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Medizintechnikkonzern Mit Anna Maria Braun bekommt B. Braun eine weltoffene Chefin aus der Gründerfamilie

Ab April leitet die Juristin in sechster Generation den Hersteller für Medizintechnik B. Braun in Melsungen. Sie gilt als Expertin für Asien.
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Umgänglich, ehrgeizig und zielstrebig. Quelle: B.Braun
Anna Maria Braun

Umgänglich, ehrgeizig und zielstrebig.

(Foto: B.Braun)

MelsungenNoch ist sie in Mutterschutz. Im September erst hat Anna Maria Braun ihr drittes Kind geboren. Aber ab April kommenden Jahres wird die 39-Jährige die Führung des weltweit agierenden Medizintechnikunternehmens B. Braun übernehmen. Damit steht nach acht Jahren Pause wieder ein Mitglied der Gründerfamilie an der Spitze. Die Firma begann 1839 als Apotheke im hessischen Melsungen. Die Juristin gehört der sechsten Generation an.

Anna Maria Braun arbeitet seit bald zehn Jahren in verschiedenen Positionen im Familienunternehmen, die meiste Zeit davon in Asien, in der Niederlassung in Penang in Malaysia. Seit 2016 ist sie im Vorstand für die Region Asien-Pazifik verantwortlich. Die Rechtsanwältin löst Heinz-Walter Große, 65, ab, der das Unternehmen seit 2011 als Vorstandschef leitet. Nächstes Jahr geht er nach mehr als 40 Jahren Tätigkeit für das Medizintechnikunternehmen in den Ruhestand.

Den Wechsel an der Spitze beschloss der Aufsichtsrat von B. Braun am Donnerstag. Das Gremium wird von Ludwig Georg Braun geleitet, dem Vater von Anna Maria. Er hat das Unternehmen von 1977 bis 2011 geführt und zu einem weltweit agierenden Milliardenunternehmen aufgebaut. Knapp 62.000 Mitarbeiter arbeiten heute für die profitable Aktiengesellschaft, die komplett in Familienbesitz ist. 2017 lag der Umsatz bei rund 6,8 Milliarden Euro.

Anna Maria Braun galt in der Branche als aussichtsreiche Kandidatin für die Nachfolge von Heinz-Walter Große, nachdem ihr älterer Bruder Otto Philipp sich im vergangenen Jahr aus dem Vorstand zurückgezogen hatte. Als stellvertretende Vorsitzende der Vereinigung der Medizintechnik-Unternehmen im asiatischen Raum ist sie in der Branche gut vernetzt.

Anna Maria Braun gilt als weltoffene Persönlichkeit, ihr Lebenslauf hat viele internationale Stationen: Abitur in Großbritannien, einjähriger Intensivkurs Chinesisch in Peking, Studium der Rechtswissenschaft in Freiburg und später Washington. Dazwischen machte sie Referendariat und Staatsexamen in Düsseldorf, wo sie ab 2007 auch zwei Jahre als Wirtschaftsanwältin arbeitete.

Weggefährten beschreiben Anna Maria Braun als umgänglich, aber auch als ehrgeizig und zielstrebig. Vorstandschef Große bescheinigte ihr bei der Bilanzvorlage im vergangenen Jahr, in der Region Asien-Pazifik einen guten Job zu machen. „Wir trauen Frau Braun aufgrund ihrer Qualifikation und internationalen Erfahrung zu, das Unternehmen als Vorstandsvorsitzende hervorragend führen zu können“, sagt Betriebsratschef Peter Hohmann. Die Arbeitnehmerseite freut es, dass die Kontinuität im Familienunternehmen gewahrt bleibe.

Auch die Gewerkschaft IG BCE begrüßte die Wahl von Anna Maria Braun zur Vorstandschefin und künftigen Arbeitsdirektorin. Eine ihrer großen Aufgaben wird es sein, die Dachgesellschaft des Unternehmens in eine Europäische Gesellschaft (SE) zu überführen. Dadurch soll die Zukunft des Familienunternehmens angesichts der wachsenden Zahl von Eigentümern gesichert werden.

Betriebsräte und Gewerkschaft gehen davon aus, dass Anna Maria Braun ebenso wie ihr Vorgänger Heinz-Walter Große „immer ein offenes Ohr für ihre Themen haben wird“, sagt Friedrich Nothhelfer, Bezirksleiter der IG BCE in Kassel.

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