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Merlin Stellwag Earlybird will die nachhaltige Alternative beim Kaffee sein

Merlin Stellwag hat es mit der Cold-Brew-Marke „Karacho“ schon in die Supermärkte geschafft. Jetzt erobert er mit dem Kaffeelabel Earlybird die Regale.
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Den Bauern zahlt Stellwag eigenen Angaben zufolge das Drei- bis Vierfache des an den Rohstoffbörsen üblichen Preises. Quelle: Earlybird
Merlin Stellwag

Den Bauern zahlt Stellwag eigenen Angaben zufolge das Drei- bis Vierfache des an den Rohstoffbörsen üblichen Preises.

(Foto: Earlybird)

München Zwei Tassen Kaffee am Tag reichen Merlin Stellwag völlig. Der 29-Jährige braucht kein Koffein, um einen langen Tag im Büro zu überstehen. Lieber animiert der Gründer andere dazu, seinen Kaffee zu trinken. Vor fünf Jahren hat der Betriebswirt gemeinsam mit Partner Emanuel Vonarx, 32, die Kaffeemarke Earlybird gegründet. Nun ist ihm der Durchbruch gelungen: Seit diesem Frühjahr führt die Drogeriekette dm das Label in ihren fast 2000 Filialen.

„Das ist ein superwichtiger Schritt für uns“, sagt Stellwag. „Es bringt uns dem Ziel näher, eine echte Alternative zu den klassischen Marken aufzubauen.“ Offenbar trifft der Jungunternehmer mit Earlybird den Zeitgeist. Sein zentrales Versprechen ist einfach: „Der Kaffee soll gut schmecken.“ Er verwendet daher bewusst säurearme Sorten.

Den Bauern zahlt der Gründer eigenen Angaben zufolge das Drei- bis Vierfache des an den Rohstoffbörsen üblichen Preises. Das macht den Kaffee vergleichsweise teuer: Das Pfund kostet 12,45 Euro, etwa dreimal so viel wie die Sonderangebote in den Supermärkten.

Die Verbraucher greifen trotzdem beherzt zu. „Wir sehen, dass unsere Kunden an nachhaltigen Alternativen im Bereich Kaffee interessiert sind“, erklärt Sebastian Bayer, als Geschäftsführer von dm verantwortlich für Marketing und Beschaffung. Earlybird zeichne sich durch einen ökologischen Anbau sowie fairen und sozialen Handel aus, meint der Manager.

Vor genau einem Jahr begann die Kette, die Marke in ihrem Onlineladen zu verkaufen. Bayer: „Aufgrund der positiven Rückmeldung unserer Kunden haben wir uns entschieden, den Biokaffee in unser stationäres Sortiment aufzunehmen.“

Es ist nicht das erste Mal, dass Stellwag mit dm groß ins Geschäft kommt. Vor zwei Jahren brachte er das Kaffeekaltgetränk „Karacho“ in die Läden. Stellwag und sein damaliger Partner Jonas Braun hatten das richtige Gespür für das Trendgetränk Cold Brew, kalt gebrühten Kaffee. Aus dem Start-up Karacho ist Stellwag inzwischen ausgestiegen, nun konzentriert er sich ganz auf Earlybird.

Besonders wichtig für seine Firma mit ihren sieben Mitarbeitern sind die Unternehmenskunden. Den Betrieben bietet Stellwag ein Abo an, sie bekommen also regelmäßig frische Bohnen zugeschickt. Bald würden tausend Abnehmer versorgt, so Stellwag. Einer der Größten ist die Zentrale des Hotelportals Trivago in Düsseldorf. Dort hätten sich bei einer Blindverkostung vier von fünf Mitarbeitern für Earlybird ausgesprochen.

Stellwag bewegt sich in einem umkämpften Markt. Neben den großen Kaffeemarken wie Jacobs, Dallmayr, Tchibo oder Melitta buhlen Hunderte lokale Röster um die deutschen Konsumenten. Zudem gibt es Spezialversender wie Coffee Circle. Immer mehr Leute sind aber bereit, für guten Kaffee auch wesentlich mehr hinzulegen. Und so erwartet Stellwag fürs laufende Jahr einen Umsatz von bis zu zwei Millionen Euro und einen Vorsteuergewinn von bis zu 200.000 Euro.

Eine globale Erfolgsgeschichte wie die amerikanische Kaffeehauskette Starbucks wird Earlybird aber wohl nicht schreiben. Denn wie so viele Gründer in Deutschland verzichten Stellwag und Co-Gründer Vonarx auf fremde Kapitalgeber. Sie wollen nur mit eigenen Mitteln wachsen.

Mehr: Die Deutschen verbrauchen jährlich 2,8 Milliarden Kaffeebecher. Zu viel, findet die Deutsche Umwelthilfe – und kriegt Unterstützung von Umweltministerin Schulze.

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