Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Max Heinemann Coronakrise lässt Umsätze von Gebr. Heinemann massiv einbrechen

Die Coronakrise trifft den Hamburger Duty-free-Händler Gebr. Heinemann hart. Selbst in der Ferienzeit liegen die Umsätze weit unter den Vorjahren.
25.08.2020 - 04:00 Uhr Kommentieren
Der Sohn von Gunnar Heinemann führt das Unternehmen seit 2018 in fünfter Generation.
Max Heinemann

Der Sohn von Gunnar Heinemann führt das Unternehmen seit 2018 in fünfter Generation.

Düsseldorf „Während unserer langjährigen Geschichte haben wir bereits viele Krisen gesehen. Die Ausmaße dieser Pandemie sind bisher unvergleichbar“, sagt Max Heinemann. Der 37-jährige Hamburger leitet das gleichnamige, 1897 gegründete Unternehmen in fünfter Generation. Weltweit betreiben die Gebr. Heinemann rund 600 eigene Shops als Einzelhändler an Flughäfen, auf Kreuzfahrtschiffen und an Grenzübergängen.

In den Monaten März bis Mai und in großen Teilen auch im Juni kamen die globale Reiseindustrie und so auch die Geschäfte des Hamburger Unternehmens fast vollständig zum Erliegen. Für Gebr. Heinemann bedeutet das ein Umsatzrückgang von fast 60 Prozent im ersten Halbjahr 2020. Im Juli – durch die Sommerferien ein normalerweise äußerst umsatzstarker Monat – kam die Reisebranche zwar langsam wieder ins Rollen, aber auf einem sehr niedrigen Niveau. Der Umsatz lag 75 Prozent unter dem des Vorjahresmonats.

Dabei hatte es vor der Coronakrise einen regelrechten Boom gegeben. „Die stetig wachsende Anzahl von Reisenden ließ das Umsatzpotenzial entsprechend ansteigen“, erklärt Marco Atzberger, Mitglied der Geschäftsleitung vom EHI Retail Institute. Auch bei Gebr. Heinemann liefen die Geschäfte vor der Pandemie gut. Im Geschäftsjahr 2019 konnte das Unternehmen seinen Umsatz von 4,6 Milliarden Euro (2018) auf 4,8 Milliarden Euro steigern, das entspricht einem Wachstum von 5,3 Prozent.

Mit einer schnellen Erholung des Reisemarkts rechnet Max Heinemann unterdessen nicht. „Wir sprechen hier von Jahren, nicht von Monaten“, ordnet er die Situation ein. Auch Marco Atzberger rechnet durch die Coronakrise mit langfristigen Veränderungen für den Handel an Flughäfen.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Er erwartet in den Unternehmen Diskussionen, ob Geschäftsreisen nicht dauerhaft durch Videokonferenzen zu ersetzen seien. „So würden die Flughäfen eine zahlungskräftige und -bereite Kundengruppe in einem substanziellen Maß verlieren, denn ein Geschäftsreisender ist von seinem Umsatzpotenzial natürlich deutlich höher einzustufen als der Reiseteilnehmer einer billigen Pauschalreise“, erklärt Atzberger.

    Vater und Onkel als wichtige Ansprechpartner

    Im Düsseldorfer Flughafen sind die Gebr. Heinemann schon länger nicht mehr vertreten, auch in Köln/Bonn ist der Duty-free-Händler raus. Zu den Gründen sagte Heinemann dem Handelsblatt, es sei keine Lösung gefunden worden, die für beide Seiten wirtschaftlich gewesen wäre.

    Max Heinemann selbst ist in seinem Leben schon viel gereist, er studierte in Barcelona an der La Salle University und hat in Singapur im Tochterunternehmen Heinemann Asia Pacific gearbeitet. Im September 2018 übernahm er von seinem Vater Gunnar Heinemann und seinem Onkel Claus Heinemann die Leitung, beide bilden als Inhaber heute den Verwaltungsrat und sind in der aktuellen Krise wichtige Ansprechpartner. „Gerade jetzt geben mir der Rat und die Erfahrung meines Vaters und Onkels Orientierungspunkte“, sagt Heinemann.

    Das Familienunternehmen hat schon jetzt auf den veränderten Markt reagiert und Arbeitsplätze abgebaut. So konnten durch Stellenstreichungen und Kurzarbeit die Personalkosten im ersten Halbjahr um mehr als 30 Prozent reduziert werden. Um die Personalkosten auch langfristig zu senken und die Größe des Unternehmens an die neuen Marktbedingungen anzupassen, sollen weitere Arbeitsplätze abgebaut werden.

    Max Heinemann bleibt dennoch optimistisch: „Auch wenn sich das Reisen verändern wird und wir uns auf einen anderen, neuen Markt einstellen müssen, sind wir uns sicher, dass der Travel-Retail-Markt auch in Zukunft ein wichtiger Bestandteil des Reisens und vor allem der Flughäfen bleiben wird.“ In den wiedereröffneten Shops lasse sich außerdem beobachten, sagt Heinemann, dass die Menschen, die fliegen, auch kaufen und die Umsätze pro Passagier steigen.

    Mehr: Deutschlands Flughäfen geraten wegen des Coronavirus in ernste Schwierigkeiten.

    Startseite
    Mehr zu: Max Heinemann - Coronakrise lässt Umsätze von Gebr. Heinemann massiv einbrechen
    0 Kommentare zu "Max Heinemann: Coronakrise lässt Umsätze von Gebr. Heinemann massiv einbrechen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%