvierte ein Praktikum in der Reisebüro-Sparte von El Corte Inglés, bevor es die Kunstliebhaberin erst mal in eine andere Welt zog: Sie ging nach London und arbeitete vier Jahre lang beim Auktionshaus Sotheby’s.

Zurück in Madrid, blieb sie ein weiteres Jahr bei Sotheby’s, bis sie heiratete und zwei Kinder bekam und erst mal beruflich pausierte. Dann stieg sie als Verkäuferin in der Frauenmodeabteilung von El Corte Inglés auf dem Madrider Boulevard Castellana wieder ein.

Die Familientradition will, dass Angehörige das Geschäft von der Pike auf lernen. Marta folgte dieser Tradition – genau wie ihr Cousin Dimas Gimeno Álvarez, der Generaldirektor wurde und nach dem Tod von Isidoro Álvarez 2014 den Chefposten übernahm.

Der verstorbene Firmenlenker hatte jedoch seinen Adoptivtöchtern die Mehrheit an seinem Aktienpaket vermacht, das 22 Prozent der Anteile am Konzern enthält. Zudem ist Marta Álvarez Vizevorsitzende der Stiftung Ramón Areces, die mit 37 Prozent der größte Aktionär ist, und dadurch die mächtigste Stimme der spanischen Warenhausdynastie. Nach dem Tod des Stiefvaters zog sie mit ihrer Schwester in den Verwaltungsrat ein.

Das Verhältnis zu ihrem Cousin war noch nie gut. Als der Verwaltungsrat dann 2017 beschloss, ihm als Verwaltungsratschef die exekutive Funktion zu entziehen und dafür zwei Vorstandschefs zu benennen, brach der Konflikt offen aus. So versuchte die Mutter von Dimas Gimeno, die Adoption der beiden Schwestern anzufechten – ohne Erfolg.

Im Juni 2018 trat Dimas Gimeno Álvarez zurück, und erstmals leitete ein Familienfremder das Gremium: Jesús Nuño de la Rosa, ein enger Freund von Marta. Die beiden lernten sich während ihrer Zeit in der Reisebüro-Sparte kennen.

Kritiker monieren, dass Marta die Erfahrung für ihre jetzige Aufgabe fehle. Doch sie hält an dem Modell der zwei Vorstandsvorsitzenden fest – einer davon ist Jesús Nuño de la Rosa – und nimmt selbst keine exekutiven Aufgaben wahr. Der Konzern gleicht damit seine Corporate Governance dem international üblichen Standard an.

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