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Matthias Kohlbecker Dieser Architekt entwirft Werke für Daimler, BMW und Volkswagen

Matthias Kohlbecker erhält seit Jahrzehnten Aufträge von deutschen Autokonzernen. Angesichts der Branchenkrise sucht er nun neue Geschäftsfelder.
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In der Branche genießen das Familienunternehmen und sein Chef einen guten Ruf. Quelle: Kohlbecker
Matthias Kohlbecker

In der Branche genießen das Familienunternehmen und sein Chef einen guten Ruf.

(Foto: Kohlbecker )

Wien An der mit Ochsenblut getünchten Wand im Wiener Büro der Designfirma Wideshot hängt der Plan des neuen BMW-Werks in Ostungarn. Doch fremde Besucher dürfen den Raum nicht betreten. Der Münchener Autokonzern will in Debrecen jährlich bis zu 150.000 Autos produzieren. Die Kapazität wird damit halb so groß wie im bayerischen Dingolfing sein.

Entstanden ist diese gewaltige Autofabrik im Kopf von Matthias Kohlbecker und seinen Mitarbeitern. Der 54-Jährige kennt alle Details des Milliardenprojekts.

Dennoch schweigt der Geschäftsführer und Eigentümer von Kohlbecker Gesamtplan lieber, zu der auch Wideshot gehört. Und das aus gutem Grund, denn der Unternehmer hat eine Verschwiegenheitsverpflichtung unterschrieben. Und auf Kohlbeckers Diskretion können sich die Autokonzerne seit Jahrzehnten verlassen.

Lieber im Hintergrund

Das Familienunternehmen aus der Schwarzwald-Gemeinde Gaggenau spielt sich nicht gerne in den Vordergrund. Dabei hat Kohlbecker zahlreiche Fabriken für Mercedes, BMW und Audi im In- und Ausland gebaut.

Gelebte Bescheidenheit und öffentliche Zurückhaltung sind die DNA der fast 90 Jahre alten Firma. Der Firmengründer Karl Kohlbecker hatte bereits in den Dreißigerjahren des 20. Jahrhunderts an der Autostadt in Wolfsburg wesentlich mitgebaut. In den Nachkriegsjahren kamen noch Werke für die Auto-Union, den Vorläufer von Audi, hinzu.

In Osteuropa ist Kohlbecker längst präsent. In den vergangenen Jahren errichtete Kohlbecker beispielsweise für Jaguar Land Rover auf der grünen Wiese eine Fabrik im slowakischen Nitra, für Mercedes im ungarischen Kecskemét und für Audi im westungarischen Györ.

Daher ist es kein Wunder, dass auch BMW auf die Expertise der Badener zurückgreift. Die Erdarbeiten auf dem Grundstück im ungarischen Debrecen haben bereits begonnen. Alles läuft nach Plan. Erste Genehmigungen gibt es bereits. Denn mit dem Bauen soll es nächstes Jahr losgehen.

Das Schwarzwälder Familienunternehmen firmiert unter der Holding Black Forest Company. Das Herzstück des Firmengeflechts ist Kohlbecker Gesamtplan. Es war der Architekt Karl Kohlbecker, der mit seiner Idee der „menschlichen Fabrik“ mit Aufträgen für Daimler und Volkswagen den Grundstein legte. Heute gehört die Firma in dritter Generation Matthias Kohlbecker und seinem jüngeren Bruder Florian.

Während sich der 46-jährige Florian um die Holding, Finanzen und die digitale Entwicklung kümmert, ist Matthias der kreative und praktische Kopf. „Ich bin eher klar und schnell. Ich bin kein Theoretiker“, sagt er über sich selbst. „Unser Erfolgsrezept ist eine klare Verteilung der Verantwortungsbereiche.“

Seit 23 Jahren führt er bereits Kohlbecker Gesamtplan. Neben dem Stammsitz Gaggenau gibt es noch Ableger in Köln und München. Die Schwester Karolin spielt im Unternehmen keine Rolle. Die 52-Jährige arbeitet als Tierärztin in Gaggenau.

Das Tandem aus den beiden Brüdern funktioniert gut. „Wir haben in den vergangenen Jahren ein stetiges Umsatzwachstum erzielt“, erzählt Matthias Kohlbecker, während er durch die verwinkelten Büroräume von Wideshot Design schlendert.

An Wideshot ist Kohlbecker seit 2010 zu 40 Prozent beteiligt. Die komplexen Dienstleistungen reichen von Grundstückssuche über Generalplanung, Design bis zur schlüsselfertigen Erstellung. Kohlbecker Gesamtplan mit 170 Mitarbeitern erzielte nach Unternehmensangaben zuletzt einen Jahresumsatz von 25 Millionen Euro. „Die Rendite bewegt sich zwischen acht und zehn Prozent“, berichtet er stolz.

Matthias Kohlbecker denkt zwar noch nicht ans Aufhören, doch bereits an die nächste Generation. Sein Sohn David, 22, studiert Architektur an der Technischen Universität in Wien. Sein zweiter Sohn Finn, 16, geht noch zur Schule.

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