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Michael Antonopoulos Der neue Kieser-Chef stoppt die China-Pläne

Vor knapp zwei Jahren hat Michael Antonopoulos die Fitnesskette übernommen. Nun konzentriert er sich doch auf den deutschsprachigen Raum.
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Der Firmenchef hat die China-Idee nach den ersten Marktsondierungen gestoppt. Quelle: Kieser Trainig GmbH
Michael Antonopoulos

Der Firmenchef hat die China-Idee nach den ersten Marktsondierungen gestoppt.

(Foto: Kieser Trainig GmbH)

HamburgSo soll ein Kieser-Training-Studio idealerweise aussehen, findet Michael Antonopoulos: Sauber aufgestellt stehen Trainingsmaschinen in mehreren Reihen in einer frisch umgebauten Halle des ehemaligen Güterbahnhofs Altona. Die Nutzer, fast ausschließlich ältere Semester, betätigen die Geräte betont langsam, dafür nur für einen Satz – die typische Kieser-Methode.

Knapp zwei Jahre ist es her, dass Antonopoulos die Fitnessstudiokette vom Gründer Werner Kieser übernommen hat. Offenbar funktioniert der Generationswechsel. Doch seinen ambitioniertesten Plan, die Expansion nach China, hat Antonopoulos inzwischen vorerst aufgegeben.

Seit 14 Jahren ist der Hobbyfußballer bei der Züricher Kette, seit neun Jahren als Chef – und seit zwei Jahren als Inhaber. Nach der Übernahme zog es ihn zunächst nach Fernost: Eigentlich wollte der 47-Jährige mit einem Partner den chinesischen Markt erobern. Schon Ende 2017 sollte das erste Studio in Peking eröffnen, dann sollten rasch weitere folgen.

Doch nun hat er den Plan geändert. „Wir konzentrieren stattdessen unsere Ressourcen ganz klar auf den deutschsprachigen Raum“, sagte Antonopoulos dem Handelsblatt. Die Übernahme eines ehemaligen Franchisepartners in der Schweiz mit 24 Studios hat die Entscheidung beschleunigt. Im vergangenen Jahr kaufte Antonopoulos die Kette Exersuisse. Deren Inhaber war einst Franchisepartner von Kieser, trennte sich aber 2010 im Konflikt mit dem Gründer.

Nach dem Ausstieg von Werner Kieser war der Weg für die Rückkehr der Kette überraschend offen. „Wir sind noch dabei, die Studios wieder zu integrieren. Es reicht nicht, nur das Logo auszuwechseln – wir müssen auch das Personal schulen und zusätzliche Geräte einbauen“, sagt Antonopoulos. „Dieses Projekt und den Markteintritt in China hätten wir nicht gleichzeitig stemmen können“, meinte er.

Daher hat er die China-Idee nach den ersten Marktsondierungen gestoppt. „Dennoch bleibt Asien ein Thema, das wir in den kommenden Jahren angehen wollen“, sagte er. Als Blaupause dient Australien: Weil vor einigen Jahren ein lokaler Unternehmer von dem Schweizer Konzept überzeugt war, gibt es inzwischen 20 Kieser-Studios in Melbourne.

Expandieren will Antonopoulos in Deutschland – hauptsächlich mit alten und neuen Franchisepartnern. Dazu dient ein neues, kleineres Format. Es ist nur halb so groß wie das knapp 800 Quadratmeter umfassende klassische Studio in Altona. Die Konkurrenz ist groß: Discountketten wie McFit und Fit X haben die Preise auf dem Markt gedrückt – auf oft deutlich unter 20 Euro.

Kiesers ältere Zielgruppe zahlt dagegen zwischen 45 und 75 Euro im Monat. „Trotz des Wandels und einer erhöhten Wettbewerbssituation konnte sich Kieser Training durch seine klare Fokussierung als Gesundheitsdienstleister stets vom Wettbewerb abgrenzen“, sagt Karsten Hollasch von der Unternehmensberatung Deloitte.

Zugleich hält das Konzept die Kosten niedrig: Weil eine Trainingseinheit nur eine halbe Stunde dauert, reicht eines der Studios für gut 2 000 feste Kunden. Zudem verzichtet Kieser auf teure Wellnessanlagen. Insgesamt kommen so 150 Millionen Euro Gruppenumsatz zusammen, davon 120 Millionen Euro in Deutschland.

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