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Mirco Grübel Dieser Gründer bringt Handwerker und Kunden zusammen

Mirco Grübel, Chef von Myster.de aus Dortmund, bietet auf seiner Plattform alle Arbeiten im Handwerk aus einer Hand. Nun testet er stationäre Läden.
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Der Gründer von Myster.de bringt Handwerker und Kunden zusammen. Quelle: Gerd Lorenzen
Mirco Grübel

Der Gründer von Myster.de bringt Handwerker und Kunden zusammen.

(Foto: Gerd Lorenzen)

Düsseldorf Einen Handwerker zu finden, der schnell und günstig hilft, kann zur Qual werden. Mirco Grübel ist angetreten, um das zu ändern. Der 43-Jährige versucht mit seinem Dortmunder Start-up Myster.de – ein Wortspiel aus My und Meister – einen neuen Weg, um Handwerker und Kunden zusammenzubringen.

Im Gegensatz zu Konkurrenten wie MyHammer ist Grübel kein Vermittler, der nur Angebot und Nachfrage zusammenführt und dafür eine Provision kassiert. Wer mit Myster seine Wohnung renovieren will, schließt mit den Dortmundern direkt einen Vertrag. So fallen Verhandlungen mit Handwerkern, lästiges Warten, intransparente Preise und die Leistungskontrolle für die Kunden weg. All das verspricht Myster.

Hierzu nutzt Myster die Möglichkeiten der Digitalisierung. Auf der Unternehmens-Website können sich Interessierte in wenigen Minuten Angebote einholen, gefolgt von einer telefonischen Beratung und einem Vororttermin. Im Anschluss schickt das Start-up seine Vertragshandwerker.

300 von ihnen hat Grübel mittlerweile bundesweit unter Vertrag. Und es sollen noch deutlich mehr werden. Sie führen für ihn alle Handwerksarbeiten aus. Alles andere vom Marketing bis zur Abrechnung übernimmt im Gegenzug Myster.

Für die Handwerker rechnet sich das, verspricht Grübel. „Sie sparen sich die unliebsame Büroarbeit und das Marketing. Dadurch können sie mehr Aufträge entgegennehmen und sich auf das konzentrieren, was sie am besten können: Handwerken.“

Das sieht auch Tim Schmidt, Projektleiter bei KAT-Innenausbau und Kooperationspartner von Myster, so: „Sowohl das Konzept im digitalen Bereich, das uns gleich ansprach, als auch die Ausführungen, wie sie auf den Endverbraucher zugehen, ist einfach die neue Generation.“

Damit hat das Start-up ein Alleinstellungsmerkmal. Konkurrenten wie etwa Weissmaler aus Berlin, die ebenfalls gewerksübergreifende Renovierungs-Services anbieten, setzen allerdings vorwiegend auf eigene Handwerkskräfte. Als Hauptkonkurrent sieht Myster deshalb oft den „billigen Semiprofi“, der mit dem Auftraggeber ohne Rechnung abrechnet.

Die Idee kommt an

Um die Effizienz seiner Vermittlungsleistung noch weiter zu steigern, setzt Grübel auf Künstliche Intelligenz. „Mit jedem Auftrag lernen unsere Algorithmen hinzu, wie viel Zeit Arbeitsgänge benötigen, wo häufig Fehler entstehen, was die Kunden wünschen. Wir werden immer effizienter“, sagt er. Den Einsatz der Handwerker kann das Start-up dadurch verbessern und Kunden genaue Zeitfenster vorschlagen.

Grübel selbst hat keine handwerkliche Ausbildung. Geboren und aufgewachsen im Sauerland, machte er zunächst bei RWE Karriere und in dieser Zeit auch seinen MBA in England und gründete dann 2007 mit Perpetuo seine eigene Beratung für Venture-Management. Aus einem gemeinsamen Projekt mit einem Leuchtenhersteller ging die Idee für Myster hervor.

Und die Idee kommt an. Erst vor Kurzem besuchte Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart das Start-up. „Das Myster-Prinzip ist eine Marktlücke und ein sehr interessantes Angebot für Verbraucher. Ich bin sicher, dass das Geschäftsmodell Erfolg haben wird“, sagte er nach seinem Besuch.

Diese Einschätzung teilen auch andere‧. Mittlerweile treten Baustoffproduzenten wie der Bodenbelaghersteller Parador an Grübel heran und wollen mit dem Dortmunder kooperieren. Begleitet wird der Gründer von PwC. Das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungshaus unterstützt My‧ster bei der Strategieentwicklung, damit das Start-up auch weiterhin wächst und die richtigen Partnerschaften eingeht.

Und die nächste Idee ist bereits in der Testphase. Mit der Myster-Box erprobt Grübel in Dortmund und Hamburg ein stationäres Ladenkonzept. Kunden können dort vor Ort Produkte testen, sich beraten lassen und Renovierungen planen.

Über eine Virtual-Reality-Brille macht das Start-up die neuen Bodenbeläge, Tapeten und Wandfarben vorab erlebbar. Wer den Grundriss der eigenen Wohnung vorher an das Unternehmen schickt, kann sogar schon einmal virtuell vorab durch seine renovierte Wohnung laufen.

Mehr: Einerseits florieren Start-ups in den Metropolen, andererseits scheuen die Deutschen das Risiko. Diese gegensätzliche Entwicklung hat ihre Gründe.

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