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Medienkonzern Familie Grotkamp übernimmt die komplette Kontrolle bei der Funke Mediengruppe

Die Grotkamps haben sich auf eine Übernahme der restlichen Anteile an dem Medienkonzern geeinigt. Noch steht eine kartellrechtliche Prüfung aus.
17.06.2021 Update: 17.06.2021 - 16:24 Uhr Kommentieren
Die Enkelin von Jakob Funke leitet seit 2018 den Aufsichtsrat des Medienkonzerns. Quelle: Funke Mediengruppe
Julia Becker

Die Enkelin von Jakob Funke leitet seit 2018 den Aufsichtsrat des Medienkonzerns.

(Foto: Funke Mediengruppe)

Düsseldorf, München Die Unternehmerfamilie Grotkamp führt die Funke Mediengruppe künftig zu 100 Prozent. Dazu habe sie sich mit den Familienstämmen Schubries und Holthoff-Pförtner auf einen Verkauf geeinigt, wie das Essener Medienunternehmen am Donnerstag mitteilte.

Während sich die unternehmerische Führung des 1948 gegründeten Verlags mit rund 1,2 Milliarden Euro Umsatz ab sofort ändert, werde der Übergang der Gesellschafteranteile erst in zweieinhalb Jahren stattfinden, hieß es weiter. Der offiziell nicht genannte Kaufpreis soll in zwei Tranchen gezahlt werden.

Bisher hielten Julia Becker, Nora Marx und Niklas Wilcke bereits zwei Drittel Prozent an der Mediengruppe. Sie sind die Kinder von Petra Grotkamp, der Tochter von Jakob Funke. Dieser hatte nach dem Zweiten Weltkrieg den Verlag rund um die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ (WAZ) gemeinsam mit Erich Brost in Essen gegründet.

Jeweils 16,6 Prozent halten bislang Grotkamps Schwester Renate Schubries und der CDU-Politiker Stephan Holthoff-Pförtner, NRW-Minister für Europaangelegenheiten. Die Mitgesellschafter steigen laut Vereinbarung am 2. Januar 2024 aus.

Über den Deal hatte es seit sechs Monaten harte Verhandlungen gegeben, heißt es in Verlagskreisen. Auch steuerliche Überlegungen von Verkäufer Holthoff-Pförtner haben offenbar eine Rolle gespielt. Das „Manager Magazin“ hatte bereits Anfang der Woche über die neue mögliche Gesellschafterstruktur berichtet und einen Kaufpreis von 250 Millionen Euro genannt.

Die Transaktion stehe allerdings noch unter Kartellrechtsvorbehalt, heißt es nun bei Funke, und zwar in Österreich. Neben den „WAZ“-Titeln hält die Mediengruppe in Wien auch größere Anteile an der „Kronenzeitung“ und am „Kurier“ sowie an weiteren Zeitschriften.

Regionalmedien als DNA der Funke Mediengruppe

Das Unternehmen hat schon mehrere große Transaktionen in den vergangenen Jahren hinter sich. So übernahm Petra Grotkamp vor rund zehn Jahren bereits die 50-Prozent-Anteile der zweiten Gründerfamilie Brost. In Unternehmenskreisen war damals von einem Kaufpreis von einer halben Milliarde Euro die Rede.

Nur drei Jahre später verkaufte Axel Springer der Essener Mediengruppe noch einen ganze Reihe Printtitel wie „Berliner Morgenpost“, „Hamburger Abendblatt“ und „Hörzu“, in denen Springer-Chef Mathias Döpfner keine Zukunft mehr sah. Dafür sollen rund 920 Millionen Euro geflossen sein. Rechnet man alle Summen zusammen, hat die Familie für ihre Macht im rückläufigen Printgeschäft deutlich mehr ausgegeben, als die Gruppe jährlich an Umsatz erwirtschaftet.

Die Motivation drückt ein Kenner der Familie so aus: Sie sehe sich als Anwalt der regionalen Medien. Diese gehörten zur DNA des Unternehmens. Die Familie werde sich nicht in das operative Geschäft einmischen, habe aber durchaus ihre Vorstellungen.

Seit 2018 führt Grotkamps Tochter Julia Becker den Aufsichtsrat. Sie ließ mitteilen: „Wir wissen um die Verantwortung, die wir mit diesem Schritt übernehmen“. Sie und ihre Familie aber freuten sich, „den Weg, den unsere Mutter Petra Grotkamp 2012 mit der Übernahme der Brost-Anteile eingeschlagen hat, in naher Zukunft vollenden zu können.“

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